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Die Welt · 1910-10-17 · 41-42 (17.10.1910) · page 91

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
41-42 (17.10.1910)
Date
1910-10-17
Page
– (sequence 91)
Language
German
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No. 41 DIE^E LT: 1085 baumes, der von seiner Stätte entwurzelt und hoch in die Alpen wieder verpflanzt worden ist — ohne Qlasdecke von oben und ohne Wärmezufuhr von unten. Vereine zur Pflege der hebräischen Konversation entstehen und gehen bald wieder ein. Was von vornherein einen künstlichen Charakter trägt, lediglich einer Art Sport dienen soll, kann auf die Dauer gegen Hindernisse nicht erfolgreich ankämpfen. Die auch in der Diaspora angenommenen neuen Wortbildungen können wohl schließlich die Literatursprache, bereichern — aber nur in der Schrift, doch nicht im mündlichen Gebrauch, Die wichtigste Aufgabe, die im Bereiche der Möglichkeit liegt, ist die hebräische Erziehung im ersten Kindesalter. Wollen wir nicht, daß unsere Kinder im Qolus „einem andern Volke hingegeben" seien, so ist es unsere Pflicht, jene wenigen Jahre vor Beginn des Schulbesuchs, da die Qeistesregsamkeit des Kindes sich zu entfalten beginnt, der Nation zu weihen. Überall, wo es eine jüdische Bevölkerung gibt, sollten hebräische Kindergärten begründet werden, in denen die Kleinen spielend, tanzend und singend das Hebräischsprechen lernen würden. Wenn sie dann etwas älter geworden, könnten die Kinder in den wenigen dafür bestimmten Stunden nach der „Ibrith-bibrith"-Methode lesen lernen und so dazu gelangen, die biblischen Texte und prophetischen Visionen, sowie Auszüge aus dem Talmud, den iVlidraschin und der Geschichte Israels mit Verständnis und Entzücken zu lesen. Geben wir unserm Kinde einen solchen Vorrat auf seinen Lebensweg mit, so können wir zuversichtlich hoffen, daß es auch späterhin von diesem Vorrat mehr oder weniger genießen werde; daß seine schönen Jugenderinnerungen das ganze Leben lang in seinem Herzensgrunde lebendig eingegraben bleiben möge. Erretten wir das kommende Geschlecht, auf daß uns die Zukunft gehöre! Die Palästinaliteratur Von Dr. P. Thomsen-Dresden Als eine „conditio sine qua non für unser praktisches Vorgehen nach den modernsten wissenschaftlichen, technischen und sozialen Errungenschaftena bezeichnete Dr. A. Neufeld in seinem „Versuch einer Bibliographie für die Zwecke der wirtschaftlichen Erschließung Palästinas" (Wien 1902) die Herstellung einer umfassenden Bibliographie der Palästinaliteratur. Mit welchen ungeheuren Schwierigkeiten ein solches Unternehmen verknüpft war, hat er selbst deutlich erkannt und trotzdem in seinem Versuche ein anerkennenswertes Hilfsmittel geboten. Seitdem sind die Schwierigkeiten in erhöhtem Maße gewachsen, da jahraus, jahrein eine Unmenge von Büchern und Artikeln in allen Sprachen der Erde über Palästina veröffentlicht wird, und keine der sonstigen Bil liographien diese sämüich verzeichnet. Deshalb habe ich, um die von Reinhold Röhricht in seiner Bibliotheca geographica Palaestinae (Berlin 1890) begonnene und von andern bis 1894 in der Zeitschrift des Deutschen Palästinavereins fortgesetzte Arbeit weiterzuführen, die Literatur der Jahre 1895 bis 1904 in meiner Systematischen Bibliographie der Palästinaliteratur, Band I (Leipzig 1908), zusammengestellt, und noch in diesem Jahre wird der zweite Band erscheinen, der die Jahre 1905 bis 1909 umfaßt. Während der erste Band 2918 Nummern aufführte, wird