Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1911-06-30 · 26 (30.6.1911) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
26 (30.6.1911)
Date
1911-06-30
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3315709-3316458-3316487--54693-3348491
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Als der neue Medschliss zu amtieren begann, war er fast ganz ohne Mittel. Da bildete er eine Gabellakommission und stellte sein Mitglied, den Präsidenten der Aschkenasimgemeinde, unsern Gesinnungsgenossen K. G. Reisner, mit ausgedehnten Vollmachten an ihre Spitze. Dem energischen Vorgehen dieses Mannes setzten die vereinigten Schlächter zwar erst lebhaften Widerstand entgegen, sie traten vor drei Wochen sogar wieder in einen allgemeinen Streik ein. Als jedoch, dem Plane des Herrn Reisner folgend, die Großgemeinde dazu überging, selbst Schlachtvieh einzukaufen und eigne Fleischerläden in allen Stadtteilen zu eröffnen, ergaben sich die in ihrer Existenz bedrohten Fleischer, zahlten alle Rückstände und gingen eine feste Verpflichtung für die Zukunft ein, die, wenn nicht alles trügt, nunmehr den regelmäßigen Einlauf der Gabellagelder garantiert. Die Gemeinde gedenkt aber gleichwohl, um gegen neue Überraschungen sicher zu sein, die eignen Fleischereibetriebe aufrecht zu erhalten und durch Vereinigung in eine große Fleischverkaufsgenossenschaft auszubauen. Diese glückliche Erledigung der Finanzfrage ist die erste greifbare Tat des neuen Konsistoriums, und sie kann nicht verfehlen, ihren günstigen Eindruck auf die jüdische Bevölkerung auszuüben, die erkennen muß, daß sie diesmal ihr Schicksal den richtigen Händen anvertraut hat. Trotzdem nun aber der Medschliss mit solcher Energie für die Auf rech terhaltung und Befestigung der Gabella gekämpft hat, gedenkt er keineswegs, für die Dauer die ganze Finanzwirtschaft der Gemeinde auf ihr zu basieren. Er weiß wohl, daß sie eine ungerechte Steuer ist, indem sie nur die Koscher-Essenden, und das sind die Armen der Gemeinde, trifft, die das Koscherfleisch an die Fleischer natürlich, der Steuerhöhe entsprechend, teurer bezahlen müssen. Er wird daher seine Hauptaufmerksamkeit energisch auf die Schaffung einer neuen allgemeinern, die reichen Stände im richtigen Ausmaße mittreffenden Kultussteuer richten. Die Einkünfte der Gabella aber sollen für die Bedürfnisse der sie leistenden Armen sowie für das Schulwesen und Wohltätigkeitswerke reserviert bleiben. GESINNUNGSGENOSSEN! Obwohl wir bereits seit mehrexen Wochen eine umfassende Aktion für eine möglichst große Verbreitung der KONGRESSADSGABE DER „WELT11 eingeleitet und bei einer Anzahl von Vereinen und Vertrauensmännern auch die nötige Unterstützung bei unserer Werbearbeit gefunden haben, müssen wir konstatieren, daß der größere Teil unserer Organisation bisher noch nichts für diese eminent wichtige propagandische Aktion unternommen hat. Wir appellieren daher an die gesinnungsgenössische Pflicht aller Zionisten, die Zeit von Jetzt bis sum Kongreß zu einer intensiven Propaganda für die Verbreitung der Kongreßausgabe der „Welt" auszunutzen. Jeder Zionist muß die Kongreßausgabe der „Welt" abonnieren und keiner möge es unterlassen, in seinem Kreise für deren Verbreitung zu wirken. * a * Die Kongreßausgabe der „Welt" wird insgesamt fünf Nummern umfassen. Der Bezugspreis beträgt: Für Deutschland.........1.70 Mark, Für Holland............1.20 Hfl., t Österreich-Ungarn ...2. — Kronen, B Vereinigte Staaten. .0. 50 Dollar, n Rußland.............1. — Rubel, ,, alle übrigen Länder . .2.50 Francs . B Großbritannien......2.2 Shill. , Bestellungen werden nur gegen Voreinsendung des Betrags bzw. Nachnahme entgegengenommen. Der Bezugspreis kann auch in Briefmarken eines Jeden beliebigen Landes entrichtet werden. Gesinnungsgenossen, welche größere Aktionen zur Gewinnung von Abonnenten für die Kongreßausgabe der „Welt" zu unternehmen beabsichtigen, erhalten von uns die nötigen Drucksachen (Prospekte, Bestellkarten, Erlagscheine und Plakate) kostenlos in beliebiger Anzahl geliefert. Auf zahlreiche Anfragen teilen wir nochmals mit, daß die ständigen und alle neu eintretenden Abonnenten, die mit der Einzahlung des Bezugspreises nicht im Rückstände sind, selbstverständlich Anspruch auf die kostenlose Lieferung der Kongreßausgabe haben. Verlag „DIE WELT" Köln a. Rh., Karolingerring 21.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.