Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 41-42 (17.10.1910)
- Date
- 1910-10-17
- Page
- – (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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Es würde zu weit führen, an dieser Stelle auch alle die Nebenarbeiten anzuführen,, welche noch der Versuchsstation zufallen werden. Wir glauben aber genug gesagt zu haben, um eine gesunde Würdigung des Programms der Station zu ermöglichen, eines Programms, das die Zustimmung aller befragten kompetenten Persönlichkeiten erhalten hat. Es ist wahr, das Programm der Station schließt langwierige Untersuchungen in sich, deren Resultate Jahre zur Verwirklichung brauchen. Wir wünschen darum, daß man dem auch kl der Tat Rechnung trägt. Zwar ist es nicht ausgeschlossen, daß eine neue Kultur, welche auf der Station gelungen ist, rasch eine solche Bedeutung gewinnt, daß sie das ganze ökonomische Bild des Landes in kurzer Zeit verändert. Aber das wäre ein Ausnahmefall. Wir versprechen nichts derartiges, wir versprechen nur gründliche, eingehende Untersuchungen, von welchen wir diejenigen Resultate erwarten, welche möglich und wahrscheinlich sind. Das ist alles. Man darf auch keineswegs behaupten, daß wir das Interesse von den aktuellen Fragen ablenken oder daß wir rein aus Vergnügen zum Schaden der Gegenwartsprobleme Arbeiten in Angriff nehmen, deren Lösung ferneliegt. Denn selbstverständlich, sobald eine Untersuchung brauchbare Resultate ergeben hat, werden wir uns beeilen, dieselben durch Zirkulare und volkstümliche Publikationen in der Art, wie sie den Amerikanern so wohl gelungen sind, zur Kenntnis unseres Publikums zu bringen. Die Überlegenheit irgendeines Werkzeugs, einer Maschine oder einer besondern Methode der Erntevorbereitungen wären im Laufe einer Saison des öftern vorzuführen. * Auch gibt es manche Krankheitsfälle und Unfälle, die vermieden oder wenigstens gemildert werden können, wenn zur rechten Zeit eingegriffen wird. Schließlich ist es auch das Bestreben der Station, sich mit den Erziehungsverhältnissen zu befassen, soweit es sich um die landwirtschaftliche Erziehung von Lehrern und Schülern handelt. Wir konstatieren gerne, daß das Unterrichtspersonal unserer ländlichen Schulen ebenso wie unserer städtischen ihren Mangel an Vorbildung in ländlichen und Fragen der allgemeinen Naturwissenschaft stets beklagt haben, und wir haben immer die Ausdauer und den Ernst bewundert, mit welchen die meisten daran arbeiten, die Lücken ihrer Kenntnisse auszufüllen, Auch lobenswerte Anstrengungen verdienen unsere Ermunterung, und ich freue mich, daß gerade die beabsichtigte Unterstützung der Erziehung der jüdischen Jugend in den ländlichen Schulen einer derjenigen Programmpunkte der Station ist, welcher die edlen Stifter der Fonds ,am lebhaftesten interessiert hat. Wir haben bereits einen unserer besten Pädagogen engagiert, welcher ausgezeichnete Kenntnisse in den Naturwissenschaften besitzt und speziell damit betraut sein wird, die Schulen zu besuchen und Vorträge, — womöglich mit Bildern, — über die Grundlagen der Naturwissenschaften zu halten, soweit deren Kenntnis für ein genaueres Verständnis der bäuerlichen Angelegenheiten wichtig ist. Wir sind bereit, die Lehrer der Schulen in der Bildung von Schulmuseen zu unterstützen und dieselben ein- oder zweimal zwecks Abhaltung von Kursen, Konferenzen und praktischen Demonstrationen auf unsern Versuchsfeldern oder in unsern Laboratorien zu versammeln. Das sind die Aufgaben, welche die Versuchsstation sich gestellt hat, und es freut mich, hoffen zu dürfen, daß die Mittel nicht fehlen werden, wenn die Arbeit fruchtbar ist. Die Pflicht jedes guten Juden, nicht nur jedes guten Zionisten, ist es, dazu beizutragen, daß diese Arbeit eine fruchtbringende sei. Das Grab König Davids \ \ /