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Die Welt · 1910-10-17 · 41-42 (17.10.1910) · page 69

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
41-42 (17.10.1910)
Date
1910-10-17
Page
– (sequence 69)
Language
German
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No. 41 =biE^Etr= 1063 3. Gründung einer Allianz der verschiedenen Seminare. 4. Förderung der talmudischen Hochschulen. 5. Gründung eines Instituts der Wissenschaft des Judentums, welche kein theologisches Gepräge hat und eine freie jüdische Universität darstellt. 6. Gründung einer hebräischen Akademie. 7. Gründung eines Verbandes der jüdischen Schriftsteller in den verschiedenen Ländern und Sprachen. 8. Versuch der Vereinigung aller jüdischen Künstler. 9. Anlegung eines jüdischen Kulturfonds. VI. Als praktisches Programm genügt darauf hinzuweisen, daß die Organisation der Jabnehakademie den Bedürfnissen der Gegenwart, den Überlieferungen der Vergangenheit und den Hoffnungen der Zukunft entsprechen muß. Gewiß werden viele die Möglichkeit einer solchen Organisation bestreiten; mein Optimismus findet jedoch in den Entwicklungserscheinungen der letzten Zeit, die auf ein Wachstum des Interesses für die jüdische Kultur hinweisen, seine Begründung. Zwei Pokale aus Silberfiligran (Bezalel) VII. Eine Jabnehakademie sollte durch eine Kommission ins Leben gerufen werden, in der die Organisationen Allisraels vertreten sind. Dem Gründungskomitee sollten angehören 1. die Leiter der Hochschulen der Wissenschaft des Judentums ohne Unterschied der Richtung. 2. die Führer der jüdischen Großorganisationen. 3. die erstklassigen Förderer der Wissenschaft, Literatur und Kunst, welche zumeist die Führer der erstrangigen Gemeinden sind. Die Gelehrten werden die Mitglieder der Akademie ernennen und die finanzkräftigen Komiteemitglieder werden den Bestand der Akademie materiell sichern. , Selbstverständlich entscheidet in praktischen Fragen die Situation nicht ein Pragramm a priori. Ich schließe daher diesen Artikel, wie ich meine Broschüre geschlossen habe: Es ist Zeit, daß wir Juden das Wort Friedrichs des Großen beherzigen, der meinte, daß das Unglück Kaiser Josephs darin bestand, den zweiten Schritt noch vor Vollendung des ersten unternommen zu haben. Der erste Schritt auf dem Wege zu einer modernen Jabnehakademie ist die Propaganda für ein kulturelles jabnehistisches Alljudentum. Frauenarbeit in Palästina Von Sarah Thon, Jaffa maß ^^r^i m^-\ -/>W~/ Atn Es ist bekannt, welch wichtigeRolle die Frau im Aufbau des kolonisatorischen Werkes eines jeden Volkes spielt. Für den Fortschritt unserer kolonisatorischen Arbeit aber ist die Frau von geradezu entscheidender Bedeutung. Denn haben andere Völker nur die Schwierigkeiten der Klima- und Besiedlungsverhältnisse zu bekämpfen, so haben wir außer diesen die Jahre unserer Knechtschaft und das Qolusleben mit seinen Blüten von Indolenz und Trägheit abzustreifen, das Volk aber, das in Palästina jahrhundertelang in Lethargie und Ohnmacht dahingeschmachtet hat, lebensfähig zu gestalten. Diese Aufgabe ist sehr schwer, und soll sie von Grund aus gelöst werden, so muß sie nicht nur vom Manne, sondern auch von der Frau und durch die Kupferpokal (Bezalel) Frau gemacht werden. (I000< stQckj Herrn Bertrand Hamburg Nur durch Arbeit und gewidmet) durch das Erwecken höherer Lebensbedürfnisse können wir auf die hiesigen Frauen einwirken und sie zu einem siedlungsfähigen Element gestalten. Wie in der palästinensischen Bevölkerung überhaupt, gibt es speziell auch in der Masse der hiesigen Frauen zwei Haupttypen. Die einen sind die in den letzten Jahren, höchstens zwei Jahrzehnten, aus Europa eingewanderten, die andern die eingeborenen oder aus den Ländern des Orients zugewanderten. Beide strecken sie die Hände nach Brot aus, und beide brauchen sie eine Erziehung zum positiven, modernen, jüdischen Leben. Denn nicht so, wie die aus dem Osten Europas eingewanderte jüdische Frau, und nicht so, wie die aus dem Osten oder Afrika eingewanderte, kann die Frau des zukünftigen Palästinas aussehen. Die ersten, zu 95°/o aus Rußland, tragen auf sich den Stempel ihrer Heimat, und in jeder spiegelt sich die Unruhe, die Unstetigkeit der Verhältnisse wider, unter denen sie lebten und zu leiden hatten, die zweiten, zu denen auch die Eingeborenen gehören, geben das Bild der Haremsfrauen, nur daß sie nicht Leckerbissen im ewigen Nichtstun verzehren, sondern, in Ruhe zusammengekauert, auf ein erbetteltes Stück Brot warten. Den ersten muß man Brot in Palästina verschaffen und sie zu einfacher, solider, bodenfester Beschäftigung erziehen, den zweiten muß man auch Brot ge- Eine Besomimbüchse aus ben, sie aber lehren, daß es Brot Silberfiligran 6*

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