Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 20 (19.5.1911)
- Date
- 1911-05-19
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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470 DIE^ELT No. 20' Über Heufieber In der kommenden Grasblüte, der Zeit des Heufiebers, wird es bei der großen Ausdehnung, die diese Krankheit besonders unter den Intelligenteren in den letzten Jahren angenommen hat, für unsere Leser von Interesse sein, etwas über die neuere Behandlungsmethode dieses eigenartigen Leidens zu erfahren. Die Frage nach der Ursache des Heufiebers war lange umstritten, doch darf heute als fest- -tehend angenommen werden, daß sie im Blütenstaub gewisser Pflanzen, besonders der Grasarten, zu suchen ist und zwar ist es weniger der direkte mechanische Reiz der spitzen Haftorgane der Pollen auf die Schleimhäute, als vielmehr ein darin enthaltener Eiweißstoff, der in dem individuell dazu disponierten Heufieberkranken eine spezifizierte Reizbarkeit der Zellen und der Nervenendigungen hervorruft. Während früher Heufieberkranke zu betäubenden Mitteln, wie Cocain und Morphium griffen, um den quälenden Juck- und Nießreiz aufzuheben, steht jetzt in dem völlig ungiftigen Anaestheticum Dr. Ritsert (Frankfurt f. M.}, das in Form einer Creme (Rhinoculin-Creme) gegen Heufieber angewandt wird, ein Mittel zur Verfügung, das ganz ebenso wie Cocain wirkt, ohne irgendwelche schädlichen Eigenschaften zu besitzen. Rhinoculin hat nach den jährlichen "Umfragen des Heulieberhundes bei seinen Mitgliedern ergeben, daß bis 72"/<i der Angefragten völligen Erfolg und ltn n teilweisen Erfolg bei Anwendung des Rhinoculin r-rzielten, während nur li"/n keinen Erfolg bemerken konnten. Wie großer Beliebtheit sich diese neue Methode auch in rztekreisen erfreut, zeigt ein Aufsatz von Dr. med O. Mager (Medico Nr. 28. lflOS), worin es heißt: „Ich kann sagen, datf ich mit diesem Mittel iRhinoculirn in der Hand der Heuschnupfenplage ruhig entgegensehe, Jüdischer Ucrlai, G.m.ft.11., Köln a. Rh. 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