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Die Welt · 1911-01-27 · 4 (27.1.1911) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
4 (27.1.1911)
Date
1911-01-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 4 DIE^ELT 83 Die Enquete über die Judennot in Galizien Montag, den 23. Januar hat in Lemberg die vom galizischen Landesausschuß einberufene Enquete über das jüdische Massenelend begonnen. Die Enquete, zu der 42 Experten, davon die Hälfte Nichtjuden, geladen waren, tagte unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Alle Bxperten, auch die assimilatorischen, stellten das Judenelend mit seinen spezifisch jüdischen Merkmalen als unerträglich hin. Am Schlüsse der Montagssitzung hielt Abg. Stand eine Rede, die tiefen Eindruck übte. Die türkische Regierung an die zionistische Organisation Im Auftrage der türkischen Regierung hat der ottomanische Botschafter in Berlin, Exzellenz Osman Nisami Pascha, dem Präsidenten der zionistischen Organisation,Herrn David Wolffsohn, den besten Dank der Regierung für die Beteiligung der zionistischen Rnanzinstitute an dem Werke der Hedschasbahn übermittelt. Rücktritt des Abgeordneten Salom Die vor Monaten bereits angekündigte Mandatsniederlegung des Abgeordneten der jüdischen Kurie des bosnischen Landtags ist vollzogen. Herr Salom hat sein Landtagsmandat, die Würde des Gemeinderates und des Präsidenten der (sefardischen) jüdischen Gemeinde in Serajewo niedergelegt. Als der Nachfolger Saloms;rn Landtag wird Herr Elias Kajon genannt. Sitzung des zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich Sonntag den 15. d. M. fand in Wien eine Sitzung des zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich statt. An derselben nahmen teil: Der Präsident Adolf Boehm (Wien), der Vizepräsident Dr. Emil Margulies (Leitmeritz); die Mitglieder: Dr. Otto Abeles iWien), Fritz L o e w (Proßnitz), Dr. Singer (Prag), Josef Süß man dl iMährisch-Ostrau), ferner namens der Distriktskomitees: Innerösterreich: Dr. I. H. Koerner (Wien), Böhmen: Professor Dr. Engel iPrag), Mähren-Schlesien: Dr. Fritz Eckstein (Troppau), für die Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds: Dr. Egon Zweig (Wien). Mit beratender Stimme nahmen an der Sitzung ferner teil: Die Mitglieder der Distriktskomitees: Innerösterreich Dr. Arnold Karpluss Dr. H. Loew, Ingenieur Rudolf Koeppl, Ingenieur Julius Groag isämtlich in Wien), Böhmen: Ingenieur Slonitz (Prag), Mähren- Schlesien: Gustav Finzi (Troppau). Einem Teil der Beratungen wohnten als Vertreter der „Jüdischen Zeitung" die Herren Alexander Geller und Ingenieur Robert Stricker (Wien) bei. Der Präsident Adolf Bo ehm eröffnete die Sitzung um 1211 Uhr vormittags, und hielt zunächst dem verstorbenen Mitgliede des Zentralkomitees, Dr. Hugo Rappaport (Trautenau) einen warmen Nachruf. Die Mitglieder der Sitzung erhoben sich zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen. Der Präsident erstattete sodann einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Zentralbureaus seit der letzten Sitzung. Derselbe erstreckte sich auf folgende Punkte: Presse („Palästina", Jüdische Zeitung-", „Selbstwehr", Jugendzeitschriften, Studentenzeitschrift), Propaganda: Vortragstourneen, Broschüre über ZollschansBuch), Hebräische Kurse, Kultusgemeindeaktion, Palästinaarbeit 'Informationsbureau, Gesellschaftsreise, Lichtbildervortrag, P. L, D. C.