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Die Welt · 1910-11-25 · 47 (25.11.1910) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
47 (25.11.1910)
Date
1910-11-25
Page
– (sequence 18)
Language
German
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(Iii) Bank doch zunächst heranziehen soll für eine Deckung der Schulden, indem wir die Dividenden nach 4 Jahren für verfallen erklären. Eine andere Finanzreform würde wahrscheinlich dasT selbe Resultat haben wie beim Deutschen Reich. Wenn wir aber sehen, daß sogar die Deutsche Reichsbank nach 4 Jahren die Coupons für verfallen erklären kann, dann können auch wir es machen. Es ist doch geradezu lächerlich, wenn eine Ber wegung, die über eine Million Kapital und über bedeutende Einnahmen verfügt, die laufenden Mittel der Leitung nicht decken kann. ■ Dr. Tschlenow: Über die Besteuerung werde ich noch bei der Spezialdebatte sprechen. Ich habe die Äußerungen des Herrn Wolffsohn mit dem Knoten zitiert. Das ist eine Empfindungssache: ich fühle den Knoten. Man muß ihn zum mindesten so gestalten, daß er nicht drückt. Das ist aber nicht geschehen. Es wurde nicht berücksichtigt, was die Jahreskonferenz wollte, daß nämlich alle Richtungen vertreten seien. Die Differenzen bestehen gewiß nicht so sehr in der Auffassung der praktischen und politischen Arbeit. Aber es hat eine Majorität und Miuorität gegeben. Dem wurde nicht Rechnung getragen. Ich habe don Eindruck, daß Berlin und Cöln zusammenstehen. Man hat uns nur ein Mitglied im Präsidium überlassen. Das ist kein Weg zur Beseitigung des Knotens. Wenn man zuv Sitzung kommt und nicht neue Knoten scharfen will, dann komme man nicht mit fünf Mitgliedern, von denen drei Berliner sein sollen und einer der Vorsitzende des Aufsichtsrates, so daß nur ein Sitz übrig bleibt. Wolffsohn: Dr. Tschlenow hat recht. Ich habe auch mitgearbeitet, aber wir dachten nicht an Personen, und es war ein Fehler, daß die Herren Namen genannt haben. Wählen Sie die Personen, die Sie wollen. Dr. Tschlenow (fortfahrend): Sie haben ja Gelegenheit, auch jetzt noch die Frage zu klären; ich muß sagen, was Dr. Bodenheimer angeführt hat, hat mich nicht aufgeklärt. Was die Zahl 5 oder 7 anbelangt, so muß ich sagen, daß wir diese Frage schon hier lösen müssen. Nun kommt die Frage bezüglich der Wahl des Präsidenten. Es wurde gesagt: aus Zweckmäßigkeitsgründen solle der Präsident vom Kongreß gewählt werden. Herr Dr. Friedemann aber weist aus Zwe<-kmäßigkeitsgiünden nach, daß der Präsident vom E. A C. gewählt werden soll. In dem Motirenbericht finde ich keine Erklärung für die Änderung des Beschlusses der Jahreskonferenz. Ich möchte darum'beantragen, daß das A. C. der Organisationskommission empfiehlt, die von der Jahreskonferenz bestimmten Richtlinien zu befolgen. Dr. Spitzer: Die Landesorganisation, an deren Spitze zu stehen ich die Ehre habe, wünscht sehnsüchtig die Schaffung eines Organisationsstatuts, und ich habe nicht deshalb dagegen gesprochen, weil es zu umfangreich ist. Ich habe mich Herrn Gronemaini angeschlossen, daß die Gesamtstatuten nicht dem Kongreß vorgelegt werden. Die Gründe des Herrn Dr. Pineus sind auch für mich maßgebend. Dr. Bodenheimer: Ich glaube, Dr. Tschlenow befindet sich doch im Irrtum, wenn er aufrecht erhält, daß die Kommission nicht vollkommen richtig gehandelt habe. Wir haben es nur für unsere Pflicht gehalten, nachdem die Entscheidung dem Kongreß obliegt, demselben auch unsern Standpunkt zu unterbreiten. Davon kann ich nicht abgehen. Ich glaube, die heutigen Vorschläge von Herrn Dr. Tschlenow können nicht angenommen werden. Man denke, der Präsident des Zentralausschusses und des Präsidiunis sollen in einer Körperschaft sein. Nun denken Sie sich, daß die beiden verschiedener Ansicht sind, dann wäre ja der Leiter des Zentralausschusses der eigentliche Präsident. Feh glaube, dieser Vorschlag ist nicht annehmbar. Wir sind der Meinung, daß man ein Statut, wenn man es für Jahrzehnte schafft, nicht auf Personen zuschneiden darf. Was die Frage des Vorsitzenden des Aufsichsrates betrifft, so habe ich schon gesagt, daß ich die im Statut vorgeschlagene Losung nicht für eine glückliche halte, aber die Jahreskonferenz hat sie uns aufgezwungen. Aber wenn das Große A. C. zu einem andern Resultat kommt, dann wird es mich nur freuen. Wenn also der Vorsitzende des Aufsichtsrates des J. C. T., der A. P. C. und des J. N F. mit beratender Stimme zugezogen werden, dann wird es sehr gut sein. Der Grund, warum wir fünf Mitglieder für das Präsidium vorschlagen, ist der, daß wir gesehen haben, daß, da ja die Vertreter der Institutionen noch dazu kommen, die