Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 19 (12.5.1911)
- Date
- 1911-05-12
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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JIDDISCHER nATIOnAL-FOtiPS^S Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina G-rund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes eu erwerben. Vom V. Zionist enkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von über zwei Millionen Mark errächt MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Eine Landspende von 40 000 Mark*) Anläßlich der Jahreskonferenz der Federation of Zionist Societies of Canada Ende Dezember v.J. hielt der Präsident Herr Clarence J. de Sola wie erinnerlich eine bedeutsame Rede, in der er unter anderm für die Schaffung einer canadischen Kolonie in Palästina plädierte. Die Ansprache machte einen so tiefen Eindruck auf die Zuhörer, daß während der Tagung eine Summe von 12 000 Mark für diesen Zweck gezeichnet wurde. Die Federation hat, nachdem sie mit dem Hauptbureau des Nationalfonds über diese Angelegenheit verhandelte, nunmehr beschlossen, einen Betrag von 40 000 Mark für die Landspende aufzubringen und sie dem X. F. unter einigen Bedingungen zu überweisen, die in einem langem Briefe, den wir nachstehend auszugsweise wiedergeben, genau präzisiert sind: 1. Die Zionisten in Canada beabsichtigen 40 000 Mark zum Zwecke des Ankaufs von 1000 Dunam Land in .Palästina zu sammeln. 2. Das Land soll durch den Nationalfonds gekauft werden. 3. Das erworbene Land soll den Namen der Federation of Zionist Societies of Canada tragen. Außerdem soll jeder Dunam Land den Namen des betreffenden Spenders tragen, um dadurch dem Spender anzudeuten, daß dieses Land aus seiner Spende angekauft worden ist. Der Xationalfonds soll die Arerwaltung des Landes kontrollieren und darauf die ihm geeignet erscheinenden Kolonisten ansiedeln. Das Land soll jedoch nicht für städtische Bebauung, sondern für landwirtschaftliche Siedlungen bestimmt werden. Die Kolonisten können Angehörige irgendeines Landes sein; doch sollen canadische Juden den Vorzug vor Kolonisten aus andern Ländern haben, falls Reflektanten zurzeit des Beginns der Kolonisation vorhanden sein sollten. Doch ist darauf weiter keine Rücksicht zu nehmen, wenn zurzeit der Inangriffnahme der Kolonisation Gesuche von canadischen Juden nicht vorliegen. Nur ist die Federation vom Beginne der Arbeit jeweilig zu verständigen für den Fall, daß canadische Juden beabsichtigen, nach Palästina zu gehen. 4. Die Federation wünscht, daß das zu kaufende Land ganz zusammenhängend oder, falls dies nicht möglich sein sollte, in großen Stücken möglichst nahe beisammen gelegen ist. 5. Die Federation wird von Zeit zu Zeit größere Summen, wahrscheinlich je 4000 Mark übermitteln, bis die Gesamtsumme von 40 000 Mark vollständig ist. Sie glaubt, daß sie diese Summe in nicht zu langer Zeit .aufbringen wird, da allein 12000Mark auf ihrer Jahreskonferenz sofort von den Anwesenden gezeichnet wurden. Der Zwreck des Planes ist, die neugegründete Landspende zu fördern. Die Federation hofft, daß andere Organisationen ihrem Beispiel folgen werden. * Das Hauptbureau hat diese Stiftung der canadischen Federation zugunsten der Landspende unter den genannten Bedingungen gern angenommen. Unsern Gesinnungsgenossen in Canada und besonders dem Initiator dieser Idee, Herrn Clarence de Sola, sprechen wir unsern herzlichsten Dank aus und wollen mit ihnen hoffen, daß recht viele jüdische Organisationen und Vereine dem schönen Beispiel von Canada folgen werden. Eine testamentarische Schenkung*) Aus Rußland erhielten wir die Nachricht, daß Frau Ziwa Wodonosowa aus Petersburg den Jüdischen Nationalfonds testamentarisch zu ihrem Universalerben bestimmt hat, und nun nach ihrem vor kurzer Zeit erfolgten Tode ist die Summe von zirka 10000 Mark dem N. F. überwiesen worden. Bei den häufigen Störungen, denen die Arbeit für den N. F. gerade in diesem Jahre in Rußland ausgesetzt ist und von denen wir einen Rückgang unserer Gesamteinnahmen befürchteten, ruft eine solche Nachricht doppelte Genugtuung hervor. Abgesehen aber von der materiellen Förderung des N. F. beweist uns diese Schenkung auch von neuem; daß unser Fonds ein wahrer Volksschatz geworden ist, der nicht nur dem Volke gehört, sondern von ihm auch als ein heiliges Gut geachtet wird, zu dem jeder nach seinen Kräften beisteuert, und dessen viele in ernster Stunde gedenken. Mit besonderer Genugtuung erfüllt es uns, daß es in diesem Falle wieder eine Frau gewesen ist, die fast ihren ganzen Besitz zum Wohle des jüdischen Volkes gespendet hat. Nach der Stiftung der Frau Klur in Odessa und einer Gesinntingsgenossin in Singapore hat nunmehr wieder Frau Wodonosowa gezeigt, daß die Liebe zum Volke und zu seinem alten Lande in den Herzen unserer jüdischen Frauen noch immer lebendig ist. Ihr edles Beispiel wird hoffentlich bei unseren Freunden gebührende Anerkennung und häufige Nachahmung finden; unter allen Freunden des Jüdischen Nationalfonds wird ihr Andenken stets in Ehren gehalten werden. *) Hierzu siehe den Spendenausweis Canada. *) Hierzu siehe den Spendenausweis Rußland.