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Die Welt · 1911-01-13 · 2 (13.1.1911) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
15 (1911)
Issue
2 (13.1.1911)
Date
1911-01-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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.38 Anfragen sind nicht an die einzelnen Mitglieder des Direktoriums, sondern nur an das Berliner Bureau, Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35 zu richten. Die Adresse für Einschreibebriefe lautet: Immobiliengesellschaft „Palästina", m. b. H., Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35. — Zahlungen für Rechnung der P. L. D. C. nehmen folgende Banken und Zahlstellen entgegen: 1. Für England und die überseeischen Länder: The Jewish Colonial Trust Ltd., London, E. C. Walbrook Brook House und seine Korrespondenten. 2. Für den Orient: The Anglo Palestine Co., Ltd., Jaffa und ihre Filialen. 3. Für die europäische Türkei: The Anglo Levantine Banking Co. Ltd., Konstantinopel. 4. Für Deutschland: Bankhaus A.H.Heymann&Co., BerlinNW.7, Unter den Linden 59. 5. Für Rußland: B. A. Goldberg, Wilna, Alexander Boulevard 18. 6. Für Österreich: Bankhaus A. & J.Brecher, Wien IX, Kolingasse 5 und die Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Österreich, Wien IX, Türkenstraße 9. Für Böhmen: Volksvorschußkasse in Prag, Königshofergasse 12. Für Galizien: Kredit-Union, Lemberg, Karl Ludwigstraße 35. 7. Für Belgien: Oskar Fischer, Antwerpen, 4 Rue Rembrandt. 8. Für Holland: Bankhaus van Lissa & Kann, Haag, Waggenstraat 8. 9. Für Skandinavien: Dr. Louis Frankel, Kopenhagen, Triangeln 4. 10. Für Rumänien: M. Heinrich Schein, Galatz. 11. Für Serbien: Dr. David Alcalay, Belgrad. 12. Für Ungarn: David Kohn, Budapest, VIII. Festetich-Utca 3 sz. Eine Gründeraktie kostet £ 50.— Jl 1025.— Kr. 1212.50 Frcs. 1275.— Rbl. 480.—. Eine gewöhnliche Aktie kostet £ 1.— Jl 20.50 Kr. 24.25 Frcs. 25.50 Rbl. 9.60 Dollar 5.—. Eine Vorzeigeraktie kostet £\A.6 Jl 22.— Kr. 26.05 Frcs. 27.40 Rbl. 10.30. Die jüdischen Zeitungen werden gebeten, vorstehenden Bericht vollinhaltlich zum Abdruck zu bringen. Ein Schreiben des Herrn Ussischkin Herr M. Ussischkin in Odessa hat unter dem 16./29. Dez. 1910 an Herrn Professor Dr. War bürg folgendes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Professor! Ich bestätige mein gestriges Telegramm: „Eintritt Direktorium einverstanden". Ich habe auf Ihr Schreiben vom 19. Dezember nicht gleich geantwortet, weil mir Ihr mich ehrendes Anerbieten Anlaß zu ernstem Nachdenken gegeben hat. Ich habe mich auch veranlaßt * gesehen, meine hiesigen Freunde und Gesinnungsgenossen zu Rat zu ziehen und erst nach eingehender Beratung und Überlegung entschloß ich mich, Ihr Anerbieten anzunehmen. Dabei erachte ich es für notwendig, über meine Motive folgendes zu bemerken: Sie werden sich, sehr geehrter Herr Professor erinnern, daß ich und meine nähern Freunde und Gesinnungsgenossen in Palästina uns ursprünglich gegenüber dem Arbeitsplane der P. L. D. C. ablehnend verhalten haben. Es geschah dies vornehmlich aus folgenden Motiven: 1) Charakter und Anlage des ganzen Unternehmens setzten, wenn etwas Nennenswertes auf dem Gebiete der Kolonisation hätte geleistet werden sollen, außerordentlich reichliche Geldmittel voraus, und es erschien mir bei meiner Kenntnis der Verhältnisse mehr als zweifelhaft, daß die P. L. D. C. diese Mittel würde aufbringen können. Meine Freunde und ich glaubten vielmehr, da/3 rationelle kolonisatorische Arbeit und Förderung der Privatinitiative nach dieser Richtung eher Aufgabe des viel populärem und reichern Nationalfonds sein müßte. 