¬ Agitation) und diverse andere Aktionen. Das Zentralkomitee nahm mit Befriedigung davon Kenntnis, daß durch die Bemühungen des Prager Distriktskomitees und der Prager „Bar Kochba" die „Selbstwehr" wieder von offiziellen Funktionären geleitet wird, ebenso daß die Zeitschrift „Palästina" sich in jeder Weise günstig entwickelt. Bezüglich Palästinapropaganda wurde beschlossen, fortan mit ganzer Kraft für die P. L. D. C. zu agitieren und die eben erscheinende Spezialnummer von „Palästina" zur Unterlage für dieselbe zu benutzen. In der Nachmittagssitzung übergab der Präsident dem Vizepräsidenten, Gg. Dr. Emil Margulies den Vorsitz. Er referierte in eingehender Weise über die Gründe seiner Demission. Nach längerer Beratung wurde folgender Beschluß gefaßt: „Das Zentralkomitee billigt die Haltung seines Präsidenten, dem es sein uneingeschränktes Vertrauen ausspricht. Das Zentralkomitee findet die Demission seines Präsidenten begründet in dem Verhalten der Zentrale in Köln gegenüber der westösterreichischen Organisation und ihren verantwortlichen Parteibehörden, insbesondere in den Veröffentlichungen des Zentralorgans in der Affäre York-Steiner und den Angriffen auf die gesamten österreichischen Gesinnungsgenossen, welche in Nr. 51 des Zentralorgans, im Schlußpassus der offiziellen Erklärung der Redaktion enthalten ist. Das Zentralkomitee fordert die Einhaltung der auf der Jahreskonferenz 1910 vereinbarten Friedensbedingungen und verlangt von der Zentrale Genugtuung und Respektierung der westösterreichischen Organisation und ihrer frei gewählten Organe." Es wurde beschlossen, mit allem Nachdruck diese Forderungen des Zentralkomitees bei den obersten Parteibehörden zu betreiben. Als eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gedeihliches Zusammenarbeiten mit dieser, beschloß das Zentralkomitee zu verlangen, daß der Wiener Berichterstatter der „Welt" nur mit Zustimmung des Zentralkomitees nominiert werden dürfe. Die Frage der Einberufung eines Zionistentages wurde einstweilen auf die nächste Sitzung vertagt und der Präsident ersucht, bis dahin die Geschäfte weiterzuführen. In der durch seine Erklärung neuaufgerollten Angelegenheit York-Steiner beschloß das Zentralkomitee vom E. A.C. zu verlangen, daß es dieselbe durch ein Parteischiedsgericht zur endlichen Austragung bringe. Die Beratungen erstreckten sich noch auf das Budget und eine Reihe anderer Gegenstände. Nach mehr als achtstündiger Dauer schloß die Sitzung um '7-9 Uhr abends. Zionistisches Zentralbureau für Westösterreich. Zu der obenstehenden Resolution des Zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich erklären wir, daß die in Nr. 51 des Jahrganges 1910 der „Welt" auf Seite 1347 enthaltene Bemerkung in keiner Weise „auf die gesamten österreichischen Gesinnungsgenossen" Bezug hatte, sondern lediglich den Konflikt in der Bukowina und die Art und Weise seiner Behandlung in der Presse betraf. Außerordentlicher innerösterreichischer Distriktstag Sonntag den 22. d. M. fand im Beratungssale des Jüd. Nationalfonds, IX. Türkenstraße (), der vom innerösterreichischen Distriktskomitee aus Anlaß seiner Demission einberufene außerordentliche Distriktstag statt. Zu den Beratungen hatten^ Korporationen des Distrikts 39 Delegierte entsendet. Außerdem waren erschienen: seitens desinnerösterreichisehen Distriktskomitees der Obmann Dr. I. HL Körner mit sämtlichen Mitgliedern, seitens des westösterreichischen Zentralkomitees der Obmann Adolf Böhm und Dr. Otto Abeles, seitens des Jüdischen Nationalfonds der Leiter der österreichischen Sammelstelle Dr. Egon Zweig. D. K.-Mitglied Reichsratsabgeordneter Dr. St rauch er hatte sein Fernbleiben telegraphisch und schriftlich entschuldigt. Die Beratungen, die vom Plenum als vertraulich erklärt wurden, begannen um 1211 Uhr vormittags. Zum Vorsitzenden wurde der Delegierte Dr. Jakob Ehrlich, zu Protokollführern die Ingenieure Groag und Koppel gewählt. Der Obmann des innerösterreichischen Distriktskomitees erstattete zunächst seinen Rechenschaftsbericht und begründete hierauf die Demission des Distriktskomitees. Im Verlaufe der sich daran anschließenden Debatte legte der anwesende Obmann des Zentral- I » \ , $

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