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Die Welt · 1911-03-17 · 11 (17.3.1911) · page 6

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
11 (17.3.1911)
Date
1911-03-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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240 ü>IE3qXELT No. 11 Weg insofern Bedenken hat, als nach ihrer Meinung jede der Deckung unserer laufenden Ausgaben dienende Belastung der Institutionen — sowohl des J. C T. wie des Nationalfonds — im Interesse der Popularität der Bewegung tunlichst vermieden werden soll, und sie hat ihre Vorschläge für die zukünftige Gestaltung des Budgets dementsprechend eingerichtet. Im vorliegenden Fall ist jedoch ein anderer Weg nicht ausfindig zu machen. Eine ernstliche Schädigung der Bank ist mit diesem Modus nicht verbunden. Die Ansammlung rückständiger Dividenden in solchen Beträgen kommt bei keinem andern Bankinstitut vor. So wünschenswert die Stärkung unserer stillen Bankreserven auch ist, so steht ein banktechnisches Bedenken jedenfalls nicht im Wege, und die Aktionäre besitzen keinen rechtlichen oder moralischen Anspruch auf diese röckständigen und für verfallen erklärten Dividenden. Die praktische Durchführung dieses Vorschlages bietet keine Schwierigkeiten. Die Aufnahme der Bestimmung, daß die Dividenden nach vier Jahren verfallen sollen, ist zulässig, und zwar auch für die alten Dividenden. Es bedarf zur Statutenänderung in diesem Sinne nur einer sog. Spezialresolution, die in zwei Generalversammlungen eingenommen werden muß, von denen die zweite mindestens 14 Tage und höchstens einen Monat später als die erste stattzufinden hat. In der ersten Generalversammlung ist Dreiviertelmajorität, in der zweiten einfache Majorität erforderlich. II. Das Normalbudget Bezüglich der künftigen Gestaltung des Budgets hat die Kommission festgestellt, daß einschließlich der Kosten für die Presse, aber abzüglich derjenigen im jetzigen Budget aufgeführten Posten, die dem A. C. von den Institutionen vergütet werden, ein regelmäßiger Jahresbedarf von mindestens 150000 M zu decken sein wird. 1. Schekel: Die Schekeleingänge der letzten Jahre berechtigen zu der Annahme, daß an Schekeln im Jahresdurchschnitt 90000 M eingehen werden, von denen bisher 68O0O M an die Zentrale abgeführt wurden. eingegangen: abgeführt: 1907/08: 76583.52 M 56352.63 M 190809: 106224.28 „ 79936.05 „ zusammen: 182807.80 M 136288.68 M Jahresdurchschnitt: 91403.90 „ 68144.34 „ Zwischen den eingegangenen und den abgeführten Beträgen besteht somit die sehr" erhebliche Differenz von jährlich 23000 M. Die Kommission ist der Ansicht, daß als erster Schritt zur Sanierung der Finanzen die Abführung des Schekel in vollerHöhe ohne Abzüge durchgeführt werden muß. Dies entspricht durchaus der ursprünglichen Bestimmung des Schekels, und es wird dieser Modus bereits in einer Reihe von Landsmannschaften beobachtet. Die Kommission glaubt, an dieser Bestimmung insbesondere deshalb festhalten zu sollen, weil bei straffer Durchführung derselben in Verbindung mit den weiter unten gemachten Vorschlägen eine Erhöhung des Schekels vermieden werden kann. Rechnet man demgemäß mit einem jährlichen Schekeleingang von 90000 M, so bleiben weitere 60000 M ungedeckt. Mit einer erheblichen Zunahme der Schekel darf man bei der Aufstellung eines Budgets nicht rechnen. Sollte sie eintreten, so werden sich die Ausgaben für organisatorische und agitatorische Maßnahmen ebenfalls so steigern, daß wir auch für unser Budget mit 60000 M Defizit zu rechnen haben, dessen Deckung bewirkt werden muß. Hierfür sind folgende Vorschläge gemacht worden: a) Besteuerung des J. N. F., b) Besteuerung der Bank, resp. Überweisung von 10 % des Reingewinns an den Aufsichtsrat, c) Besteuerung aller Sammlungen, d) Erhöhung des Schekels, e) Überweisung der Erträgnisse der N. F.