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Die Welt · 1911-02-17 · 7 (17.2.1911) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
7 (17.2.1911)
Date
1911-02-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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146 —• DIE3^ELT - No. 7 stina, die Notwendigkeit der Schaffung von Erwerbsniöglichkeiten für dieselben, die hervorragende Stelle der Hausindustrie und des Kunstgewerbes in diesem Belange, und endlich die „Bezalelschule" seit ihrer Gründung bis 211 ihrer heutigen Entwicklung. Der Vortrag wurde von einer Anzahl sehr gelungener Lichtbilder der Schule „Bezalel" begleitet und fand ungeteilten Beifall der aufmerksamen Zuhörer. Der feierlichen Eröffnung der Ausstellung wohnten die Vertreter der politischen Behörden, der Stadtgemeinde, des Museumkuratoriums, des mähr.-schles. Distrikskomitees, der Kultusgemeinde und desRabbinats sowie sämtlicher jüdischer Vereine von Mähr. Ostrau und Umgebung bei. Nach einer Ansprache des Gg. Prof. Artur Hahn sprach Herr Landtagsabgeordneter und Bürgermeister Dl Gustav F i e d i e r und der Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Alois H iif als Protektor der Ausstellung, worauf Herr Gg. Ing. Gleit sniann die Führung durch die Ausstellung übernahm und dieselbe erläuterte. Die Ausstellung war während ihrer ganzen Dauer von allen auch den nichtjüdischen — Kreisen der Bevölkerung zahlreich besucht uudes herrschte allgemein nur eine Stimme der ungeteilten Bewunderung über das Gesehene. Der Ankauf der ausgestellten Kunstge-gensfände gestaltete sich äußerst lebhaft und es wurde ein Warenumsatz von zirka K 4000.— erzielt. Dem Verein „Bezalel" wurden 15 neue Mitglieder gewonnen. Bedenkt man, daß es galt, die zirka 8O0 Besucher der Ausstellung zu führen, denselben alle gewünschten Aufklärungen zu geben, so läßt sich leicht ermessen, daß neben dem materiellen Erfolg ein respektables Stück agitatorischer Arbeit geleistet wurde. Djs Komitee der Ausstellung bestand aus dem Ausschüsse desjüdischen Volksvereins Zion, der mit allem Eifer an die Sache ging und keine Mühe scheute, um das Gelingen der Ausstellung zu sichern. Der Ausschuß wählte ein engeres Austellungskomitee, bestehend aus den Herren Gg. Ing. B. Gleitsmann, Prof. A.Hahn, Oberlehrer F. Kraus nud Bezirksrichter Dr. J. Schwarzkopf, welches mit glänzendem Erfolge alle Arbeiten bewältigte und welchem auch der Hauptanteil an dem so schönen Ergebnisse der Ausstellung gebürt. Den ständigen Dienst in der Ausstellung versah ein;ius zirka 30 Damen und Herren zusammengesetztes Komitee, welches mit dankenswerter Gewissenhaftigkeit und Ausdauer unermüdlich an der Arbeit war. Prag. Am 26, Januar veranstaltete der V. j. H. „Bar Kochba" seinen diesjährigen Festabend als Bibelabend. In dem von der besten jüdischen Gesellschaft dicht gefüllten Festsaal des jüdischen Rathauses sprach zuerst der Wiener Schriftsteller Felix Saiten über die Bedeutung der Bibel für die moderne Kultur, worauf Hofschauspieler Konrad Löwe (Wien) ausgewählte Szenen aus der Bibel vortrug. Den Abschluß bildete eine Vorlesung aus Josef Kai uz' Drama „Saul". Alle Darbietungen wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. ~- Am 28. Januar veranstaltete der Verein „Bar Kochba" zusammen mit dem jüdischen Volksverein „Zion" einen äußerst gelungenen und reichhaltigen ostjüdischen