der zweite für den halben Zeitraum ca. 4000 enthalten. Diese atinähernde Vollständigkeit war nur erreichbar durch die liebenswürdige Unterstützung meiner Mitarbeiter, sehr vieler Zeitschriftenredaktioneit und Verleger, sowie vor allem durch die tatkräftige Hilfe mehrerer Vereine, des Deutschen Palästinavereins, des zionistischen Komitees zur Erforschung Palästinas, des Palestine Exploration Fund, der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums u. a. Damit aber die Bibliographie immer mehr sich dem von mir erstrebten Ziele nähere, — kurze Bemerkungen zu den einzelnen Titeln sollen nämlich dem Leser zu leichterem und schnellerem Zurechtfinden und kritischem Sichten verhelfen, — muß ich hier die dringende Bitte aussprechen, mir möglichst alles, was über Palästina veröffentlicht wird, zuzusenden oder mir wenigstens einen bibliographisch genauen Titel bekannt zu geben. Jedenfalls darf nach der Aufnahme, die der erste Band gefunden hat, die Fortführung der Bibliographie als ein wichtiger Punkt auch der zionistischen Arbeit betrachtet werden. Zur allgemeinen Orientierung über die Literatur der letzten Jahre können hier natürlich nur ganz kurze Andeutungen gemacht werden. Von Zeitschriften kommen folgende in Betracht: Zeitschrift, Mitteilungen und Nachrichten des Deutschen Palästinavereins (Leipzig, Baedeker, jährlich 1.5.—); : Quarterly Statements of the Palestine Exploration Fund (London, jährlich 10 s. 6 d.); das Palästinajahrbuch des deutsch-evangplischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (Berlin, Mittler, jährlich ca. ); die Mitteilungen der Kaiser). Russischen orthodoxen Palästinagesellschaft (Peter.-burg) sowie kleinere Zeitschriften von Missionsgesellschaflen und religiösen Organisationen. Geschichtlicharchäologische Artikel finden sich außerdem in der Eevue de Forient latin, Paris; Revue biblique, Paris; Al-Machriq (arabische Zeitschrift, Beyrouth) und Melanges de la faculte Orientale (Beyrouth). Von zionistischen Zeitschriften sind zu nennen: die Monatsschrift „Palästina" (Wien, jährlich J6 2.50. Erschien vorher in München und schließt an die Jahrgänge von „Altneuland" und „Palästina" an), die Wochenschriften „Die Welt", ^Jüdische Rundschau" und „Jüdische Zeitung". Besonders wichtig erscheint mir ein genaues Verzeichnis aller zionistischen. Periodika; es ist mir aber trotz opferwilliger Mitarbeit bis jetzt noch nicht gelungen, ein solches herzustellen. Aus der Menge der geschichtlichen und archäologischen Arbeiten verzeichne ich vonSodens Palästina und seine Geschichte (Leipzig, Teubner), die Geographie des alten Palästina von F. Buhl (Tübingen, Mohr) und yon G. A. Smith (London, Hodder). ferner August Kuemmels Karte der Materialien zur Topographie des alten Jerusalem (Leipzig, Haupt) und die trefflichen Werke über Jerusalem von G« A. Smith, S. Merrill und G. R. Gonder. Besonders wichtige Ergebnisse zeitigten die Grabungen in Palästina von englischer Seite in Teil el-hesl und auf andern Hügeln des Südlandes, zuletzt in Gezer, von deutscher bzw. österreichischer Seite in Megiddo, Thaanach und Jericho, über die in großen Puklikationen berichtet ist. Von ganz besonderer Bedeutung für die zionistischen Unternehmungen^ ist die geographische Literatur. Vorzügliche Gesamtdarstellungen boten Theod. Fischer (in der Geogr. Zeitschrift 1896), H. Guthe (in Velhagens Monographien, Bd. 21) und G. Hölscher (Sammlung Göschen).

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