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Die Welt · 1910-10-28 · 43 (28.10.1910) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
43 (28.10.1910)
Date
1910-10-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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148 DIE3§£E LT Hunde. Diese ließen sich nicht lange auffordern, sie jagten ihm nach, hissen und rissen an seinen Beineu. Einige packten ihn an den Schenkeln, andere sprangen ihm sogar an die Gurgel. Methusalem begann bald zu röcheln, so lang und tief, bis ihm der Atem ausging. X. Am folgenden Tage erhielt die Bande ihren verdienten Lohn. Abgesehen davon, daß sie sich beim Herunterfallen Kopf und Nasen zerschlagen hatten, erhielten sie Hiebe zu Hause und Prügel von Chaim Chone, dem Lehrer. Und mehr als auf alle fiel auf Kiwele: denn alle übrigen weinte« wenigstens, wenn man sie schlug, Riwele aber, im Gegenteil, lachte noch. Natürlich erhielt er nur um so mehr Prügel. Docl» je mehr man ihn schlug, um so mehr lachte er. Man schlug ihn so hinge, bis Chaim Chone, der Lehrer, selbst in Lachen ausbrach, und seinem Beispiel No. 43 folgten die Schüler. Es entstand ein solches Gelächter, daß alle Nachbarn zusammenliefen, Vorübergehende, Männer und Frauen, Jungen und Mädchen von der Gasse. Was ist das für Gelächter V Warum lacht man? Aber niemand konnte ihnen antworten, denn alles lachte. Also mußten die frisch Hinzugekommenen mitlachen; Nun mußten die ersten noch stärker lachen, was die frisch Hinzugekommenen von neuem ansteckte, gleichfalls stärker zu lachen. Kurz, man wälzte sich vor Lachen und hielt sich die Seiten. Nur zwei Menschen lachten nicht. Das waren Kasriel, der Wasserführer, und sein Weib. Wenn ein Kind — Gotte behüte — aus dem Hause wegkommt, weiß ich nicht, ob man darüber so viel weinte, als Kasriel und seine Frau über ihren großen Schaden, wegen ihres armen Pferdchens, wegen Methusalems geweint haben. AUS DER BEWEGUNG (T o o o o o o c IL 3 o o o o o o o I THE JEWISH COLONIAL TRUST (Jüdische Kolonialbank) LTD., LONDON E. C. Bilanz per 30. September 1910 PASSIVA: Autorisiertes Kapital: 100 Gründeraktien a £ 1.— 1 909 900 Stammaktien k £ 1.— Gezeichnetes Kapital: 100 Gründeraktien ä £ 1.— 257 318 Stammaktien a £ 1.— vollbezahl r Reservefonds........... Trattenkonto........... Rediskontkonto.......... Akzeptkonto........... Kreditoren............ Pensionsfonds.......... Dividendenkontol902 04 0G/O7J08(unbehobene Dividende)...... Dividendenkonto 1909 (unbehobene Dividende)........... Gewinnu.Verlustkontol909(Vortrag) E i n nahmen.......... 2 000 00ü|—|— 100 — 1 999 9001—; 100,- 257 3 \s\- 257 418 3 732 4150 13 860 32 882 99 533 500 15 682 5 525 188 13 115 s. i d. 5 15| 4 446 589! Ii 4 AKTIVA: Kasse: Bar und bei Banken. . . . Wechsel- und Devisenkonto . . . . Debitoren gegen Akzepte (wie neben) The Anglo Palestine Company Ltd., Jaffa"............. TheAnglo Levantine Banking Comp. Ltd., Konstantinopel...... Debitoren: a) Nostri............ b) Lori und Diverse....... e) Gegen Unterpfand...... Effektenkonto.......... Mobiliar............. Ausgaben .......... £ s.!d. 52 489 111723 9 828 I I : s.ld. 6 759 17 54 072113 32 882! 1 40 320| 2 5 24 35219 5 174 041 10; 8 107 495 :19 5 588|16 6 075!— 446 589 II 4 Semesterbericht des Bundes Jüdischer Korporationen Der Bund Jüdischer Korporationen (B. J. K.) blickt auf sein 19. Semester zurück. Ihm gehören zurzeit 10 „Vereine Jüdischer Studenten" (V. J. St.): Berlin und Makkabaea, Charlottenburg, Breslau, Straßburg, Freiburg, Königsberg, München, Marburg und Bonn an; seine Mitgliederzahl hat das halbe Tausend überschritten. Schon dieser äußere Erfolg des B. J. K. beweist, wie sehr sein Programm dem Bedürfnis der deutschen Judenschaft entspricht. Mit. richtigem Blick erkannten die Gründer des ersten V. J. St., daß das charakteristische an dem heutigen jüdischen Leben in Deutschland seine Vielgestaltigkeit ist. Dieser Zustand ist noch heute, 15 Jahre nach der Gründung des ersten V. J. St. (Berlin), derselbe. Deshalb hat sich auch in diesem immerhin beachtbarem Zeitraum das Programm des B. J. K. in seiner Weitherzigkeit auf das beste bewährt. Der B. J. K. verlangt von denen, die sich ihm anschließen wollen, nichts als den ehrlichen Willen, Jude zu sein und an der Entwicklung eines lebendigen Judentums mitzuarbeiten. Dieses „lebendige Judentum" erschöpft sich für uns bei weitem nicht in der Bekämpfung des Antisemitismus — so wichtig diese gewiß auch ist, vielmehr haben es die V. J. St. von jeher als ihre wichtigste Aufgabe angesehen, soweit es in ihren Kräften liegt, jener Zerrissenheit des deutschen Judentums ein Ende zu machen und die Entstehung eines ganzen und umfassenden Judentums zu fördern. Damit stellten sie sich in den Dienst der in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts erwachten jungjüdischen Bewegung, die auf der Einheitlichkeit und Solidarität der Juden in aller Welt fußend, den lebenskräftigen Inhalt des Judentums erhalten und entwickeln will. Die Gegnerschaft des B. J. K. galt damit von vornherein jedem Versuche, unter dem Scheine „zeitgemäßer Fortbildung" tatsächlich wertvolle Bestandteile des Judentums zu zerstören; seine Sympathie jeder ernsthaften Arbeit für unser Volk, die innere Entwicklung der B. J. K.er und V. J. St.er hat uns Recht gegeben. Die großen positiv-jüdisch gerichteten Organisationen Deutschlands haben mehr

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