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Die Welt · 1910-11-25 · 47 (25.11.1910) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
47 (25.11.1910)
Date
1910-11-25
Page
– (sequence 19)
Language
German
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No. 47 DIE ELT 1249 Kommission zur endgültigen Redigierung des Organisationsstatuts Außer den Mitgliedern des E. A. C , Herren Wolffsohn, Prof. Dr. (). Warburg, J. H. Kann, die Herren: H. Bentwich, L. Keßler, Dr. M. J. Bodenheimer, Dr. E. Margulies, L. Estermann, Dr. A. Marmorek, Dr. A. Friedemann, Dr. W. Münk, B. Goldberg, D. S. Rosenbaum, S. Gronemann, J. A. Eosoff, Dr. Gr. Halpern, J. Simon, Dr. A. Hantke, H. Struck, Dr. H. G. Heymann, Dr. E. W. Tschlenow, S. Kaplansky-Kaplan, M. Ussischkin. Dr. N. Katzenelsohn, Der Antrag Dr. Friedeinann: „Zum Ort der Verhandlungen dieser Kommission wird Berlin bestimmt", wird angenommen. Es wird nunmehr über folgenden Antrag Pi n e u s - G r o n e - mann abgestimmt: Die zur Beratung des Statutenentwurfs gewählte Kommission von 21 Mitgliedern erhält den Auftrag, aus dem Entwurf die Hauptpunkte in lapidarer Form herauszuheben und dieselben der nächsten Sitzung des Großen A. C. vor dem Kongreß vorzulegen, worauf über den Antrag Gronemann beraten werden solL Der Antrag wird abgelehnt. Mif der Annahme des Antrages Bodenheimer kommt der Antrag Gronemann in Wegfall. *) Dr. Tschlenow: Ich mochte der Kommission die Anregung mitgeben, daliin zu wirken, daß der X. Kongreß sowohl ein Arbeitswie ein Demonstrationskongreß werde. Schluß der Sitzung 91* Uhr abends. Mittwoch, 23. November, Vormittagssitzung. Die Sitzung begann um 10'« Uhr vormittags und war ausschließlich der eingehenden Beratung verschiedener politischer Fragen gewidmet. Mittwoch, 23. November 1010, Nachmittagssitzung Nach der Sitzung des Aufsichtsrats des J. C. T., die den grüßten Teil des Nachmittags in Anspruch nahm, wurde um 7 Uhr abends die Sitzung des Großen Actions-Comites wieder eröffnet und auf Vorschlag des Herrn Goldberg zunächst der Punkt Kongreß-Ort und -Zeit in Verhandlung genominen. Wir werden einen ausführlichen Bericht über diese Sitzung sowie über die Sitzung am 24. er. noch nachtragen. Zum Punkte Kongreß-Ort und-Zeit verliest der Sekretär die auf verschiedene Anfragen des E. A. C. eingegangenen Antwortschreiben aus mehrern Städten, die für die Abhaltung des Kongresses in Vorschlag gebracht worden waren. Herr J. H. Kann, der den Vorsitz führte, erteilte zuerst Herrn Dr. Hantke das Wort. Herr Dr. Hantke gab in einer längern Redo eine Darstellung von den Ideen, die er und ein Kreis seiner Freunde sich über den nächsten Kongreß gebildet haben. Redner ist der Meinung, daß wir diesen X. Kongreß vor allen Dingen als einen Jubiläumskongreß betrachten sollen, und schlägt dementsprechend eine Zweiteilung der Arbeiten vor. liedner betont, daß bisher unsere Kongresse in der Hauptsache zwei Zwecken gedient haben, erstens der Demonstration nach außen hin und zweitens der eigentlichen zionistischen Arbeit. Beide Zwecke seien nützlich und sollen beibehalten werden; ein Nachteil der bisherigen Kongresse war es aber, daß man die Demonstration und die Arbeit immer zu sehr vermischt hat. Zum X. Kongresse sollen wir eine Scheidung vornehmen, und zwar derart, daß erst zwei oder drei Tage nur der Demonstration des Zionismus nach außen hin gewidmet werden sollen. Durch große und festliche Veranstaltungen der jüdisch-nationalen Studentenschaft und der jüdischen Turnerschaft aus der ganzen Welt sollen wir dartun, was der Zionismus auf dem Gebiete der geistigen und körperlichen Regeneration unseres Volkes geleistet *) Der Entwurf eines neuen Organisationsstatuts konnte erst in den allerletzten Tagen vor der Sitzung des A. C. druckfertig gemacht werden und die Kommission war noch nicht in der Lage, uns denselben zur Veröffentlichung zu übergeben. (Anm. der Red.) habe. Weiter sei eine groß angelegte Palästinaansstellung sowie