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Die Welt · 1911-03-03 · 9 (3.3.1911) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
9 (3.3.1911)
Date
1911-03-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Konversation. Repetition der Grammatik. Diktate. Lektüre leichter, unpunktierter Texte. 4. Der obere Kursus: Lektüre unpunktierter Texte (Schalom Asch, Jehuda Steinberg). Grammatik nach dem hebräischen Lehrbuch von Jehoschuah Steinberg (Maarche leschon eber). Aufsätze. Die Unterrichtssprache ist durchaus Hebräisch. 5. Der Klub: Vorträge in hebräischer Sprache (bis jetzt: über Nationalökonomie, Photographie, Anatomie, Physik, Bialik; in nächster Zeit: über P. Srnolensky Berditschewsky, Achad haani, Luftschiffahrt). Diskussionen," Lektüre. Aus der Wahl der Vorträge ist zu ersehen, daß die eine Hälfte literarische Themen behandelt, die andere solche Materien, mit denen die Klubteilnehmer sich beruflich beschäftigen. Im Dezember veranstaltete der Verein ein gut besuchtes Chanukkahfest mit literarischen und musikalischen Darbietungen. Der Verein unterhält eine hebräische Bibliothek (Haschiloach, Bibliotheka ibrith, Bibliotheka gedolah, Grätz usw.). Österreich Aussig. Die arn 19. Febr. abgehaltene konstituierende Versammlung des neugegründeten Jüdischen Volksvereins „Theodor Herzl" in Aussig nahm einen würdigen Verlauf. Nach einer Begrüßung durch den Einberufer, Herrn Louis Schiff, und Verlesung der eingelaufenen Glückwunschschreiben und Telegramme wurde die Wahl des Vorstandes vorgenommen und erscheinen als einstimmig gewählt die Herren: Louis Schiff, Obmann, Ing. B. Klein, Obmannstellvertreter, Josef Schneider, Schriftführer, Siegm. Holub, Kassierer, Max Leistyna, Nationalfondskommissar, Herrn. Heller, Enianuel Guttmann, Adolf Press und Arnold Mai er als Beiräte, Ernan. Eisenmann und Josef Fischl als Schiedsrichter, Jos. Lauf er und Ernst Werner als Kassenrevisoren. — Hierauf erstatteten Herr Ernst Bechert, Obmann des Jüd. Volksvereins Zion, Teplitz, über prinzipielle Fragen des Zionismus und Herr Ludwig Steiner, Obmannstellvertreter desselben Vereins, über zionistische Institutionen umfassende, mit vollem Interesse und lebhaftem Beifall aufgenommene Referate. Besonders das letztere hatte den günstigen Erfolg, daß acht Ölbäume gespendet und ein größerer Betrag für den Nationalfonds gesammelt wurde. — An der sich nun anschließenden lebhaften Diskussion beteiligten sich in dankenswerter Weise die vorgenannten beiden Teplitzer Herren; namentlich aber die von vollkommener Erfassung der zionistischen Materie zeugenden und von herzlichem Mitgefühl für seine Volksgenossen erfüllten Ausführungen des Herrn J. U. C. Herbert Birnbaum („Barissia") erweckten nicht nur langanhaltenden Beifall, sondern hatten 14 Anmeldungen neuer Mitglieder zur Folge, wodurch der junge Verein eine Gesamtmitgliederzahl von 58 erreicht hat. Graz. Am 26. Januar d. J. fand die erste ordentliche Generalversammlung des Vereins „Jischuw Erez Israel" statt. Nachdem der Rechenschaftsbericht erstattet wurde, erhielten sowohl der scheidende Kassierer als auch der ganze abtretende Ausschuß das Absolutorium. Hierauf wurde die Wahl des neuen