Abend. Prag, Der jüdische Frauenverein veranstaltet anläßlich seines lüjähiigeii Bestandes am 19. d.M. ein Fest, welches einen glänzenden Verlauf zu nehmen verspricht. Nachstehend das Programm: 1. Begrünung durch die Präsidentin, 2. Festrede, gehalten von Frau Rechtsanwalt Edith Lachmann, 3. Prolog, 4. Lebende Bilder nach bekannten Gemälden. Den Schluß bildet ein Tanzkränzchen. Suczawa. Samstag den 4. Februar 1. J. fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereins „Theodor fierzl" statt. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichts wurde dem abtretenden Ausschüsse das Absolutorium erteilt. Hierauf wurde die Wahl des neuen Ausschusses vorgenommen, der sich dann wie folgt konstituierte: Obmann Dr. Adolf Gabor, 1. Obmannstellvertreter G. R. Abr. Körner, IL Obmannstellvertreter Bez. R. Abr. Kupferberg, l. Schriftführer Awrum Klein, II. Schriftführer Karl Gottesmann, 1. Kassierer Leo Körner, II. Kassierer Jonas Sch mi dt, Bibliothekar Dr. Gabriel Scherzer, Zei tun ^Verweser Dr. Wolf Herzberg, 1. Ökonom Abr. Körner, II. Ökonom Isidor Schiäffe r, ohne Funktion: Dr. Osias Haß und Mendel Smotricz. Belgien Antwerpen. Der Zionistische Damen verein hat es sich zur vornehmsten Aufgabe gemacht, unter der hiesigen Jugend unsere Kämpfer für die Zukunft-heranzubilden und hat bis jetzt in dieser Beziehung glänzende Resultate erzielt. Besondern Wert legt der Verein jedoch darauf, die M ädchen für sich zu gewinnen, und sucht diese Bemühungen durch geeignete Vorträge zu unterstützen. Am Samstag den 28. Januar sprach Fräulein Nanny Auerbach aus Köln bei einem Five-o clock-Tea im Beth-Zion in interessanter Weise über die „Pflichten einer Zionistin". Der Nitionalfonds wurde eingehend besprochen, und der „Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina" wärmstens empfohlen, da er leider trotz seiner großen Aufgaben nicht genügend unterstützt werde. Sie legte den Damen besonders ans Herz, die armen Kinder bei den Kinderfesten heranzuziehen, Krankenbesuche in den Hospitälern, Zusammenkünfte für alleinstehende junge Mädchen zu organisieren, überhaupt in sozialer Weise zu arbeiten. Die mit vielem Beifall aufgenommenen Worte der Rednerin führten zu einer lebhaften und interessanten Diskussion. Am Sonntag den 29. Januar fand im Saale der Harmonie eine größere Versammlung statt, die außer einem Referat von Fräulein Auerbach mehrere künstlerische Beiträge von Damen der hiesigen jüdischen Gesellschaft brachte. Fräulein Auerbach sprach über „Jüdische Mädchen von heute und morgen". Die Rednerin führte etwa folgendes aus: Der Begriff des jüdischen Mädchen schließt drei Probleme in sich, die Jugendfrage, die Frauenfrage und die Judenfrage. Alle drei bedürfen für e ne befriedigende Lösung eines gemeinsamen Bodens, nämlich der weitesten Freiheit und der vollsten Entwicklungsmöglichkeit der Persönlichkeit. Die moderne Jugend verlangt vollste Freiheit zur Ausbildung ihrer Kräfte, um so die Fähigkeiten zu gewinnen, an der Gestaltung der Zukunft mitzuarbeiten; trotz der intensiven Beschäftigung mit ernsten Lebensfragen sei aber die 'Lebensfreude der Jugend durchaus nicht verschwunden, sondern nur in schönerer Weise vertieft. Die Referentin war der Meinung, daß eine wahre Freiheit des Judentums nicht ohne gleichzeitige Lösung der Frauenfraqe möglich sei und daß für die jüdische Frau aach die