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Die Welt · 1910-10-28 · 43 (28.10.1910) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
43 (28.10.1910)
Date
1910-10-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 43 DiE2|K ELT 1149 .9 1 4 und mehr eingesehen, welche schätzenswerte Hilfstruppe sie an der straff disziplinierten Schar der im B. J. K. vereinigten Akademiker haben, und wir glauben, schon heute von uns sagen zu dürfen, daß manches jüdische Werk in Deutschland ohne unsere Mitarbeit nicht zustande gekommen wäre. Es soll hier nur beispielsweise auf die Jugendbundorganisationen und das Arbeitsamt für jüdische Akademiker hingewiesen werden. So sind auch zahlreiche alte Herren des V. J. St. bereits in führende Stellungen in den jüdischen Verbänden eingerückt; V. J. St.er sind fast überall die leitenden Männer gewesen, wenn es galt, im Gemeindewatilkampf eine Repräsentanz zu schaffen, die sich ihrer jüdischen Aufgaben und Pflichten bewußt ist, und insbesondere haben jüdische Palästinabestrebungen jeder Art in dem Kreise der V, J. St. immer freudigste und tatkräftigste Unterstützung gefunden. — Im V. J. St. erhalten die jüdischen Akademiker systematisch diejenige Vorbildung, die sie zu einer derartigen tätigen Teilnahme am jüdischen Leben befähigt: Unterricht in der jüdischen Geschichte, namentlich des 19- Jahrhunderts, sowie ausgedehnte Unterweisung in den Fragen des modernen jüdischen Lebens (Nationaljudentum und Zionismus, Antisemitismus, Organisation der Juden), von geeigneten Bundesbrüdern erteilt, dienen dazu, die jüdischen Interessen der V. J. St. zu wecken und ihnen feste Grundlagen zu geben. Es ist selbstverständlich, daß dieser Unterricht sich vom Schulrnäßigen ganz fern hält und seiner Aufgabe, unmittelbar praktischen Zielen zu dienen, nie vergißt. Hieran schließt sich eine Unterweisung in der Geschichte der studentischen Korporationen und im Komment. Wenn der B. J. K. seiner jüdischen Aufgabe eingedenk, seine studentische Orgenisationsform auch nie als Selbstzweck betrachtet hat, so hat er doch stets den größten Wert darauf gelegt, seinen Mitgliedern eine gründliche korporative Erziehung mitzugeben. Schon jetzt können wir für das kommende Semester die günstigste Prognose stellen. Es wird das 20. des B. J. K. sein. Das im Dezember in Berlin stattfindende 10. Stiftungsfest, verbunden mit dem 10. Kartelltag, wird eine großartige Kundgebung der Stärke und Bedeutung des B. J. K. sein. Bei dieser Gelegenheit wird sich ein großer Teil der V. J. St. in Berlin zusammenfinden; auf dem Kartelltage werden wichtige Fragen organisatorischer und allgemein-jüdischer Art zur Beschlußfassung vorliegen; durch die festlichen Veranstaltungen werden wir uns an die weitesten jüdischen Kreise Berlins wenden und ihnen Gelegenheit geben, sich über die Tätigkeit und die Leistungen des B. J. K. zu informieren. Im Auftrage des Präsidiums, in dessen Händen die Leitung des B. J. K. liegt, erteilen gern nähere Informationen: Dr. Arnold Hildesheimer, Berlin N. 24, Friedrichstraße 130 und Referendar Erich Cohn, Berlin W. 57, Yorkstraße 46. Verlobung Fräulein Pauline Herzl in Wien, die älteste Tochter Theodor Herzls, hat sich mit Herrn Ingenieur J. Hift in Serajewo verlobt. Zionistische Banken In Nr. 43 der Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwesen „Plutus" (Herausgeber Georg Bernhard, Berlin) veröffentlicht unser Gesinnungsgenosse Herr Dr. Hans Gideon einen instruktiv und interessant geschriebenen Aufsatz über „Zionistische Banken1', in welchem nach einer gedrängten historischen Darstellung des Zionismus die Palästinaarbeit unserer finanziellen Institutionen und des Nationalfonds eingehend besprochen wird. Eine neue hebräische Zeitschrift in Berlin. In Berlin beginnt demnächst ein neues hebräisches Wochenblatt „Haibri" zu erscheinen, das sich die Aufgabe stellt, im Geiste des nationalen und historisch-überlieferten Judentums ohne parteiische Einseitigkeit die Interessen der Gesatntjudenheit zu vertreten und die jüdischen Kulturschätze aus Vergangenheit und Gegenwart den weitesten west- und ostjüdischen Kreisen in volkstümlicher Weise näherzubringen. Die Ankündigung der Begründung der neuen Zeitschrift ist von einer Reihe namhafter Persönlichkeiten unterzeichnet, so u. a. von Dozent Dr. E. Baneth, Baron David Günzburg, Dr. M. Hildesheimer, Professor Sulzbach, Hermann Gumperz, Chachambaschi Jacob Meir, Professor E. Mittwoch, Prof. Margolis, Prof. I. Friedländer, Rabbiner Kuk, Hermann Struck u. a. Zahlreiche bekannte Gelehrte und Schriftsteller haben dem neuen Blatte ihre Mitarbeit zugesichert. Der Bezugspreis des „Haibri" beträgt 8 Mk. jährlich. Abonnementsbestellungen sind zu richten an Dozenten Dr. E. Baneth, Berlin C, Rosenthalerstr. 25, oder an Herrn Dr. M. Hildesheimer, Berlin, Linienstr. 