eine Darstellung der national-jüdischen und namentlich der hebräischen Publizistik geplant. Drei oder vier weitere Tage kämen dann für die regelmäßigen Kongreßarbeiten in Betracht. Ein solcher Kongreß könne aber nur in einer Stadt abgehalten werden, wo er in einer großen jüdischen Bevölkerung den geeigneten Resonanzboden finden könne. Ferner hält Redner es für eine absolute Vorbedingung, daß vor dem Kongreß die leidigen Fragen, die uns zwar nicht mehr in dem Maße verteilt halten, wie vor der Jahreskonferenz, die aber noch immer nicht endgültig und zu allseitiger Befriedigung gelöst sind, durch eine yon allen Seiten ehrlich gemeinte Einigung aus dem Wege geräumt seien. Heute, in dieser Sitzung des Actions-Comites, müssen wir eine Verständigung herbeil Uhren, von der wir selbst die Uberzeugung mit nach Hause nehmen, daß sie eine dauerhafte sein wird. In der weitern Debatte, an der sich die Herren Dr. Pincus, Dr. Frankel, Jean Fischer, N. Sokolow, Rechtsanwalt Gronemann, B. Goldberg, Dr. Tschlenow, Dr. Bodenheimer, Dr. Friede mann sowie Präsident Wolffsohn beteiligten, wurde von mehreren Seiten kräftiger Einspruch gegen die Ausführungen des Herrn Dr. Hantke erhoben. Es wurde geltend gemacht,, daß, wenn auch der Zionismus sich in regelmäßigem Fortschritt befindet, doch die Tatsache, daß der nächste Kongreß gerade der zehnte ist, keine genügende Veranlassung zu einer solchen Anhäufung festlicher Veranstaltungen, wie vorgeschlagen wurde, bietet. Ferner wurde betont, daß zwar die Leitungsfrage eine äußerst wichtige sei, daß es aber durchaus unrichtig sei, in ihr die einzige Frage zu sehen, die durchaus vollständig vor dem Kongreß gelöst sein müßte. Herr Wolffsohn trat in einer längern Rede dem von einigen Seiten bekundeten Pessimismus mit Entschiedenheit entgegen. Er wies darauf hin, daß noch niemals so viel in Palästina gearbeitet worden sei wie in der letzten Zeit. Eine ganze Reihe von hoffnungsvollen Unternehmungen, wie: die Siecllurigsgenossonschaft, Versuchsstation, Arbeiterheime, hygienische Institute usw., wurden in Angriff' genominen. Auch die Opferwilligkeit hat ganz gewaltig zugenommen. Das zeigt sich in dem steigenden Ergebnisse aller Sammlungen. Nur der Sehekel hat einen Rückgang zu verzeichnen. Es sei die Aufabe des A. C, auch darin Wandel zu schaffen. Zu einein Pessimismus sei heute weniger als j<> Ursache vorhanden. Nach einer längern Diskussion wurde beschlossen, den Kongreß im Monat August in Basel abzuhalten. Es wurde ferner beschlossen, wennmöglich anläßlich des Kongresses eine Ausstellung zu veranstalten, die die kolonisatorische Tätigkeit in Palästina und die national-kulturelle Arbeit in Palästina und in der Diaspora veranschaulichen soll. Schluß der Sitzung um 10 Uhr abends. Donnerstag, den 24. November. Vormittagssitzung. Um l) Uhr vormittags trat heute das Direktorium des .1. X. F. zu einer Sitzung zusammen. Das Actions-Comite, setzte seine Beratungen um 11 Uhr fort. Den Gegenstand der Verhandlungen bildete die Agrarbank und die verschiedenen Institutionen. Nach einer Reihe von Referaten fand eine lebhafte. Diskussion statt. Uber den Punkt „Finanzen1, der Tagesordnung erstattete Präsident W olff söhn ein ausführliches Referat. Er schlug namens des E. A. C. eine zehnprozentige Besteuerung der finanziellen Institute vor. Schluß der Vonnittagssitzung 2 Uhr mittags. Nachmittagssitzung Die Nachmittagssitzung wurde zum größten Teil von der Finanzdebatte ausgefüllt. Es wurde schließlich folgender, von den Herren Wolffsohn und Warhnrg eingebrachter Antrag angenommen: Das Actions-Comite beschließt, daß die Governors beim Jewish Colonial Trust den Antrag stellen sollen, Bestimmungen zu treffen, wonach der Aufsichtsrat und das Direktorium 10° 0 des Reingewinnes nach Abzug der Reserven für die Zwecke der Bewegung erhalten. Bis diese Bestimmungen getroffen sind, soll die Bank 10°/o des Reingewinnes nach einer näher

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