Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 14 (7.4.1911)
- Date
- 1911-04-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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? No 14 D1E2 Köln a. Rh., Karolingerring 31, mit folgender Tagesordnung stattfinden wird: 1. Entgegennahme des Berichtes des Direktoriums und der Bücherrevisoren und Rechnungsablegung für das Jahr 1^10. 2. Beschlußfassung über Verwendung des Reingewinnes pro 1910. 3. Wahl von Direktoren und Bücherrevisoren. 4. Durchführung der gewöhnlichen Tagesordnung und Eventualia. Statutengemäß müssen Vollmachten behufs Einsetzung von Vertretern auf der Generalversammlung im Gesellschaftsbureau, Brook House, Walbrook, London E. C, vor dem 26. April 1911 deponiert werden. Im Auftrage des Direktoriums H. Neu mann, Sekretär. Brook House, Walbrook, London E. C, den 3. April 1911. Deutschland Berlin. Die Frauenabteilung n des Jüdischen Turnvereins Bar Kochba veranstalteten am 21. März im Restaurant Tiergartenhof eine öffentliche Versammlung, die sich eines guten Besuches zu erfreuen hatte, namentlich aus den Kreisen, auf die ihre Wirkung beabsichtigt war. Die Veranstaltung brachte in die vielen jüdischen Versammlungen der zu Ende gehenden diesjährigen Arbeitsperiode dadurch eine erfrischende Note, daß sie mit turnerischen Vorführungen verbunden war. Fräulein Dr. Grete Ehrenberg gab vom ärztlichen Standpunkt aus ein gehaltvolles Referat über die „Hygienische Bedeutung des Frauenturnens". Dann sprach Frl. ßetti Eger über „Das moderne Turnen der jüdischen Frau". Die beiden Referate wurden durch turnerische Vorführungen einer aus 12 Damen bestehenden Riege des Bar Kochba glänzend illustriert. Zunächst wurde unter Musikbegleitung eine Gruppe von Freiübungen schwedischer Art gezeigt, worauf am Barren geturnt wurde. Breslau. Her hat sich dieser Tage ein Lokalkomitee der Tachkemoni-Schule konstituiert, dem die Herren Rabbiner Dr. Rosenthal. Seminardozent Dr. Braun, Wilhelm Freyhan, Dr. Sandler, Rechtsanwalt Pollak, Heinrich Oschinsky und Max Kober angehören. Den Bemühungen dieses Komitees ist es bereits gelungen, in allen Kreisen unserer Gemeinde für die Tachkemoni- Schule Sympathien zu wecken ur d ihr eine größere Anzahl von beitragleistenden Förderern zuzuführen. Es ist zu erwarten, daß auch in andern größern Gemeinden ähnliche Lokalkomitees ins Leben gerufen werden, um die fortschreitende Entwicklung und den stetigen Ausbau dieser Lehranstalt auf sichere finanzielle Basis zu stellen. Duisburg. Am 28. März sprach Parteisekretär Herr Curt ,Blu menf eldt in einer stark besuchten Versammlung der zionistischen Vereinigung über Judentum und freies Menschentum. Hatte er uns in seinem frühern Vortrag den Zionismus als eine wirtschaftliche Notwendigkeit nahegebracht, so zeigte er ihn nunmehr in geradezu künstlerischer Durchdringung des Problems als Lebens- und Weltanschauung. Der vollendet schöne Vortrag war von mächtiger Wirkung. Frankfurt a. M. Einen würd'gen Abschluß der regen Arbeit, die die hies;ge Zionistische Jugendgruppe in diesem Winter leistete, bildete die Öffentliche Versammlung, die im Saale des Kaufm. Vereins stattfind und zu welcher sich ein ca. 300köpfiges Publikum, vorwiegend junge Leute, eingefunden hatte. In den einleitenden Worten wies der Vorsitzende L. Perlmutter die Aktualität der Judenfrage an Tagesereignissen nach, forderte die Stellungnahme der Judenheit zur Judenfrage, deren Lösung der Z onismus erstrebe. Hierauf nahm Fräulein Nanny Auerbach aus Köln das Wort zu ihrem Vortrage „Freies junges Judentum". In überaus fesselnder, formvollendeter Weise gab die jugendliche Rednerin ein Bild vom .Werdegange eines jungen jüdischen Menschen der Gegenwart und (zeigte, wie die feinsten und modernste i Regungen desselben, die der Freiheit und Jugend, ihn zum Judentum führen müßten, indem sie ein getreues Abbild der Entwicklung Theodor Herzls zum Zionismus entwarf, die in dieser Hinsicht als typisch gelten könne. Ihren Ausführungen folgte stürmischer Beifall., In einem kurzen, gehaltvollen Korreferat führte Herr Robert Nußbaum aus, welche Stellung die jüdische Jugend innnerhalb des Judentums einzunehmen h^ß, und ging äiif einzelne Anregungen der Referentin ein, zu S&ELT 313 welchen er wertvolle