Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 15 (1911)
- Issue
- 11 (17.3.1911)
- Date
- 1911-03-17
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Die AUiance und die Falaschas Vor einigen Wochen hielt in Zürich vor einem vieihundertköpfigen Publikum im großen Saale des Volkshauses Herr Dr. Faitlovitch aus Paris einen Vortrag mit Lichtbildern über seine beiden Expeditionen zu den Falaschas nach Abessinien. Nach Schluß des mit großem Beifall aufgenommenen Vortrages ereignete sich ein vielbeachteter Zwischenfall. Herr Fritz Moos-Kaufmann stellte an den Referenten die Frage nach der Stellungnahme der Alliance Israelite zur Entdeckung der Falaschas. Darauf erwiderte der Vortragende, er müsse, da die Frage einmal gestellt sei, dieselbe auch in aller Offenheit beantworten. Es sei ihm gelungen, von der Ica einen Beitrag von 10000 Francs für die Förderung der Falaschas zu erlangen. Dieser Betrag sei der Alliance in Paris zur Auszahlung überwiesen worden. Allein diese verweigerte die Auszahlung. Einer der Pariser Direktoren der Alliance habe bei dieser Gelegenheit zu ihm gesagt, die Alliance hätte übergenug an den vorhandenen Juden, und man wünsche nicht, die Zahl derselben noch durch die Falaschas vermehrt zu sehen. — Unter dem Einfluß dieser Auffassung sei dann Rabbi Haim Nahum, der gegenwärtige Chachambaschi der türkischen Juden, nach Abessinien gesandt worden, der in den zwei Monaten seiner Reise das Land kaum durchstreift haben kann, wobei die Möglichkeit eines Studiums der Lage der Falaschas ausgeschlossen gewesen sei. Diese Mitteilungen des Herrn Dr. Faitlovitch riefen b&i dem zahlreichen Publikum große Bewegung und lebhaften Unwillen hervor. Das Aufenthaltsrecht der ausländischen Juden in Ostpreußen Mit Bezug auf die in Nr. 7 der „N. J. K." besprochene Verfügung des Oberpräsidenten von Ostpreußen wird der „N. J. K." aus Königsberg noch folgendes mitgeteilt: Neuerdings müssen auch österreichische Juden (Galizier) die sich hier niederlassen wollen, eine schriftliche Erklärung abgeben, daß sie hier keine Familie gründen werden, beziehungsweise wenn sie verheiratet sind, daß ihre Söhne bei Erreichung des neunten Lebensjahres das preußische Staatsgebiet verlassen werden. Einem Herrn B. aus Galizien, der Kinder hat, wurde jüngst nur unter dieser Bedingung die Aufenthaltsgenehmigung erteilt, desgleichen zwei unverheirateten jungen Leuten, österreichischer Staatszugehörigkeit. Schluß des redaktionellen Teiles Bei der Jüdischen Kolonialbank in London sind eingegangen: Für die Tachkemonischule in Jaffa: Per Federation of American Zionists, New York .... Doli. 4.— Für den Bezalel: Durch die russische Sammelstelle in Moskau......RbL 1.— Von Herrn Meyer Frenk, Zawierzie...........M 8.— Für das Mikrobiologische Institut: Durch die russische Sammelstelle in Moskau......RbL 6.— GESCHÄFTLICHE NACHRICHTEN W. 415, Für einen patentierten hygienischen Seifenspender, der bereits in einigen Ländern gut eingeführt ist, werden tüchtige Vertreter in allen Staaten gesucht. W. 417. Vertretungen leistungsfähiger Häuser für Exportartikel nach Amerika werden von einem gut eingeführten Hause in New York verlangt. W. 418. Agiler junger Mann mit einigem Kapital findet jetzt glänzende Gelegenheit zur Ansiedlung in Palästina. W. 419. Einkäufe für Oberseer übernimmt speziell für email. Geschirre, Eisenwaren, Glas, Porzellan, illustr. Postkarten, Leder, künstliche Blumen, Modewaren, Konfektion, Manufaktur-, Textil-, Spiel-, Schreib- und Galanteriewaren unter kulanten Bedingungen Firma in Süddeutschland. W 420. 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