Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 21 (26.5.1911)
- Date
- 1911-05-26
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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494 DIEl^ELT No. 21 No. 21 Bekanntmachung der am Sonnabend den 17. Juni 1911, um 8V2 Uhr abends in den Räumen unseres Bureaus, Bleibtreustraße 34/35, stattfindenden Gesellschafterversammlung mit folgender Tagesordnung: Verlegung des Sitzes der Gesellschaft von Berlin nach Charlottenburg. Tiberia Land- und Plantagengesellschaft m. b. H. Der Geschäftsführer A. Awadiowitz. Zu den Wahlen in Österreich Wie uns aus Wien gemeldet wird, hat der Österreichische Ingenieur- und Architektenverein beschlossen, seinen Mitgliedern bei den am 13. Juni stattfindenden aligemeinen Wahlen in den Reichsrat die Unterstützung des in der Leopoldstadt aufgestellten jüdisch-nationalen Kandidaten Ingenieurs Robert Stricker zu empfehlen. In der Bukowina ist die Nominierung des jüdischnationalen Kandidaten für das Radautzer Städtemandat bisher noch nicht endgültig erfolgt. Die Nominierung wird erst in der demnächst stattfindenden Vertrauensmännerversammlung des Wahlkreises erfolgen. Ein Jüdischer Klub in der Bukowina Die neugewählten zehn jüdisch-nationalen Abgeordneten des Bukowinaer Landtages haben die Bildung eines Jüdischen Klubs beschlossen, dem sämtliche Abgeordneten angehören. Deutschland Berlin. Die Organisation für hebräische Sprache und Kultur veranstaltet am Sonnabend den 27. Mai, um 9 Uhr abends, im großen Festsaal des „Tiergartenhofs" (am Bhf. Tiergarten) eine öffent liehe Versammlung mit folgendem Programm: a) Das neue jüdische Leben »in Palästina (Vortrag des Herrn Dr. Mossinsohn-Jaffa). b) Die Renaissance der hebräischen Sprache (Ansprachen der Herren Dr. Schemarja Lewin, Leo Motzkin und anderer Redner), c) Diskussion. Eine neue zionistische Broschüre In der nächsten Woche erscheint eine neue zionistische Broschüre „Die Krisis der jüdischen Jugend Deutschlands" von Hans Goslar-Berlin. Diese Broschüre, die im Auftrage der Zionistischen Vereinigung für Deutschland verfa!3t worden ist, behandelt insbesondere die Kämpfe der letzten Zeit zwischen den zionistischen Jugendorganisationen und den Liberalen und schildert auch die Urnstände, die seinerzeit zur Gründung einer liberalen Jugendorganisation geführt haben. Der Broschüre, die gleichzeitig eine interessante Information über die gegenwärtige Strömung in der jüdischen Jugend Deutschlands darstellt, als auch eine gute zionistische Propagandaschrift ist, ist eine möglichst weite Verbreitung dringend zu wünschen. Es wird gebeten, Bestellungen auf die Broschüre, die mit 30 Pf. pro Exemplar berechnet wird, möglichst umgehend an das Zionistische Zentralbureau, Berlin, oder an den Verlag Louis Lamm, Berlin C, aufzugeben. Vereine erhalten im Sammelbezug gegebenenfalls Ermäßigung. Die Broschüre wird später im Einzelverkauf 50 Pf. pro Exemplar kosten. Die Bezalelausstellung in Straßburg Die vom 30. April bis 5. Mai in Straßburg stattgefundene Bezalelausstellung hat einen über Erwarten guten ideellen wie materiellen Erfolg gehabt. Sie ist ein Beweis, was durch eine geschickte, den lokalen Verhältnissen angepaßte Propaganda selbst im Elsaß zu erreichen ist, wo sich das Interesse der Bevölkerung zumeist auf die politischen Fragen der Reichslande konzentriert. Den Bemühungen des Herrn Prof. Dr. Dreyfus ist es zu danken, daß ein aus den angesehensten jüdischen Familien Straßburgs gebildetes Komitee im Frühjahr einen Garantiefonds von 3000^ aufbrachte, der bei der A. P. C. deponiert wurde. Das