Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 24 (16.6.1911)
- Date
- 1911-06-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3315709-3316458-3316485--54648-3348444- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DIE1*£ ELT 563 No. 24 Als Zweck der Zionistischen „Misrachiw-Weltföderation bezeichnet der Vorsitzende die Aufgabe, an der Durchführung des Baseier Programms mitzuwirken, jedoch darüber zu wachen, daß bei dessen Durchführung das jüdisch-traditionelle Religionsgesetz innerhalb der zionistischen Organisation respektiert und nicht verletzt werde. In das Landeskomitee für Ungarn wurden die Herren L. Lebowitsch, P. Weißbraun, B. Schlanger, Professor Bokor und Ph. Mayer gewählt. Von wesentlichen Beschlüssen erwähnen wir die Fortsetzung der bereits begonnenen Sammlung eines fColonialfonds zur Ansiedlung gesetzestreuer Kolonisten in Erez Jisroel, die wirksame Unterstützung der gesetzestreuen Tachkemoni-Schule in Jaffa und die Einleitung einer Aktion, um die Häuser in der unmittelbaren Nähe der „Kosel hamaarowi" anzukaufen, den Vorplatz vor derselben zu reinigen und zu erweitern, um dem heiligen Platze die ihm entsprechende Reinlichkeit zu geben und die Besucher vor Belästigungen zu schützen. Gesinnungsgenossen! Obwohl wir bereits seit mehreren Wochen eine umfassende Aktion für eine möglichst große Verbreitung der Kongreßausgabe der „Welt44 eingeleitet und bei einer Anzahl von Vereinen und Vertrauensmännern auch die notige Unterstützung bei unserer Werbearbeit gefunden haben, müssen wir konstatieren, daß der größere Teil unserer Organisation bisher noch nichts für diese eminent wichtige propagandische Aktion unternommen hat. — Wir appellieren daher an die gesinnungsgenössische Pflicht aller Zionisten, die Zeit von jetzt bis zum Kongreß zu einer intensiven Propaganda für die Verbreitung der Kongreßausgabe der „Welt** auszunutzen. Jeder Zionist muß die Kongreßausgabe der ,,Welt" abonnieren und keiner möge es unterlassen, in seinem Kreise für deren Verbreitung zu wirken. '•k Die Kongreßausgabe der „Welt" wird insgesamt fünf Nummern umfassen. Der Bezugspreis beträgt: Für Deutschland ...........1.70 Mark, Österreich =Ungarn .......2.— Kronen, „ Rußland..............1.— Rubel, „ Großbritannien .........2 2 Shill., „ Holland...............1.20 Hfl., „ Vereinigte Staaten.......0.50 Dollar, „ alle übrigen Länder......2.50 Francs. Bestellungen werden nur gegen Voreinsendung des Betrags bzw. Nachnahme entgegengenommen. Der Bezugs« preis kann auch in Briefmarken eines jeden beliebigen Landes entrichtet werden. Gesinnungsgenossen, welche größere Aktionen zur Gewinnung von Abonnenten für die Kongreßausgabe der „Welt" zu unternehmen beabsichtigen, erhalten von uns die nötigen Drucksachen (Prospekte, Bestellkarten, Erlagscheine und Plakate) kostenlos in beliebiger Anzahl geliefert. Auf zahlreiche Anfragen teilen wir nochmals mit, daß die ständigen und alle neu eintretenden Abonnenten, die mit der Einzahlung des Bezugspreises nicht im Rückstände sind, selbstverständlich Anspruch auf die kostenlose Lieferung der Kongreßausgabe haben. Bei dieser Gelegenheit ersuchen wir alle jene Abonnenten deren Bezugszeit am 30. Juni 1911 abläuft, um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements. Verlag „DIE WELT" Köln a. Rh., Karolingerring 31. Deutschland Darmstadt. Am Schabuothfeste fand bei einem Mitglied der hiesigen