111. Die Adresse der Redaktion ist: „Haibri", Berlin N. 24. Unser gewesener Kollege, Herr Dr. Jakob Klatzkin, ersucht uns um Veröffentlichung folgender Zeilen: Aus der Redaktion der „Welt4 ausscheidend, sage ich Mitarbeitern und Freunden, die mir zur Seite standen, besten Dank. Meine Adresse für die nächste Zeit: Lublin (Euss.-Polen) bei Rabbiner E. Klatzkin. Dr. Jakob Klatzkin. Deutschland Berlin, 8. Okt. Am vergangenen Sonnabend tagte hier zum erstenmal wieder die hiesige Misrachigruppe nach der Sommerpause. Herr Hermann Struck referierte über den Frankfurter Delegiertentag. Nach einer kurzen Debatte wandte man sich dem Winterprogranim der Vereinigung zu. Da der vorjährige Winter fast ausschließlich propagandistischen Zwecken diente, so soll in diesem Jahre die Innenarbeit mehr in den Vordergrund treten. Interne Besprechungen, ein Schiur, ein hebr. Sprachkursus wurden zu diesem Zwecke beschlossen. Die Reihe der öffentlichen Vorträge soll, so bald als nach den Festeswochen möglich, mit einem Montefiore-Vortrag begonnen werden. Im Westen Berlins ist, wie schon gemeldet ein Jüdischer Frauenbund für Turnen und Sport gegründet worden. Es wird in einer Frauen- und in einer Schülerinnen-Abteilung geturnt. Eine Frauenabteilung, die am Nachmittag turnen soll, ist in Aussiebt genommen. Turnzeiten: Frauenabteilung Montag 8—10 Uhr, Turnhalle der Charlottenschule, Steglitzer Str. 29; Schülerinnenabteilung Mittwoch 6—',28 Uhr, Turnhalle der XIII. Realschule, Schleswiger Ufer 14. Die in Vorbereitung begriffene Frauenabteilung wird vom 1. November ab amDienstag von 6—712 Uhr im Werner-Siemens-Real-öymnasium, Hohenstaufen-Str. 47 48, turnen. Fechtübungen finden jeden Mittwoch statt Nähere Auskunft erteilt die Schriftführerin Fräulein Helene Cohn, Kurfürstenstr. 118. Hamburg. Am 20. Oktober hielt die zionistische Ortsgruppe Hamburg-Alto na eine Mitglieder-Versammlung ab. Der Vorsitzende Herr Rechtsanwalt Bernhard D avid richtete einen Appell an die Mitglieder zu energischer Mitarbeit und erörterte das Programm für den kommenden Winter, in welchem alle 14 Tage Mitgliederversammlungen stattfinden sollen. Herr Leopold Landau erstattete hierauf ein eingehendes Referat über den Delegiertentag in Frankfurt a. M., welches lebhaften Beifall fand. Herr Referendar Grottschalk besprach die jüngsten Ereignisse in der Bewegung. In der den Eeferaten folgenden Debatte wurde besonders darauf hingewiesen, daß die Neugestaltung der türkischen Gesetzgebung den Erfolg der zionistischen Palästina-Arbeit sichere, die nunmehr mit verstärkten Kräften fortgeführt werden müsse. Es wurde die Einrichtung von Pal ästin akursen und die Pflege der hebräischen Sprache angeregt, während man auf der andern Seite eine intensive Beschäftigung mit den theoretischen Grundlagen des Zionismus verlangte. An der interessanten Diskussion beteiligten sich u. a. dieHerrenEstermann, Dr.Richard Huldschiner, Heinr.Mayer, Dr. Oscar Nathan und Dr. Victor. Hamburg« In der Frauen-Vereinigung der zionistischen ()rtsgruppe Hamburg-Altona fand am Montag den 10. Oktober die General Versammlung statt. Nach Begrüßung der erschienenen Mitglieder durch die Vorsitzende Frau Huldschiner erstattete Frau Di. Halpern den Jahresbericht und in Abwesenheit der Kassiererin einen Auszug aus dem Rechenschaftsberichte. Es war der Frauen-Vereinigung möglich, trotz sehr bedeutender Kosten und An Schaffungen für eine imKongreßgebäude eingerichtete Teestube einen Überschuß zu erzielen, so daß über 400 Jt zugunsten der nationalen Institutionen und für den Kinderferienfonds Verwendung fanden. Ein kleiner Reinerlös des Kinder-Purimfestes wurde durch die ►Sammeltätigkeit der Mitglieder und gütige Spenden auf eine Summe von 1400 Jl erhöht, so daß ein geeignetes Gartengrundstück in Niendorf gemietet und so eingerichtet werden konnte, daß ca. 70 Kinder während vier Wochen für den ganzen Tag liebevolle Aufsicht und Verpflegung fanden. Durch das Entgegenkommen des Turnvereins Bar Kochba wurde ihnen auch zweimal wöchentlich Turnunterricht zuteil. Die Neuwahlen beriefen die Damen Frau H. Huldschiner (Vorsitzen de\ Frau Abraham, Frau Dr. Chwolles, Fräulein Ella Cohen, Frau Dr. Halpern, Frau Haskel, Fräulein R Lübke, Frau C. Mathias011 und Fräulein J. Wolff in den Vorstand. Es folgten Besprechungen des Winterprogramms. Ein Beschluß, vom 3. November ab jeden zweiten Donnerstag im Logenheim Hartungstraße 9 — 11 eine zwanglose Zusammenkunft der Mitglieder von 8—10 Uhr abends einzuführen, fand allseitige Zustimmung. Ratibor. Die zionistische Ortsgruppe veranstaltete am 15. d. M. im Saale von Brucks Hotel eine öffentliche Versammlung, die außerordentlich gut besucht war und von Herrn Louis P in c z o w e r geleitet wurde. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Zahnarzt Block,

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