Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1911-01-27 · 4 (27.1.1911) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
4 (27.1.1911)
Date
1911-01-27
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3315709-3316458-3316466--54238-3348015
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

92 No. 4 — ■ DIE^ELT ■ ■ - JUeDISCHCR MATIOMAL- FOMDS Der Jüdische Nationalfonds ist dam bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdisclien Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenhongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von über 2 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Das Ergebnis des Jahres 1910 (Schluß) Vielleicht für die Allgemeinheit weniger interessant, aber desto wertvoller für unsere Kommissäre und Vertrauensleute, denen die Vermehrung der Eingänge unseres Fonds am Herzen liegt, ist eine Betrachtung der Ergehnisse der einzelnen Sammelmittel. Wir bringen daher die nachfolgende Tabelle, die angibt, mit welchem Prozentsatz bei den sieben größten Sammelstellen, sowie bei unserer Hauptstelle in London die einzelnen Sammelmittel an dem Oesamteingang beteiligt sind. Gesamtsumme Rußland Osterreich Deutschland Nordamerika Südafrika Rumänien Canada Allgemeine Spenden .... 20.2 24.6 28.3 17.7 18.4; 22.0 1.9 5.8 Selbstbesteuerung....... 3.6 6.0 5.3 4.3 1.5 — 0.6 — 3.5 2.7 13.5 0.9 0.2 j — 0.8 — Sammelbüchsen........ 17.5 22. 1 20.6 18.2 19.3 5.8 10.9 6.5 Goldenes Buch......... 21.8 22.6 1.8 15.0 25.7 45.0 63.5 70.0 Ölbaumspenden........ 17.4 15.0 20.8 37.0 6.5 16.9 11.8 13.9 Landspenden ........... 1.2 0.5 0.7 2.6 4.2 — 0.4 0.3 Marken................ 7.6 6. 1 5.2 4.1 24.1 10.0 5.3 3.5 Telegramme............ 1.2 0.4 3.8 0.2 0.1 0.3 4.8 — Ein Vergleich dieser Tabelle mit der des Vorjahres zeigt uns, daß die Arbeit des Hauptbureaus von Erfolg begleitet war. Die Eingänge verteilen sich nun gleichmäßiger auf die verschiedenen Sammelmittel und insbesondere die von uns als „ständig fließende Einnahmequellen" bezeichneten Büchsen und Markensammlungen weisen einen erheblichen Fortschritt gegen früher auf. Bezeichnend ist z. B., daß in Deutschland die Ölbaumspenden nicht mehr 50°/o, sondern nur 37°/o der Gesamtspenden dieses Landes ausmachen. Die größere Arbeit, welche von der deutschen Sammelstelle im letzten Jahre für die Propaganda der übrigen Nationalfondsspenden geleistet worden ist, hat eben eine so erhebliche Steigerung dieser Spenden verursacht, daß sich das Prozentverhältnis in der oben angeführten Weise verändert hat. Der Prozentsatz der Sammelbüchsen ist in diesem Land von 11,2°/0 auf 18,2% gestiegen, dagegen ist der Erlös der Nationalfondsmarken leider von 4,7% auf 4,1% zurückgegangen. Bei Österreich ist in obiger Tabelle die in diesem Jahre eingegangene außergewöhnliche Spende B. C. im Betrage von 25 000 Frs. von den Ziffern in Abzug gebracht worden, da diese außergewöhnliche Spende in keine der bestehenden Rubriken paßt und eine Verschiebung des Bildes verursacht hätte. Auch in Österreich ist der Ertrag der Sammelbüchsen von 17,2% auf 20,6 % und der Nationalfondsmarken von 4,4% auf 5,2% gestiegen. In Rußland sind die Eingänge aus Sammelbüchsen stark in die Höhe gegangen, die aus Nationalfondsmarken sind dagegen prozentual gesunken. Bei den übrigen Ländern hat sich die Prozentzahl für die Eingänge aus Büchsen und Nationalfondsmarken nicht wesentlich verändert. Im ganzen machen die Eingänge aus Sammelbüchsen und N.-F.-Marken 25,1% des Gesamtbetrages der Nationalfondsspenden aus. Dies erscheint uns noch immer kein angemessener Anteil zu sein. Wir halten es für erstrebenswert, daß diese beiden Sammelmittel mindestens 50% der Gesamteingänge aufbringen. Viele Sammelstellen bleiben noch weit hinter dem Gesamtdurchschnitt von 25,1% zurück. Diese sollten sich besonders anstrengen und den beiden erwähnten Sammelmitteln ihr Hauptaugenmerk zuwenden. Sobald es erreicht ist, daß die Eingänge aus Marken und Büchsen den Hauptteil der Nationalfondsspenden ausmachen, kann der Nationalfonds im voraus auf einen bestimmten Eingang pro Jahr rechnen. Canada hat z. B. im vergangenen Jahr ganz vorzüglich gearbeitet und so viel eingebracht, daß es die englische Sammelstelle in weitem Abstand hinter sich gelassen hat. Aber ca. 70% der canadischen Nationalfondsspenden sind Golden Buch-Spenden, und nur 10% kommen aus Marken und Büchsen. Wird durch irgendeine Aktion im nächsten Jahre das Interesse unserer Vertrauensmänner in Canada auf ein anderes zionistisches Unternehmen gelenkt, so können eventuell die Nationalfondseingänge aus Canada wieder rapide fallen. Wären aber umgekehrt von den canadischen Eingängen 70% aus Büchsen und Marken und nur 10% aus Golden Buch-Spenden eingegangen, so könnten wir im nächsten Jahr auf ungefähr denselben

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.