Frauenfrage nur in völliger Freiheit des Judentum gelöst werden könne. Die Lösung dieser komplizierten Dinge liege in den jüdischen Mädchen, welche die spätem Mütter der kommenden Generation sind. Den Typ des Mädchens von gestern malte sie als den eines zwar zierlichen und lebensfrohen, aber durchaus haltlosen und für die Kämpfe des Lebens ganz ungenügend vorbereiteten Wesens, das alles Jüdische nur als Unannehmlichkeit betrachtete und sich dessen girnicht bewußt war, daß es keine größere Ehre erwerben konnte, als die, die es in seiner Zugehörigkeit zum alten Volke der Bibel bereits besaß. Die Referentin stellte diesem überwundenen Typus den des jüdischen Mädchens von morgen gegenüber, das a«»f Grund eines genauen Studiums der Geschichte und Literatur seines Volkes so viel S'olz auf seine angestammte Nation in sich aufnehme und dabei durch klares Erfassen aller modernen Zeitfragen innerlich so stark gefestigt würde, daß wir von ihm die Heranziehung einer jüdischen Generation erhoffen dürfen, die eine neue Blütezeit des jüdischen Volkes wieder herbeiführen soll. Reicher Beifall lohnte die Rednerin für ihre mit jugendlichen Feuer vorgetragenen Ausführungen, und als Zeichen der Dankbarkeit hat die VersammlungFräulein Auerbach ins Goldene Buch eingetragen. Schweden Stockholm. Am Sonntag den 5. Februar 1911 hielt der schwedische Zionistenverein in Stockholm „Svenska Zionistföreningen i Stockholm" seine Jahreszusammenkunft ab. Fast sämtliche 96 Mitglieder nahmen mit .großem Interesse an dieser wichtigen Sitzung teil. Der Vorsitzende Herr Salomon Tarschis eröffnete die Jahreszusammenkunft mit einem Willkommengruß und dankte den Vorstands- und Vereinsmitgliedern für die im vergangenen Jahre gemeinsam geleistete Arbeit. Hernach leitete der IL Vorsitzende, Herr cand. Gabriel Grünewald mit großem Ei er und Geschick die Verhandlungen dieser Zusammenkunft. U. a. wurde ein Brief des Präsidenten Herrn Wolffsohn verlesen und gleichzeitig zwei Artikel über „Zionismus und die Türkei" aus „Dagens Nyheter", einer hiesigen, vom bessern Publikum meist gelesenen Zeitung. Der erste war die Wiedergabe des bekannten Interviews Kiasun Nami Beys im „Impartial", der zweite eine durch das Kölner Zemralbureau erfolgte Richtigstellung. Da der erste Artikel vom 8. 1. 1911 derartig war, daß er der Entwicklung unsers Vereins schaden konnte, so wurde der zweite Artikel vom 22.1.1911, die Antwort des Zionistischen Zentralbureaus, selbstverständlich mit Befall angehört. Nachdem Sekretär Herr M. Tarschis den Jahresbericht 1910 und Revisor Herr J. W. Nissalowitz den Revisionsbericht erstattet, wurde Decharge erteilt. Alsdann fand die Vorstands- und Revisorenwahl sowie die Wahl des Nationalfondskomitees statt. Es wurden in den Vorstand gewählt: Herr cand. Leopold Tu ritz, I. Vorsitzender; Herr L. Jakobsson, II. Vorsitzender; Herr Moritz Tarschis, I. Sekretär; Frau S.Abel, IL Sekretär; Herr Sah Gl ück, I.Kassierer; Herr L. Schidorsky, II. Kassierer und die Herren J. Levy und J. Abel; zu Revisoren: die Herren L. Jakobsson und J. H. Nissalowitz; Ersatz: Herr Salomon Tarschys und Frau S. Abel; Nationalfondskomitee: die Herren E. Kam ras (Sekretär), L. Jakobsson und S. Glück; Ersatz: Herr J. Levy und Fräulein DoraLevy. Mit der Absingung der„Hatikwah" fand die Versammlung ihr Ende.

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