Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 26 (30.6.1911)
- Date
- 1911-06-30
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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DIEÄELT 611 No« 26 Österreich (Spezifikation fehlt)............. Kr. 1240 „ 1053.08 Serbien Verein Zion, Belgrad................„ 240 — Schweiz (Spezifikation fehlt) . ...............„ 764.— Rußland (Spezifikation fehlt).............. Rbl. 1470 „ 3160 Holland (Spezifikation fehlt).............. Fl. 270 „ 550 SCHEKELSAMMLUNG Bis zum 27. Juni 1911 ergab die Schekelsarntnlung für das Jahr 5671 (1910/11) Vereinigte Staaten von Nordamerika . . . JS 5073.80 Rußland............... „ 4815.80 Südafrika.............. „ 3954.30 Österreich: Böhmen . . . . J6 1737.63 Mähren.....„ 1448.50 „ 3186.13 Order Knights of Zion, Chicago . . . . „ 3161.— England: Order of Ancient Maccabeans J6 1428.— English Zionist Federation . „ 1020.—;; 2448.— Kanada............... „ 2085.— Qalizien............... „ 1923 — Deutschland............. „ 1468.— Holland............... „ 1005.— Rumänien.............. „ 965.22 Schweiz............... „ 764.— Misrachi............... „ 615.60 Australien.............. „ 544.65 Kroatien-Slawonien-Bosnien...... „ 415.94 Ungarn............... „ 352.10 Serbien............... „ 240.— Frankreich.............. }) 133.06 Türkei................ „ 107.30 Bukowina.............. „ 67.91 Ägypten............... „ 61.20 Italien................ „ 4.80 Poale Zion.............. „ — Belgien............... 9 — Bulgarien.............. „ — Griechenland.......... . . . „ — Palästina............... „ — Marokko............ . . . „ — Skandinavien . . ........... „ — Argentinien ............. „ — _ c^33 391.81 Mitteilungen der Organisation für hebräische Sprache und Kultur (Histadruth Ibrith) (Zentralbureau: Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 93.) Berlin, Juni 1911. Die Vertiefung und Ausbreitung der hebräischen Bewegung machen in jüngster Zeit merkliche Fortschritte, die nicht nur in den Ländern, in denen die Judenmassen wohnen, sondern auch in Deutschland in mannigfachen Kreisen in die Erscheinung treten. Mit dem Erstarken des jüdischen Kulturempfindens wächst gleichzeitig das intensive Interesse für die hebräische Sprache. Das Hebräische rückt bei Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Richtungen im Judentum immer mehr in den Vordergrund der Diskussion und wird gleichsam zum Symbol für die jüdische Renaissance. Es ist ein Symptom für das Interesse, welches dem Hebräischen neuerdings entgegengebracht wird, daß nicht unwesentliche Teile auch der deutsch-jüdischen Jugend, speziell aus den akademischen Kreisen, unsere Nationalsprache als lebende Sprache zu pflegen beginnen. Es sei bei dieser Gelegenheit erwähnt, daß das Deutsche Landeskomitee unserer Organisation (Adresse: Prof. Dr. E. Mittwoch, Berlin NW., Kirchstr. 23), welches eine Reihe von hebräischen Sprachkursen in Berlin und andern Orten ins Leben gerufen hat, bereit ist, allen dafür sich interessierenden Kreisen jedwede Förderung zuteil werden zu lassen, sei es auf organisatorischem Gebiete, sei es durch Vermittlung von Lehrkräften und Unterrichtsmethoden. In Rußland hat die „Histadruth** inzwischen eine weitere Konsolidierung erfahren. Infolge einer vor einigen Monaten dort stattgehabten Landeskonferenz, an der sich die namhaftesten Führer der hebräischen Bewegung und der hebräischen Literatur beteiligten und in der die nationaljüdischen Kulturprobleme der Gegenwart im Anschluß an ein großzügiges Referat des bedeutendsten hebräischen Dichters Ch. N. Bialik in eingehender Weise beleuchtet wurden, — sowie durch die auf jener Konferenz erfolgte Begründung eines besondern Landeskornitees für Rußland, wird dort die hebräische Arbeit weiter ausgestaltet und einheitlicher geleitet. Die allgemeine Aufwärtsbewegung in der hebräischen Welt offenbart sich daneben in einer gesteigerten Produktion auf dem Gebiete des hebräischen Zeitungs- und Büchermarktes. Einige Verlagsinstitute sind jetzt neubegründet worden, so der von M. Ussischkin, Ch. N. Bialik und I. Ch.