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Die Welt · 1911-04-07 · 14 (7.4.1911) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
14 (7.4.1911)
Date
1911-04-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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einen Abschiedsabend für unsern uns wegen eines unvermeidlichen Domizilwechsels verlassenden Od mannstell Vertreter, Herrn Ing. Bernnard Klein, welcher so recht Zeugnis ablegte von den großen Sympathien, die er sich bei allen hiesigen Gesinnungsgenossen zu erwerben vorstanden hat. Als besondere Ehrung wurde vom Vorstände einhellig sene E nlragung ins Goldene Buch und weiterhin beschlossen, für dieses Vereinsjahr von der Neuwahl eines Obmannstellvertreters abzusehen. Oaya. Der jüngst konstituierte zionistische Mädchenbund Gaya veranstaltete an 18. Marz d. J. ein Purimkränzchen, welches sowohl einen moralischen, als auch finanziellen Erfolg aufwies. Das Reinertrag ns floß dem Bibliothekfonds und dem J. N. F. zum größten Teile zu. Graz. Der angekündigte Vortrag des Präsidenten des westösterreichischen Zentralkomitees, Herrn Adolf Böhm, über d:e P. L. D. C. hat hier am 19. Mär; stattgefunden. Herr Böhm sprach im großen Saale des kaufmännischen Hauses vor einem zum größten Teile aus Nichtzionisten bestehenden Publikum. Seine Rede übte eine tiefe und nachhaltige Wirkung. Jägerndorf. Anläßlich des Pur'mfestes veranstaltete die junge Ortsgruppe „Verein Zion" eine „Parimakademie4' mit folgendem Tanz, die durch ihren zahlreichen Besuch, durch die Wahl der Vorträge und allgemeine freudige Stimmung dem jungen Vereine einen ebenso großen materiellen als moralischen Erfolg brachte. Es würde zu weit führen, die einzelnen Darbietungen musikalisch-dek'amatorischer Art zu berichten, und wir eru ahnen deshalb nur die Mitwirkenden, Herrn Kantor Behr, die Damen Stella Lermer, Hilde Kraus, Frieda Kulka und Lotte Schabranek, die Herren Ernst Mandl und iur. Bruno Singermann, die durch ihre trefflichen Leistungen großen Anteil an dem Gelingen des Festes hatten. Besonderes Lob verdient die Rührigkeit des Ausschusses, an dessen Spitze Herr Emil Katz mit vieler Umsicht und Geschicklichkeit waltete. Lemberg. Makkabäa. Chargenwahlen: cand iur. Chaim Burstin X, stud. iur. Sigmund Schorr XX, cand. iur. Phöbus Rubin feld XXX. — „Emunah." Ch argen wählen : cand. iur. Emanuel Sonne X, stud. iur. Izydor Körner XX, stud. iur. Norbert Schreuzel XXX. Trebitsch. Purim veranstaltete der hiesige jüdische Krankenverein eine Feier, die einen sehr animierten Verlauf nahm und zur Hebung jüdischen Bewußtseins, zur Förderung jüdischer Geselligkeit recht viel beigetragen hat. Nach der Begrüßungsansprache des Obmanns Herr Lehrer J. Koratek, folgte eine geistreiche Festrede unseres Gesinnungsgenossen Rabbiners D. J. Stößler über „Purifn in Leben unl Literatur der Juden". Die Festrede war von lebhaftem Beifall begleitet. Frau Dr. Sabak, Herr Obeikantor Fuchs, Herr O. Fürst trugen durch Gesang, Fräulein Weisi, Wessely, Triescher, Herr L. Müller durch Rezitationen und Fräulein Stern durch Violinsp el ^um Gelingen des Festes bei. De Sammlung für den J. N.-F. ergab ein schönes Resultat, das noch durch einen Ante i am Reinertrag vergrößert wurde. Wien. Vereinigung für hebräische Sprache und Kultur. In der am 16. Mär/ stattgefundenen dritten ordentlichen Generalversammlung wurde fo!gender Ausschuß gewählt: iur. Zwi Diesendruck, Nassi, J. U. C. Jakob Locker, Sgan, M. U. C. Abraham Chalf an, Maskir. Wien. Verbindung „Maccabäa". Chargen wählen: M. U. C. Otto Almoslino X, techn. Alex Kremenezky XX, med. Ernst Spitzer XXX. Schweden Stockholm. Am Sonntag den 19. März d. J. veranstaltete der schwedische Zionistenverein in Stockholm eine Purirnfestlichkeit. Der Verein kann *uch diesmal mit Befriedigung feststellen, daß nicht nur der groß e Teil der Mitglieder, sondern auch zahlreiche Gäste am Feste teilnahmen. Auch die Anmeldung einiger neuer Mitglieder ist zu verzeichnen. Der Vorsitzende cand. Thuritz hielt eine begeisternde Festrede. Dmn trugen die Damen Greta Scheike, D. Levy und die Herren W. Löwenstein und Julius Tarchis Gedichte und Lieder vor. N .ch einer Darbietung des Ballettmeisters Herrn Piatow wurde getanzt. Griechenland Volo. Die hiesige zionistische Vereinigung „Poale Sion" hielt am 18. d. M. im Saa'e des städtischen Konservatoriums ihre erste Soiree ab, deien Reinertrag zionistischen Zwecken gewidmet war. Die sehr gut besuchte Veranstaltung nahm einen überaus stimmungsvollen Verlauf und erwarb unserer Vereinigung viele Sympathien. Demnächst werden wir