äußerst geschmackvolle Arrangement in dem schönen großen Saal des alten Schlosses lag in den Händen der Damen Frau Prof. Dreyfus, Frau Anselme Cahn, Frau Ulli Singer wie der Mitglieder des Stammtischs „Kadimah" im Kartell zionistischer Verbindungen. Der feierlichen offiziellen Eröffnung, bei der Prof. ^Dreyfus die Begrüßungsrede hielt, wohnten mehrere hervorragende Persönlichkeiten bei, so der Oberbürgermeister Dr. Schwander und Oberrabbiner Uri. Einen besonders freundlichen Eindruck machte der Saal durch die liebenswürdigerweise von der Stadt zur Verfügung gestellten Blumen und Palmen. Die schon vorher genannten Damen stellten, ihre ganze Arbeitskraft nicht nur während der mühseligen Vorarbeiten, sondern auch beim Verkauf, den sie gemeinsam mit den Kadimahnern besorgten, in aufopfernder Weise in den Dienst der Sache. Die Ausstellung umfaßte neben den Arbeiten vom Befiel Radierungen von Hermann Struck, Spitzen des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina und Bücher des Jüdischen Verlages. Von den Gegenständen, die einen Gesamtwert von 12000^ präsentierten, wurden für 5000 verkauft, ein recht zufriedenstellendes Ergebnis. Auch in dem nichtjüdischen Publikum war, wie der Besuch der Ausstellung und die Berichte der gesamten hiesigen Presse zeigten, die Aufnahme und das Interesse ein sehr lebhaftes, Österreich Graz. Verbindung „Charitas". Die Chargen wählen ergaben folgendes Resultat: J. N. C. Fritz Hafner (XX X,XX,X,X)X; phil. Leo Spiegel XX,X; arch. Moses Hauser (XX,X)XXX. Von Interesse dürfte es sein, daß die „Charitas" offizielle Turnstunden als Sektion des „Jüd. Turnvereins" Graz einführte. Karlsbad. Die zionistischen Kurgäste treffen sich jeden Mittwoch um 7^9 Uhr abends im Restaurant Kirsch» Haus Linkoln, Egerstraße. Palästina Bau einer Synagoge in Tel-Awiw In dem neuen jüdischen Stadtviertel in Jaffa, Tel-Awiw fand am jüngsten Chol-Hamoed Pessach die feierliche Grundsteinlegung der Synagoge statt. Etwa 1000 Personen hatten sich zu dieser Feier eingefunden. Herr S. D. Levontin, Direktor der A. P. C, null eine Ansprache über die nationale Bedeutung der Synagoge im Judentum. Der hebräische Schriftsteller Mordechai ben Hiilel Hakohen verlas die Bauurkunde, die dann unterhalb des GrunJsteins versenkt wurde. Die eigentliche Grundsteinlegung wurde von dem Oberrabbiner A. J. Kuk und dem Rabbiner der Chassidimgemeinde vollzogen. Eine hierauf vorgenommene Sammlung für den Baufonds der Synagoge ergab ca. 2O0OFrcs. Wasserleitung in der jüdischen Kolonie Ekron Die südwestlich von Ramleh, in der Nähe von Jamnia (dem alten Jabneh) gelegene jüdische Kolonie Ekron, die ca. 300 Seelen zählt, hat seit kurzem eine moderne Wasserleitung, die sämtliche Haushaltungen mit gutem Trinkwasser versorgt. Auch ein öffentlicher Brunnen ist in der Hauptstraße der Kolonie, eingerichtet worden. Unter den Kolonisten herrscht große Freude über die neue, allen Anforderungen genügende Wasserversorgung. Rußland Das Jubiläum von J. L. Perez Der bekannte jüdische Dichter J. L. Perez feierte dieser Tage das Fest seines 60. Geburtstages. (Vgl. unser Feuilleton.) Aus diesem Anlasse gingen dem Jubilar zahlreiche Glückwunschtelegramme und Adressen seitens verschiedener literarischer Gesellschafter! und sonstiger jüdischer Körperschaften, sowie seitens vfeler; hervorragender Männer des öffentlichen jüdischen Lebens in Rul3land zu. Zur Kiewer Ritual mordhetze Einigermaßen beruhigend auf die in steter Angst lebende jüdische Bevölkerung Kiews wirkt ein Artikel der offiziösen Zeitung „Kiewljanin", die trotz ihrer reaktionären und antisemi-