Ergänzungen gab. Auch seine Darlegungen fanden Anklang. Nach einer kurzen Diskussion forderte der Vorsitzende zum Anschlüsse an die Jugendgruppe auf, welchem Appell 22 junge Leute folgten. Es wurde zionistische Literatur verkauft und zwei Ölbäume auf den Namen der Rednerin gesammelt. „Jung Israel"*) Wenn ich an das freudige Aufjubeln denke, mit dem meine Kinder jedesmal ein neues Heft dieser seit einem halben Jahre erscheinenden jüdischen Halbmonatsschrift begrüßen, so habe ich eigentlich mein Urteil über „Jung Israel" schon abgegeben. Aber auch dem objektiven und kritischen Beurteiler wird sich beim Durchblättern dieser Jugendzeitschrift die Überzeugung aufdrängen, daß mit der Herausgabe von „Jung Israel" etwas geschaffen worden ist, wofür alle, denen die'Fragen der Erziehung unserer Jugend als die wichtigsten unserer volkspädagogischen Aufgaben erscheinen, den Herausgebern von Herzen dankbar sind. Wohl darf man den erzieherischen Wert jeder Lektüre nicht zu sehr überschätzen, denn sie kann immer nur eines der vielen Mittel sein, mit denen auf Geist und Gemüt des Kindes eingewirkt wird. Aber bei dem Bestreben anderer Gruppen und Strömungen innerhalb des Judentums, durch eine sehr ausgedehnte Buch- und Zeitschriftenliteratur die jüdische Jugend in ihrem Sinne zu beeinflussen, ist es für das nationalfühlende Judentum von großer Wichtigkeit, auch in dieser Beziehung nicht zurückzubleiben. Als ein erfreuliches Symptom für die Erkenntnis dieser Notwendigkeit in den letzten Jahren können wir die Neugründung von Jugendzeitschriften in verschiedenen Ländern und verschiedenen Sprachen, darunter auch, was wohl am erfreulichsten ist, in hebräischer Sprache, konstatieren. Die uns vorliegenden 13 Hefte von „Jung Israel" enthalten eine solche Fülle schöner und wirkungsvoller Beiträge, daß, wenn sie auch nur zum Teil in die Köpfe und Herzen unserer Kinder dringen, das jüdische Empfinden und Selbstbewußtsein unserer herangewachsenen Jugend tiefe Wurzeln fassen muß. Unsere besten Köpfe haben — die Bedeutung einer solchen Jugendzeitschrift erkennend — sich freudig in den Dienst der Sache gestellt, und der gediegene Inhalt der bisher erschienenen Nummern legt hiervon das schönste Zeugnis ab. Deshalb werden alle, denen die Wahrheit der pädagogischen Forderung einleuchtet, daß für die Jugend das Beste gut genug ist, das Erscheinen der neuen Jugendzeitschrift „Jung Israel" mit Freude begrüßt haben und es als ihre Pflicht ansehen, sie nach Kräften zu fördern. A. P. Österreich Aussig. Am 25. März veranstaltete der Jüdische Volksverein „Theodor Herzl", Aussig, unter Mitwirkung des Kartells Prager jüdisch-nationaler Verbindungen im Hotel „Weißes Rößl" anläßlich des Purimfestes einen „Bunten Abend*' mit anschließendem Tanzkränzchen. Wir können sto'z darauf sein, mit unserm ersten Hinaustreten in die Öffentlichkeit einen so durchschlagenden Erfolg erzielt zu haben. Das außerordentlich zahlreich erschienene Publikum spendete den Darbietungen reichen Beifall. Der von Herrn Dr. jur. Hermann Schneider (Barissia) verfaßte und mit echter Begeisterung vorgetragene Prolog hatte eine zündende Wirkung und die Damen Frl. Mila Brock und Frl. Irma Bäuml, sowie Herr Ernst Laufer erfreuten die Zuhörer durch ihre tretflich zu Gehör gebrachten Lieder und Duette (am Klavier Frl. Irma De utsch resp. Herr Ernst Qrzy b). Die Herren med. Franz Eckstein (Barissia), Ernst Qibian und Richard Bäuml holten sich mit ihren teils ernsten, teils heitern Rezitationen (Beda, Rideamus usw.) reichen Applaus, welcher sich auch bei den nun folgenden Klavier- und Violinvorträgen der Herren Fischer und Bauer aus Teplitz und den Liedervorträgen des Opernbaritons unseres Stadttheaters, H^rrn Bernhard Landberg, stürmisch äußerte. Herr Oberkantor Arnold Friedmann trug mit seinem glänzenden Tenor mit reichem Beifall aufgenommene italienische Romanzen vor. Der sich nun anschließende Tanz mit darauf folgender Damenkneipe, welche von den ßarissen geleitet wurde, vereinigte jung und alt in fröhlicher Runde bis in die frühesten Morgenstunden. Am 27. März veranstaltete unser Verein *) Jung Israel, Illustrierte Halbmonatsschrift für die jüdische Jugend. Abonnementspreis M. 1.— pro Quartal. Verlag Jüdische Rundschau, Charlottenburg, Bleibtreustraße 49.