-Marken an das |A. C, f) Einführung eines Zentralfonds, g) Überweisung der verjährten und für verfallen erklärten Dividenden des J. C. T., h) Veranstaltung einer Lotterie, i) Übernahme unserer Presseinstitutionen durch den J. C. T. 2. Besteuerung des N. F. und der Bank: Gegen die Besteuerung des N. F. und der Bank sprechen schwerwiegende Bedenken. Die Bank und insbesondere der N. F. sind ihrem Charakter nach populäre Institutionen, die die Anfänge der Realisierung unsers palästinensischen Programms bedeuten. Wenn es im Publikum bekannt wird, daß die Sammlungen für den N. F. gleichzeitig zur Deckung der laufenden Ausgaben der Zentrale benutzt werden, so muß dies der Werbekraft des N. F. Abbruch tun. Auch liegt der Gedanke nahe, daß die Parteileitung in Zeiten der Not sehr erhebliche Summen dem eigentlichen Zweck des N. F. entziehen könnte. Die Besteuerung der Bank sollte gleichfalls, vermieden werden. Ihr Reingewinn betrug in den letzten Jahren rund 130000 M jährlich. Zur Verteilung der 2tVy<>igen Dividende sind etwa 128000 M nötig. Würde der Reingewinn um 10%, d. h. um 13 000 M besteuert, so würde die Bank nicht mehr in der Lage sein, 2xl2°jo Dividende zu verteilen; sie müßte wenigstens auf 2''4% herabgehen. Die hohe Steuer von 10'Vo auf N. F. und J. C. T. würde außerdem nur insgesammt 43000 M bringen (30000 M vom N. F. und 13000 M Bank) und demnach auch nicht genügen, vielmehr würde immer noch ein Fehlbetrag von 17 000 M verbleiben. Nach alledem ist die Kommission der Ansicht, daß dieser Weg vermieden werden muß, solange irgend eine andere Möglichkeit besteht. 3. Besteuerung aller Sammlungen: Die Besteuerung der zahlreichen, den verschiedensten Zwecken, dienenden und oft nur kleine Beträge erbringenden Sammlungen ist technisch kaum durchführbar und würde unregelmäßige und wenig bedeutende Einnahmen liefern. 4. Erhöhung des Schekels: Die Erhöhung des Schekels begegnet keinem Bedenken prinzipieller Natur. Sie würde aber zur Folge haben, daß die Landsmannschaften von dem erhöhten Schekel größere Abzüge machen würden, so daß die beabsichtigte Wirkung kaum eintreten würde. Vielmehr is* zu befürchten, daß die Zahl der Schekelzahler zurückgehen würde. Die Beibehaltung des bisherigen Schekels erscheint im Interesse des Fortschritts der Bewegung sowie aus Rücksicht auf den demokratischen und expansiven Charakter des Zionismus dringend erwünscht. 5. Überweisung der Erträgnisse der Nationalfo nds - marken an das A.-C: Dieser der Finanzkommission von privater Seite gemachte Vorschlag ist aus den gleichen Gründen zu verwerfen, wie die Besteuerung des N.-F. Das A.-C. sollte nicht das Odium auf sich nehmen, den Nationalfonds eines populären Sammelmittels zu berauben. 6. Übernahme der Presseinstitutionen durch den J. C. T.: Dieser Vorschlag, der der Entlastung des Budgets der Leitung dienen soll, ist nicht angängig. Die Presse muß im engsten Zusammenhange mit der Parteileitung stehen. 7. Veranstaltung einer Lotterie: Dieser Vorschlag begegnet in zionistischen Kreisen im allgemeinen keiner Sympathie, Vor allem ist der materielle Erfolg so zweifelhaft, daß die Balanzierung unsers Etats nicht mit derartigen Spekulationen begonnen werden darf. 8. Die Schaffung eines Zentralfonds: Dieser Vorschlag erscheint der Kommission als der weitaus geeignetste Weg, den Geldbedarf des A.-C. zu decken. Ein derartiger Fonds, für den die Kommission den Namen „Zionistischer Aktionsfonds" vorschlägt, bietet die Möglichkeit, dem A.-C. dauernde und regelmäßige Einnahmen zu scharfen. Es liegt in der Natur der zionistischen Bewegung, daß die Sammlungen für Schekel und Nationalfonds sowie auch der Verkauf von Bankaktien Popularität genießen, während die Verwaltungsarbeit der Zentrale nur bei denjenigen Zionisten Interesse findet, die die- Tätigkeit der Zentrale ständig im einzelnen verfolgen. Unzweifelhaft gibt es aber unter der großen Masse der Schekelzahler einige Tausend Personen, die als „Parteizionisten" in diesem engern Sinne betrachtet werden können. An diese muß die Leitung herantreten, um ihr Interesse für die Bewegung auch finanziell auszunutzen und sie zur Zahlung größerer Jahresbeiträge für den Aktionsfonds zu bewegen. Alle andern bisher erörterten Vorschläge erregen schwere Bedenken und sind unpopulär. Auf diesem Wege aber können neue Geldquellen erschlossen werden, ohne daß wir die bisherigen Fonds schädigen. Es muß möglich sein, im Laufe der Zeit weni gstens 60000 Mk. an solchen regelmäßigen Jahresbeiträgen zu erlangen. Die Finanzkommission ist im Prinzip der Ansicht, daß das Budget der Zukunft ausschließlich auf die vollabgeführten Schekel sowie auf die Eingänge des Aktionsfonds basiert werden sollte. Der Vorschlag, 200 wohlhabende Zionisten für das Budget garantieren zulassen, erscheint hiernach unzweckmäßig; es werden dadurch im Prinzip keine neuen Einnahmen erschlossen, sondern es werden für den höchstwahrscheinlich eintretenden Notfall eine Anzahl unserer Freunde hoch belastet. Die Kommission rechnet damit, daß gerade diejenigen Gesinnungsgenossen, die eine solche

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