Körperschaft sonst zu groß sein würde. Damit wir zu einem Schlüsse kommen, überlassen Sie die EiJedigung der Organisationskoimnission. Ich bitte Sie also, den Antrag Gronemann abzulehnen und eine Organisationskommission aus 21 Personen zu wählen. Schein: Man hat von den Schwierigkeiten der Föderation in England und Amerika gesprochen. Diese Schwierigkeiten könnten auch bei uns in Rumänien eintreten. Ich möchte mich deshalh entschieden gegen die Föderationsbildungen in einem Lande aussprechen. Ich kann mir eine territoriale Abgrenzung aus administrativen Gründen denken, nicht aber die Schaffung zweier Organisationen, deren Tätigkeit sich auf das ganze Land erstreckt. In unserer Bewegung sollen alle Schattierungen ihren Ausdruck finden. Das darf aber nicht dazu führen, daß infolge des Föderationsprinzips ein junger Mann, wie es in einer Stadt in Rumänien geschehen ist, plötzlich auftaucht mit Schekolim einer Föderation und unsere eingebürgerte alte Schekelorganisation über den Haufen wirft. Dasselbe gilt auch vom Nationalfonds, wozu noch kommt, daß eine Kontrolle über die Gelclgebarung solcher in aller Welt zersprengten Elemente sehr ersehwert wird. Dazu kommt, daß an manchen Orten durch das Sammeln der Schekolim für eine andere Föderation denjenigen Schekelzahlorn, die früher die Möglichkeit hatten, einen Delegierten zu wählen, die Ausübung dieses Rechtes durch die Zersplitterung der Schekelsammlungen unmöglich gemacht wird. Dr. M u n k : Bezüglich der Ausführungen des Herrn Schein möchte ich bemerken, daß ja nach dem neuen Statut dem Mißbrauch gesteuert werden soll, wonach aus persönlicher Ranküne eine Zersplitterung herbeigeführt wird. Die Bildung von mehreren Landesverbänden soll nur eventuell in Berücksichtigung zwingender Gründe gestattet werden. Herr Struck ist vielleicht theoretisch im Rechte, wenn er sagt, daß es ein Golusprinzip ist, wenn wir auf der Landesorganisation basieren. Aber praktisch sind wir ja im Golus und müssen den Verhältnissen Rechnung tragen. Gerade dadurch, daß nur die Parteianschauungen für die Biiäung einer Föderation allein maßgebend sind, würde ohne den Landesverband durch das Aufeinanderplatzen der Parteianschauungen eine Gefahr finden Bestand der Organisation herbeigeführt werden. Im Staate werden die Parteien ja eben nur durch den Zwang des Staates zusammengehalten. AVenn man auf dein Standpunkt steht, die Landesorganisationen aufrecht zu erhalten, dann muß man ihnen aber auch die nötigen Mittel schaffen. Wenn sich die Organisationen wie Misrachi und Poale Zion erhalten können, dann sollen sie es tun. Es geht aber nicht an, daß dies auf Kosten der Landesorganisation geschieht. Herr Struck hat gesagt, man solle lieber alles lassen, wie es ist. Das ist der unglücklichste Vorschlag, denn die Verhältnisse sind heute so verfahren, daß es einfach nicht weitergehen kann, und jede Regelung wäre besser als gar keine. Dr. Tschlenow hat gesagt, wir hätten uns nicht strikt an die Beschlüsse der Jahreskonferenz gehalten. Aber es wurde ja schon darauf hingewiesen, daß in dem wichtigen Punkt der Wahl des Präsidenten zwei Fassungen von der Kommission formuliert worden sind, die beide dein Kongreß unterbreitet werden sollen. Allerdings setzten wir voraus, daß nicht nur die Paragraphen, sondern auch die Motive gelesen werden. Trietsch: Ich will nur auf eine Frage eingehen, d. i. der eingeschobenen Körperschaft im neuen Statut, des Zentralausschusses. Ich glaube, man hat sie an falscher Stelle eingeschoben. Dadurch haben Sie den Konflikt mit den zwei Präsidenten heraufbeschworen. Es ist mit größter Ausführlichkeit von der Besoldung der Mitglieder des Präsidiums gesprochen worden. Wir wollen volle Arbeit und nicht, daß die zionistischen Hauptaufgaben im Nebenamte ausgeführt werden. Darum sind wir für die Bezahlung. Erst dann werden Sie volle zionistische Arbeit haben. Sobald Sie die Mitglieder der Leitung honorieren, werden Sie auch größere Ansprüche stellen können. Bezüglich der Wahlen zum Kongreß wollte ich noch vorschlagen, daß die Mitglieder des Großen A. C. eo ipso Delegierte des Kongresses seien. Es wird zur Abstimmung über die vorliegenden Anträge geschritten. Der AntragDr. Bodenheimer auf Einsetzung einer Kommission von 21 Mitgliedern für die endgültige Redaktion des* Organisationsstatuts, die ihre Vorschläge dem A. C. unterbreiten soll und beauftragt wird, sich strikte an die Beschlüsse der Jahreskonierenz zu halten, wird angenommen Es wird hierauf über die Mitglieder für die Organisationskommission abgestimmt, und es werden folgende Herren gewählt:

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