gemeinsame Ausflüge veranstalten, die zur Hebung der Geselligkeit unter unsern Mitgliedern beitragen werden und bei denen es auch an zionistischen Ansprachen, Sammlungen für zionistische Zwecke usw. nicht fehlen wird. Ägypten Kairo. Hier hat sich unter dem Namen Cercle National, Juif e ne neue jüdisch-nationale Jugendgruppe konstituiert, die bereits 150 Mitglieder aus dem Kreise der Sephardim zählt. Die Gruppe hat sich insbesondere die geistige Hebung der jüdischen Jugend Ägyptens zum Ziele gesetzt. Der Vorstand besteht aus folgenden Herren: J. Caleff, Präsident; stud. jur. Elhadeff, Maurice Nou, Advokat Salvutor Arie, S. Hasamsony, J. Rousso, L. Arias, J. Dayan und stud. iur. E. Ad da, Vorstandsmitglieder. Wiener Brief Von unserm Berichterstatter Jiidischer Nationalverein für Österreich Vor einigen Tagen fand die zahlreich besuchte 4. Generalversammlung des Jüdischen Nationalvereins für Österreich statt. Der Vorsitzende, Obmann Dr. Jakob Ehrlich, hielt seinem verstorbenen Vorgänger, Reichsratsabgeordneten Dr Heinrich Gabel, einen warm empfundenen Nachruf, in welchem er die großen Verdienste des jäh dahingeschiedenen jüdischen Politikerseingehend würdigte und gelobte, daß der Jüdische Nationalerem das Andenken Gabeis stets hochhalten und seinen Intentionen getreu im Dienste des jüdischen Nationalgedankens arbeiten werde. Hierauf erstattete Schriftsteller Dr. Hermann Kadisch ein Referat über die gegenwärtige politische Situation in Österreich. Aus dem vom Schriftführer des Vereins Sitzmann erstatteten Rechenschaftsberichte sei hervorgehoben, daß der jüdische Nationalverein im abgelaufenen Berichts]ihre eine Verdoppelung seiner Mitgliederzahl erzielt hat. Der Verein ist bei allen das jüdische Gesamtinteresse tangierenden Anlässen wirkungsvoll eingetreten. Er hat in Wien und in der Provinz 36 Propagandaversammlungen veranstaltet. Erwähnt seien die große Kundgebung der Jüdischnationalen für die Märzgefallenen, bei welcher die Abgeordneten des Jüdischen Klubs und der ruthenische Abg. Petritzky sprachen. Die Aktionen bei den Gemeinderatswahlen in der innern Stadt, die Unterstützung der zionistischen Opposition in den Kultusgemeindewahlen, das selbstbewußte Auftreten im Landtagswahlkampf in der Leopoldstadt, die Protestversamrri/ung gegen die Beileidskundgebung der Wiener Kultusgemeinde anläßlich des Todts des Bürgermeisters Lueger. Wenn durch die hier geleistete Arbeit auch keine konkreten Erfolge erzielt wurden, so muß unstreitig der Wert dieser Aktionen der Klärungs- und Aufk ärungsarbeit hoch angerechnet werden. Der Vereinsleitung wurde einstimmig das Absolutorium erteilt. In die neue Vereinsleitung wurden durch Wahl berufen die Herren: Dr. Jakob Ehrlich, Hof-und Ger-Advokat, Obmann, Reichsratsabgeordneter Adolf Stand, 1. Obmannstellvertreter, Ingenieur Robert Stricker, 2. 0!>ma inStellvertreter, Leopold Sitzmann, 1. Schriftführer, Alexander Geller, 2. Schri.tführer, Ingenieur Oskar K r a m e r Kassierer, Moses Hammer Kassarevisor, ferner Hof- und üer.-Advokat Alfred Lanzer, Dr. J. H. Korner (Obmann des i. ö. D. K.). Die jüdische Bevölkerung Wiens Nach dem definitiven Ergebnisse der Volks7ählung am 31. Dezember 1910 betrug die Gesamtbevölkerung Wiens 2 031 498 Personen. Hiervon waren 175 318 (gegen das Jahr 1900 + 28 392) Juden. Bezüglich der Gruppierung nach der Umgangssprache gibt das Konskriptionsamt des Wiener Magistrats folgendes an: Es bekannten sich: als deutsch 1726 955, als tschechisch 98 461, als polnisch 4726, rutheniscji 1432, slowenisch 1118, serbokroatisch 377, italienisch 973, rumänisch 123, magyarisch 205 Personen. Addiert man diese Ziffern, so ergibt sich eine Gesamtsumme von 1 839 370. Es fehlen mithin zur Erreichung der Bevölkerungstotale 197 128 Personen, deren Umgangssprache nicht mitgeteilt wird. Rechnet man hiervon die mit 40 318 Personen angegebenen Ausländer (Franzosen, Engländer, Amerikaner usw.) ab, so fehlen noch immer 156810 Personen. Sollten in dieser Ziffer etwa diejenigen verborgen sein, die als ihre Umgangssprache jüdisch angegeben haben? Tatsächlich bemerkt die mit der Durchführung der Volkszählung betraut gewesene Kornmission in ihrem Berichte, daß die Revisoren der Rubrik „Umgangssprache" eine größere Beachtung schenkten! t. Der Fund in Drohobycz Die polnisch-gali zischen Behörden sorgen dafür, daß die Diakussion über ihre Übergriffe und Gewaltakte bei der Volkszählung nicht verstummt. Nach den Erlässen des Statthalters und den «Einschüchterungsversuchen seiner gehorsamen Dtener kamen - die Geld-

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