Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 45 (11.11.1910)
- Date
- 1910-11-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 45;-- . . - DIE^ dü denn in dir so gar keine Verpflichtung, etwas Besseres Höheres sein zu wollen? „laaa — a — a — a!" kam es in gleich schläfriger Weise als Antwort zurück. „Nun, bis jetzt wenigstens, hast du dies nicht gezeigt! Aber ich denke,es wäre endlich an der Zeit, sich aufzuraffen und ein anderer zu werden! — Nichts als schlafen und wie Jer schlafen! — Meinst du wirklich, daß dies so auf die Dauer wird fortgehen können? Wie?" Auf diese Frage unseres Leviathnn erfo'gte keine Antwort, so angestrengt er auch hinhorchte. Offenbar hatten schön die bereits erteilten Antworten den Messiasesel so sehr erschöpft, daß er nach dieser außergewöhnlichen Leis'ung ein dop weites Rechtauf Ruhefür sich beanspruchen?u dürfen glaubte. — Nachdem also der Leviathan vergeblich auf eine Rückäußerung gekartet, wandte er sich unwillig ab, murmelte mißmutig etwas von beschränktem Eselsverstande vor sich hin und gab sich darauf wiederum seinen unterbrochenen gewohnten Schwimmübungen hin. — Da ließ ihn plötzlich ein ungewohntes Geräusch innehalten. Et was wie ein Schlüssel drehte sich im Schlosse, starke Tritte kamen immernäherund näher, und jetzt konnteer auch schon ganz deutlich ein Gespräch, das von mehreren Personen herrühren mußte, aus dem Nebenraume, woselbst der Messiasesel stand, in einzelnen abgerissenen Sätzen vernahmen. Und eine Stimme sagte: „Dieser hier, Messias, ist der Esel, der bereits die längste Zeit über für deine Zwecke vorbereitet steht." Darauf die andere Stimme: „Ja, aber er hält seine Augen geschlossen, und der Gute scheint recht fest zu schlafen, denn es hilft nichts, so sehr ich ihn aufrüttele." Die erste Stimme: „Er wird schon aufwachen, du mußt ihn nur etwas unsanfter anfassen. Du gELT — 1195 darfst auch deinen Stab zu Hilfe nehmen, um ihn zu seiner Pflicht zurückzuführen!" : Die jetzt auf den Rücken des Esels herniedersausenden Schläge ließen den ängstlich lauschenden Leviathan erschrocken zusammenfahren. E n aufrichtiges Mitleid mit seinem armen Nachbar durchzog ihn. Aber sonderbar, dieser sdren merkwürdig ruhig all' dies über sich ergehen zu lassen; nicht der geringste Laut, nicht der leiseste S:limerzensschrei war von ihm zuhören. Wie gut sich sein Freund versteen konnte! Oder sollte wirklich der Schreck über die unvermutete Ankunft seines Herrn ihn gelähmt, ihm gar das Lebenslicht ausgeblasen haben?! Er konnte es schon nicht erwarten, sich darüber Gewißeit zu verschaffen. Nun, die Leute von nebenan müßten ja bald sich entfernen, denn jetzt hörte er wieder diezweite Stimme resigniert ausrufen: „Wie du siehst, es nützt alles nichts! Ich glaube, daß wir hier schon eine höhere Macht werden zu Hilfe rufen müssen". „Gut, tun wir das!" stimmte der andere bei. — Und der Messias und sein Begleiter machten sich auf den Weg hin zum lieben Gott, dem sie von dem merkwürdigen Sachverhalte berichteten, wie der Esel um alles in der Welt nicht von seiner Krippe fortzubringen sei, und daß sie darum um seine Unterstützung anzusuchen genötigt wären. Aber der liebe Gott hörte beide mit gewohnt mild lachendem Ernste an, dann gab er nach kurzer Überlegung folgende Antwort: „Mein lieber Messias, so gern ich es auch täte, ich vermag dir hierin nicht zu helfen; denn solange es auf der Welt auch nur einen Esel gibt, dem seine Ruhe und Bequemlichkeit über alles geht, ist die Zeit für dein Erscheinen unter den Menschen noch nicht gekommen." An alle Zionisten! Gesinnten gsgen ossen! Die Palästina-Kummer der „Welt" hat in allen Kreisen der jüdischen Öffentlichkeit einen beispiellosen Erfolg z%i verzeichnen gehabt. Die Re Servern*fläge ist vergriffen t Nachdem Infolge der eifrigen Proimgand^tatigkeit unserer Gesinnungsgenossen das Interesse für die<e Kammer ein fortwährend .steigendes geworden ist, hat sich das Zionistische Zentralbureau entschlossen, die Palästina-Nummer der „Welt" in zweiter, verstärkter Auflage als Sammelschrift Uber Palästina im Verlage der „Welt"'herauszugeben. Die neue Hammelschrift wird eine durchaus selbständige Publikation von dauerndem Wert sein. Sie wird jedem Zionisten die Werbearbeit für Palästina in hohem Maße erleichtern, indem sie ihn in den Stand setzt, an der Hand eines umfassenden Materials die Resultate jüdischer Arbeit in Palästina Jedermann Mar vor Augen zu führen und das Interesse f ür unsere Bewegung in alle jüdischen Kreise zu tragen. Diesem Zweck entsprechend, ist also die neue Sammelschrift „Palästina" keine reguläre Nummer der „Welt", sondern ein besonderes, in unserm Verlag erschienenes Werk. Der Preis der Sammelschrift „ Palästina" wird sich infolge des vergrößerten Umfangs für Deutschland und Österreich-Ungarn auf 85 Pfennig 1 Kr., für alle übrigen Länder auf 1 Mark stellen. Exemplare auf Kunstdruckpapier 2 Mark. Dementsprechend berechnen wir den zionistischen Vereinen, Vertrauensmännern and Kolporteuren in Deutschland in allen übrig. in Deutschland in allen, ühi iy. u. Osten:-Ungarn Ländern u. Ö-terr .-Ungarn Ländern 10 Exemplare mit 8.— J6 9.— SO Exemplare mit J6 35.— Jf 40.— 25 „ „ „ 1S.75 ■„ 21.25 100 „ „ „ 65.— „ 75.— Wir erwarten, daß alle unsere Gesinmingsgenossen die Propaganda für die Sammelschrif't „Palästinas* nach Kräften bei1 reihen werden. Ihr Eifer in der Verbreitung der Schrift wird ein Gradmesser-sein für die Stärke des Interesses, das in unsern Kreisen für die praktische Arbeit in Palästina besteht. Wir bitten alle unsere Freunde, die gewillt sind, sich an dieser im Interesse der Palästina- Kummer unternommenen Aktion zu beteiligen, sich unverzüglich mit uns ivegen des nötigen Agitatioiismaterials (Prospekte, Bestellkarten usw.) in Verbindung zu setzen. Verlag „DIE WELT«.