2) Es erschien uns ferner verfehlt, daß die P. L. D. C. damals in erster Reihe ihre Aufmerksamkeit der Gründung und Ausgestaltung eines Lehrgutes zuwandte. Dieses Unternehmen erschien uns weder nach den zu erwartenden Resultaten, noch nach den erforderlichen Mitteln als dringende Aufgabe unserer Organisation. Seit jener Zeit sind nun nahezu drei Jahre vorüber. Während dieser Zeit haben sich die Verhältnisse wesentlich geändert. Dank der mächtigen Strömung zugunsten der praktischen Palästinaarbeit, die sich in weiten Kreisen der Organisation geltend machten, haben No. 2 auch die zentralen Organe der Bewegung der Palästinaarbeit mehr Aufmerksamkeit zugewandt. Namentlich hat das Direktorium der N. F. den Bedürfnissen der Palästinaarbeit Rechnung getragen und der P. L. D. C. größere Summen für diese Arbeit zur Verfügung gestellt, sodaß tatsächlich die P. L D. C. nicht ausschließlich auf ihre eigenen bescheidenen Mittel angewiesen ist, sondern in der Hauptsache mit den ihr anvertrauten Mitteln der N. F. arbeitet. Dazu kommt, daß der Arbeitsplan der P. L. D. C. im letzten Jahre eine wesentliche Verschiebung nach der Richtung einer weiter gefaßten kolonisatorischen Tätigkeit erfahren hat. Das Augenmerk der P. L. D. C. ist ja zur Zeit hauptsächlich auf den Erwerb, die Ameliorierung, Parzellierung und den Weiterverkauf größerer Grundstücke gerichtet. Diese Aufgabe erfüllte die P. L. D. C. mit dem Terrain in Galiläa, und die gleiche Aufgabe hat sie bei verschiedenen andern Plänen im Auge. Derartige Arbeit aber haben meine Freunde und ich immer für überaus wichtig und zweckdienlich gehalten. Die veränderte Sachlage hat mich veranlaßt, meine Stellung zur P. L. D. C. zu ändern. Im Einvernehmen mit meinen nächsten Freunden erachte ich es daher für angebracht, Ihr Anerbieten zu akzeptieren, und erkläre mich nun bereit, die Gesellschaft nach Kräften zu fördern und ihr nach Möglichkeit gute Dienste zu leisten. Freilich glaube ich auch jetzt nicht daß die P. L. D. C. berufen wäre, die großen Probleme unserer Kolonisationsarbeit zu lösen, dazu ist sie denn doch zu schwach. Ich zweifle aber nicht daran, daß die P. L. D. C. der unmittelbaren Kolonisationsarbeit in Palästina gute Dienste leisten wird. Daß ich aber stets bereit bin, eine Institution, die nach Charakter und Anlage berufen erscheint der Palästinaarbeit Nutzen zu bringen, unter allen — äußern sowohl wie innerparteilichen — Umständen nach Kräften zu fördern, glaube ich Ihnen nicht erst sagen zu sollen. l«h empfehle mich Ihnen bestens und zeichne mit vorzüglicher Hochachtung und £ionsgruß! gez. M. Ussischkin. Organisationskommission Am Sonntag den 8. Januar fand in Berlin eine Sitzung der Organisationskommission statt, an der die Herren Dr. Bodenheim er, Dr.Frie dem an n, Rechtsanwalt Gronernann, Dr.Hantke, Dr. Heymann, Dr. Margulies, Dr. Münk, Struck und Professor Dr. Warburg teilnahmen. Von einigen andern Mitgliedern der Kommission waren schriftliche Äußerungen zum Entwurf des Organisationsstatuts eingegangen. Der Entwurf des neuen Statutes, zu dem ein umfangreiches Material eingegangen war, wurde vollständig durchberaten. Die wichtigsten Abänderungen, welche an dem Entwurf vorgenommen wurden, erstrecken sich einerseits auf die Regelung des Verhältnisses der Sonderverbände zu den Landesorganisationen, das den Wünschen des Misrachi und der Poale Zion entsprechend geregelt wurde, und andererseits auf die Bestimmungen über die Leitung der Organisation, wobei die auf der Jahreskonferenz geäußerten Wünsche des Herrn Dr. Tschlenow berücksichtigt wurden. Die endgültige Fassung des Entwurfs wird in der „Welt" veröffentlicht werden. Deutschland Frankfurt. Die Zionistische Jugendgruppe veranstaltete ihren ersten jüdischen Geschichtskursus, der sich großer Beteiligung erfreute. Der Leiter dieser Kurse, Herr Lehrer Baruch Stern, hielt zunächst ein sehr interessantes Referat über die „Quellen zur jüd. Geschichte", in welchem er die Werke jüdischer und nichtjüdischer Gelehrter über jüdische Geschichte besprach. Dann hielten die beiden jugendlichen Mitglieder Herr Harry Goitein und Herr Menny Rapp die Geschichtsreferate über die Periode „vom Verluste der staatlichen Selbständigkeit bis zur Rückkehr aus dem babylonischen Ekü". Ihre von großem Fleiße und Verständnis zeugenden Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifalle aufgenommen. An die Vorträge schloß sich eine Diskussion, an der sich Herr A. Perlmutter beteiligte und in welcher Herr Lehrer Stern wertvolle Ergänzungen zu den Referaten gab. Mit einigen allgemeinen Ausführungen beschloß der Vorsitzende L. Perlmutter den Abend. Dienstag den 17. Januar findet im Kursaale Milani, Seilerstraße 34, ein zwangloser Diskussionsabend statt über „Zionismus und Deutschtum". Referent Herr Fritz Sondheimer.

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