zionistischen Ortsgruppe, Herrn Rosenstock, zu Ehre des Festes und anläßlich des bevorstehenden Kongresses, eine zahlreich besuchte Versammlung statt. Herr Silberdig sprach über den X. Kongreß. An den Vortrag schloß sich eine Diskussion. Halle a. S. Für den zweiten Pfingstfeiertag hatte der hiesige „Jüdisch-Akademische Verein" (in welchem die jüdisch national empfindenden, meist aus Rußland stammenden Studenten organisiert sind) seinen Leipziger Bruderverein, den „Verein für jüdische Kultur" bei sich zu Gaste geladen. Nach Absolvierung eines abwechslungsreichen Tagesprogramms fand am Abend eine Veranstaltung statt, zu der auch einzelne deutsche Zionisten sich eingefunden hatten. Die Diskussion, die das Kulturproblem betraf, war außerordentlich lebhaft und anregend. Österreich Karlsbad. Die zionistischen Kurgäste treffen sich jeden Mittwoch um 1II29 Uhr abends im Restaurant Kirsch» Haus Linkoln, Egerstraße. Die Wahlen in Bulgarien Großes Aufsehen erregt in Sofia der Beschluß der nationalen Partei, deren Haupt Ministerpräsident Geschow selbst ist, als Vertreter der bulgarischen Juden für die große Nationalversammlung unsern Gesinnungsgenossen Herrn Apotheker Chaim AronFarchi aufzustellen. Von gegnerischer Seite sind ungeheure Anstrengungen gemacht worden, eine zionistische Kandidatur zu hintertreiben. Herr Karl Herbst wird wahrscheinlich von der Zankowistenpartei in Rustschuk aufgestellt werden. Palästina Der Überfall in Phule Wir haben bereits über die Schlägerei berichtet, die in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai zwischen dem Wächter Igael in Phule und einigen Fellachen aus dem benachbarten Solem entstand. Da zahlreiche europäische Blätter die verhältnismäßig harmlose Angelegenheit -in völlig übertriebener Weise dargestellt haben und sogar schon von Pogromen in jüdischen Kolonien sprachen, so wollen wir feststellen, daß es sich bei der ganzen Affäre um eine vollständig bedeutungslose Rauferei handelt, wie sie sich nicht nur im Orient, sondern sogar in Europa fast alltäglich ereignen kann. Die Fellachen wollten Igael sein Reitpferd stehlen. Als er dies verhinderte, schössen sie auf ihn. Es kam zu einer lärmenden Szene, die erst endete, als einer der Fellachen durcli einen Schuf3 getötet wurde. Am folgenden Tage erschienen die Freunde und Verwandten des getöteten Arabers vor Phule, führten zwei Pferde weg und richteten auf den Feldern einigen Schaden an. Nach den letzten uns zugehenden Nachrichten steht die Freilassung der verhafteten jüdischen Arbeiter bevor. Nur Igael, dessen Notwehr erwiesen ist, bleibt in Haft und wird sich vor Gericht zu verantworten haben. Aus dieser Darstellung ergibt sich, daß kein Anlaß zu irgendwelcher Beunruhigung vorliegt. Wir möchten der uns nahestehenden Presse ein für allemale nahelegen, die Tatarennachrichten der Tagespresse nicht so ohne weiteres zu übernehmen. Es sollte doch unserer Presse bekannt sein, daß derartige Meldungen aus dem Orient nur mit der größten Vorsicht aufzunehmen sind. Vom Jaffaer hebräischen Gymnasium Die diesjährige Generalversammlungdes hebräischen Gymnasiums in Jaffa findet am 5. Tamus (1. Juli) statt. Die auswärtigen Mitglieder, die persönlich an der Generalversammlung nicht teilnehmen können und die sich vertreten lassen wollen, wollen ihre bezüglichen Vollmachtsschreiben rechtzeitig den in Jaffa wohnenden Mitgliedern zukommen lassen.