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Die Welt · 1910-10-17 · 41-42 (17.10.1910) · page 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
41-42 (17.10.1910)
Date
1910-10-17
Page
– (sequence 99)
Language
German
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Im Sommer 1889 fand infolgedessen in Wilna eine dritte Konferenz statt, zu der sich 38 Delegierte von 35 Vereinen eingefunden hatten. Die Seele dieser Konferenz war Rabbiner Mohilewer. An Stelle, des abtretenden Pinsker wurde ein Triumvirat gewählt, bestehend aus Mohilewer-Bjalistok, S. J. Finn- Wilna und A. Grünberg-Odessa. Die Konferenz faßte den Beschluß, der Propaganda des Palästinagedankens in Wort und Schrift unter den weiten Volksmassen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Es wurde ferner beschlossen, für Qederah, Pethach-Tikwah und Jessod-Hamaleh, die unter allzu kleinem Bodenbesitz zu leiden hatten, weitere Bodenstücke zu erwerben. Die Einkünfte der Chowewe-Zion sollten in der Weise verbraucht werden, daß 70°/o für die Bedürfnisse der alten Kolonien ausgegeben werden, Neben Pinsker, Mohilewer, Lilienblum, Cederbaum, Rabbinowitsch waren auch die Vertreter der jüngern Generation, Achad-Haam aus Odessa, Ussischkin und Mase aus Moskau, Wassily B er mann aus Petersburg, Temkin aus Jelisabethgrad u. a. m. zur Generalversammlung herbeigeeilt. Die Versammlung verlief in außerordentlich gehobener Stimmung. Als Vorsitzender der Gesellschaft ging aus den Wahlen, wie zu erwarten war, Dr. Pinsker hervor. In das Komitee wurden u. a. Achad-Haam wie auch die Schriftsteller Ben-Ami und O. Eisenstadt gewählt.— Die Chowewe-Zionvereine räumten somit ihren Platz dem Odessaer Komitee, nachdem sie im Laufe von 5]U Jahren am Palästinawerk nach Kräften mitgearbeitet und für Pethach-Tik wah, Jessod-Hamaleh und Gederah zirka 300 000 Frs. ausgegeben hatten. Lämelschule in Jerusalem während die andern 30% zum Ankauf neuer Grundstücke verwendet werden sollten. III. Die offizielle Gründung der Odessaer Palästinagesellschaft. Ihre ersten Arbeiten. Die Reaktion. Die Krisis in Palästina. Achad-Haams Kritik und Reformvorschläge. Es sollte aber nicht mehr lange dauern, bis Dr. Pinsker wiederum an die Spitze trat, diesmal als Vorsitzender der von der Regierung inzwischen genehmigten Palästinagesellschaft zu Odessa. Die Bemühungen Cederbaums, Pinskers, Lilienblums und der andern wurden endlich von Erfolg gekrönt. Am 22. Februar 1890 wurde das Reglement der „Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina" vom Minister des Innern genehmigt. Am 14. April des gleichen Jahres fand die erste Generalversammlung der neugegründeten Gesellschaft statt. 182 Vertreter waren aus Odessa und der Provinz erschienen, darunter die hervorragendsten und verdienstvollsten Adepten der Bewegung. Die historische Gerechtigkeit erfordert, festzustellen, daß die Chowewe-Zionvereine nie daran dachten, durch Almosen die alte Heimat des jüdischen Volkes neu zu beleben. Es war ihnen nur darum zu tun, die Kolonien so lange zu unterstützen, bis sie auf eigenen Füßen stehen und als Beweis für die Möglichkeit der landwirtschaftlichen Besiedlung Palästinas durch die Juden dienen könnten. Das neugewählte Komitee mit Dr. Pinsker an der Spitze nahm sofort seine energische und zielbewußte Tätigkeit auf. Nachdem die nötigen technischen und organisatorischen Arbeiten in Rußland erledigt und in Jaffa ein Exekutivorgan geschaffen war, ging das Komitee an seine eigentliche Tätigkeit. Neben Gederah, Pethach-Tikwah und Jessod Hamaleh, für welche das Komitee noch lange Zeit zu sorgen hatte, kamen jetzt noch Wadi-Chanin und bald darauf nacheinander Rechoboth (1890), Mischmar-Hajarden (1890) und später das Schmerzenskind der Kolonisation, das die meisten Opfer an Gut und namentlich an Blut erforderte, aber vielleicht auch die besten Aussichten für die Zukunft hat, das vielgeprüfte Chederah, — jenes

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