Ausschusses vorgenommen, der sich dann wie folgt konstituierte: Obmann: Feldprediger Franz Löwy, Obmann-Stellvertreter Ign. Hausen sen., Schriftführer J. Brings, Stellvertreter stud. phil. Ing. Hausen jr., Kassierer Leo Tannenba um, Stellvertreter Leo Egert, I. Beisitzender 0. Lichtenstein, II. Beisitzender Josef Bauder, III. Beisitzender M. Schwarz, I.Revisor A. Friedländer, II. Revisor M. Pecker. Karlsbad. Einzelverein „Zion." In der am 10. Februar d. J. stattgefundenen Generalversammlung ergab die Neuwahl folgendes Ergebnis: Obmann Leopold Hirsch, Obmann-Stellvertreter J. U. C. Dr. Robert Neubauer, Schriftführer J. U. C. Oswald Löbl, Kassierer Rudolf Hirsch, N. F.-Kommissär Richard Seligmann. Am 14. d.M. fand in Charwats Restaurant ein Vortrag des Herrn J. U. C. Herbert Birnbaum (Prag) über „Taufjudentum" statt. Lemberg: Akad. zion. Verbindung „Judäa". Wahlen: stud. jur. Salomon Leder X, stud. jur. Adolf Tunis XX, stud. ing. Nathan Korner XXX. Prag. Verbindung „Barissia." Chargenwahlen: ehem. Max Kopetzky X, med. Berti Neubauer XXFX, techn. Friedr. Flusser XXX. Trautenau. Der zionistische Volksverein Theodor Herzl hielt seine diesjährige Generalversammlung am 28. Januar d. J. ab, bei welcher der Schriftführer Herr Ing. Hermann Pollaczek den Tätigkeitsbericht des Vorstandes erstattete. In erster Linie wird in diesem Berichte des Hinscheidens des Mitbegründers und Obmanns des Vereins, Herrn Dr. Hugo Rappaport gedacht, dessen Andenken seitens des Vereins durch Eintragung seines Namens ins Goldene Buch sowie durch namhafte Stiftungen von Ölbäumen im Dr. Hugo Rappaport-Garten geehrt wurde. Im Sommer veranstaltete der Verein je eine Herzlgedenkfeier in Johannisbad und in Trautenau; im Dezember eine Makkabäerfeier, welche dank den Bemühungen der Veranstalter einen derart bedeutenden Reinertrag abwarf, daß es dem Vereine möglich war, den verschiedenen zionistischen Institutionen namhaftere Beträge zuweisen zu können. Die im Januar stattgefundenen Wahlen in die Kultusgemeinderepräsentanz Trautenaus haben an den Vorstand besondere Anforderungen gestellt; denn obwohl es gelang-, mit der offiziellen Partei ein halbwegs annehmbares Kompromiß zu schließen, erschien im letzten Moment eine dritte antizionistische Partei am Plane, welche die Kompromißliste bekämpfte. Infolge der seitens der Mitglieder geübten Parteidisziplin drang bei der Wahl letztere Liste mit einer überwiegenden Mehrheit durch, wodurch zum erstenmal Zionisten ihren Einzug in die erwähnte Repräsentanz hielten. Der Bericht des Kassierers Herrn Paul Sommern itz war insofern zufriedenstellend, als der Verein heuer zum erstenmal einen Barbestand von 353 Kr. ausweisen konnte. Diesem Berichte sowie jenem des Nationalfondskommissärs Herrn Hugo Natscheradetz war zu entnehmen, daß der Verein im verflossenen Jahre für Landesparteisteuer 79.20 Kr., Schekel 68.40, Nationalfonds-, allgemeine Sammlungen 147, Nationalfonds-Sammelbogen 134.10, Sammelbüchsen (Nationalfonds) 28.62, Ölbäume 539, Siedlungsgenossenschaft 430, Anglo Palestine Co.