^Ra wnitzky geleitete Verlag „Turgmon", der speziell hebräische Übersetzungen von guten Jugendschriften herauszugeben beginnt (Adresse: M. Ussischkin, Odessa, Chersonskaja 46, für „Turgmon"). Ferner der Verlag „Jawne" zur Herausgabe von ausgewählten Schriften hebräischer Autoren (Adresse: Dr. J. Sapir, für „Jawne", Odessa); sowie der Verlag „Misrach urnaarow", der seine Tätigkeit mit einer hebräischen Tolstoi-Ausgabe beginnt (Adresse: Redaktion „Haolam", für „Misrach urnaarow", Wilna, Soldatskaja 3). Zugleich damit sind verschiedene Schritte getan worden, um das auf Initiative unserer Organisation in Angriff genommene hebräische Verlagsinstitut „T'chia" weiterzubringen und seiner Begründung näher zu führen, worüber wir noch in einer besondern Publikation nähere Mitteilungen machen werden. Von den neuen hebräischen Preßorganen seien außer der wieder erscheinenden, von N. Sokolow redigierten Tageszeitung „Hazefirah" (Warschau, Panska 38), die illustrierten Jugendorgane „Haschachar" und „Hajarden" in Warschau und „Moledeth" in Jaffa hervorgehoben. Gerade das Auftauchen einer Anzahl neuer Jugendorgane zeugt vom wachsenden Interesse, das dem hebräischen Erziehungswesen zugewendet wird. Eine der wichtigsten Aufgaben wird es dabei sein, die gegenwärtige Lage des hebräischen Erziehungsgebietes in den verschiedenen Ländern auf Grund genauen Tatsachenmaterials kennen zu lernen. Den ersten Schritt zur Erreichung dieses engern Zieles macht jetzt die „Histadruth", indem sie eine darauf bezügliche Enquete veranstaltet, deren Ergebnisse als Grundlage dienen sollen für die Beratungen des kommenden hebräischen Kulturkongresses über diese Frage und im Anschluß daran für die Ausarbeitung eines innerlich einheitlichen, den Verhältnissen in den einzelnen Ländern angepaßten umfassenden hebräischen Schul- und Erziehungsprogranims. Ausgehend vom Gesichtspunkte, daß beim Ausbau des hebräischen Erziehungswesens vor allem an die Schaffung von hebräischen Kindergärten geschritten werden muß, welche die erste Grundlage für unsere gesamte nationale Jugenderziehung zu bilden berufen sind, geben wir jetzt eine von einem pädagogischen Fachmann stammende längere Abhandlung als besondere Broschüre heraus, in der die Bedeutung von hebräischen Kindergärten eingehend beleuchtet wird. Die innere Einrichtung von hebräischen Kindergärten behandelt ein vor kurzem im Verlag „Tuschia" Warschau erschienenes Buch „Ginatenu". Besondere Erwähnung verdient hierbei, daß in Warschau zwei Kurse zur Ausbildung von hebräischen Kindergärtnerinnen bestehen, und daß das Odessaer Palästinakomitee zum Andenken Lewinskys in Jaffa ein hebräisches Kindergärtnerinnen-Seminar begründen will, — ein Unternehmen, dessen Förderung allen Freunden der nationaljüdischen Erziehung nahe am Herzen liegen sollte. Vor kurzem fand in Berlin eine längere Beratung des Zentralkomitees der „Histadruth" statt, an der auch einige auswärtige Komiteemitglieder teilnahmen. Die gegenwärtige Lage der Organisation in den verschiedenen Ländern wurde eingehend besprochen, wobei ein wachsender Einfluß derselben auf die Förderung der hebräischen Betätigung konstatiert werden konnte. Sodann wurden verschiedene auf die künftige Gestaltung der Organisationsarbeit bezügliche Beschlüsse gefaßt. Unter anderm wurde auch beschlossen, anläßlich des nächsten Zionistenkongresses in Basel, wo zahlreiche nationaljüdische Kräfte zusammenkommen werden, eine größere Agitation für die auf die Neubelebung der hebräischen Sprache gerichteten Bestrebungen zu veranstalten. Deutschland Königshütte. Am 13. d. Mts. fand die letzte Versammlung der Zionistischen Frauengruppe in diesem Winterhalbjahr statt, welche eine starke Beteiligung hiesiger und auswärtiger Mitglieder