- Aktien 520 und für Bezalel 182 Kr., zusammen für zionistische Zwecke 2128.32 Kr. abgeführt hat. Bei der vorgenommenen Neuwahl wurden gewählt in den Vorstand die Herren: Josef Eisler (Kassirer), LeoGoldstein (Schriftführerstellv.), ErnstQoliath (Nationalfondskommissär), Herin. Klein, Rudolf Kohn (Schriftführer), Hugo Natscheradetz, Heinrich Pick (Obmann), Ing. Herrn. Pollaczek (Obmannstellv.), Oscar Rix, Paul Sommernitz, Prof. Hugo Stern (Bibliothekar), Carl Weil, als Vertrauensmänner, Alois Fleischner, Franz Geduldiger, Felix Kohn, Marcus Lederer. Am 9. Februar d. J. fand die erste Vorstandssitzung statt; in dieser wurden nachfolgende Funktionäre gewählt: Heinrich Pick (Fabrikant) als Obmann, Ing. Herrn. Pollaczek als Obmannstellvertreter, Rudolf Kohn als Schriftführer, Leo Goldstein als Schriftführerstellvertreter, Josef Eisler als Kassierer, Ernst Goliath als Nationalfondskommissär, Carl Weil als dessen Gehilfe, Prof. Hugo Stern als Bibliothekar. Wien. Verbindung „Unitas." Chargen wählen: cand. ing. Oskar Wolf X, M. IL C. Ernil Medak XXFX, ehem. Hans Low XXX. — Verbindung „Zephirah". Chargenwahlen: M. U. C. PaulHönigsberg X(XXX), phil. Arthur Wachsberger XX,FX, med. Ferdinand Stern lieb XXX. Bude: IX. Porzellangasse 76 (Telephon 26031), Couleur-Cafe: Cafe City, IX. Porzellangasse 1 (13428). — Vereinigung „Bar Kochba". Ausschußwahlen: J. U. C. Abraham Wi st reich, Präses, J. U. C. Naftali M enasse, Vizepräses, J. U. C. Moriz Rottenberg, I. Schriftführer, Ing. Hermann Roller, II. Schriftführer, M. U. C. Leiser Baudler, Kassierer. Mähr.=schles. Distriktskomitee, Troppau Der diesjährige ordentliche mährisch-schlesische Distriktstag findet am 12. März in Mährisch-Ostrau im Saale der Aktienbrauerei Straßmann mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wahl des Bureaus; 2. Rechenschaftsberichte; 3. Debatte über die Berichte; 4. Budget; 5. Neuwahlen; 6. Stellungnahme zu Fragen des Distrikts, der westösterreichischen Organisation und der Gesamtorganisation; 7. Freie Anträge. Die Beratungen beginnen präzise 2 Uhr nachmittags. Nach dem Statut entsenden Vereine bis zu 50 Mitgliedern zwei Delegierte, für jedes begonnene halbe Hundert einen Delegierten mehr. Schekelgruppen von mehr als 20 Schekelzahlern entsenden einen Delegierten. Nur die Delegierten jener Vereine haben Sitz und Stimme, welche die Parteisteuer voll bezahlt haben. Wiener Brief Versammlung des Jüdischen Nationalvereins Donnerstag den 23. Februar d. Js. hielt der Jüdische Nationalverein im Saale „Zum goldenen Widder" eine öffentliche, gut besuchte Versammlung ab. Herr Dr. Weisen grün referierte über die Schänkerfrage. Man wirft den Schänkern vor, führte Redner aus, sie hätten mehr als 20 Jahre Zeit gehabt, sich auf die Propinationsablösung vorzubereiten. Wie konnte man aber # erwarten, daß man für 50 000 Seelen keine Entschädigungs- und Übergangsbestimmungen schaffen verde. Als die deutsche Sozialdemokratie die Verstaatlichung der Bergwerke beantragte, gewährte sie in ihrem Gesetzentwurf den Kohlenmagnaten Entschädigung und eine lange Übergangsfrist. Wie kann man obendrein von Leuten, die 30, 40 und 50 Jahre hindurch ihren Beruf ausüben, die Ergreifung eines neuen Berufes verlangen. Mit 60 Jahren denkt ein Jude an den

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