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Die Welt · 1910-10-17 · 41-42 (17.10.1910) · page 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
41-42 (17.10.1910)
Date
1910-10-17
Page
– (sequence 50)
Language
German
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1046 DIESqKELT No. 41 Fig. 1: Haus mit flachem Dach, Badhaus in Tiberias Fig. 2: Haus mit Flachkuppel, Frauenbad in Tiberias Bauliche Probleme in Palästina Von Regierungsbaumeister Alex Baerwald, Berlin Bauliche Ansiedlungen jeder Art in Palästina werden in der Regel von der Wasserfrage, der Möglichkeit der Beschaffung von Baumaterialien und von den Arbeitskräften abhängig gemacht. Man wird sich für die Anlage einer Kolonie möglichst den Platz an einer lebendigen Quelle suchen. In diesem Falle ist zu untersuchen, ob nicht beim Vorhandensein von stehendem Wasser eine etwaige Ansiedlung durch die zahllos auftretenden Moskitos aufs höchste gefährdet wird. All die Mittel, die man zur Beseitigung der Larven dieser Insekten bis Jetzt angewandt hat, sind von verhältnismäßig geringem Erfolge gewesen. Das günstigste Resultat ergibt in dieser Hinsicht die Anpflanzung gewisser Baumarten, z. B. Eukalyptus. Im allgemeinen wird man aber in diesem wasserarmen Lande auf das in Zisternen gesammelte Regenwasser angewiesen sein. Diese Zisternen sind aus dem Felsboden gehauene Hohlräume von beliebigen Dimensionen, die innen ausgemauert und solchen Brunnens auszementiert und auf irgendeine Art überwölbt werden. In der Regenzeit leitet man den auf das umliegende Terrain fallenden Regen hinein und schöpft nach Bedarf in den Zeiten der Dürre. Da aber ein solches Bassin nur alle 2 oder 3 Jahre gereinigt zu werden pflegt, so wirkt der Genuß des Wassers gesundheitsschädlich. Man ist deshalb in größern Kolonien zur Anlage von Tiefbrunnen geschritten, die den Felsboden bis zum Grundwasserspiegel durchbohren. Die Herstellung eines solchen Brunnens wird von arabischen Arbeitern in der Weise betrieben, daß man den Fels mit Pulver sprengt, die gelockerten Gesteinsmassen herausschafft und das entstehende Loch durch immer erneutes Sprengen vertieft, bis man an das Grundwasser gelangt. Der so hergestellte unregelmäßig gestaltete Schacht wird innen glatt bearbeitet und da, wo die Sprengung zuviel Gestein aus den Brunnenwandungen gerissen hat, rund ausgemauert. Die Herstellungszeit und die Kosten eines sind aber bei Fig. 3: Bogenkonstruktion aus einem Hause in Jaffa der bisweilen größern Tiefe (in der Kolonie Herzlia in Haifa hat man bei ca. 65 m Tiefe Wasser gefunden) so bedeutend, daß das Sammeln von Regenwasser in Zisternen in der Mehrzahl der Fälle die übliche Wasserversorgung bleiben wird. Sind die Häuser einer Kolonie gebaut, so füllt man die Zisternen nunmehr mit dem Wasser, das auf die Dächer der Häuser fällt und von dort mit Rohren in die Zisternen geleitet wird. Das Sauberhalten der Dächer ist demnach eine Hauptbedingung für gutes Wasser. Das den Bauten Palästinas charakteristische flache Dach (vgl. Fig. 1) dient demnach nicht sowohl als Dachgarten, sondern als Sammelfläche für das Regenwasser. Man sieht auf der Mehrzahl der flachen Dächer Steinwalzen liegen, die dazu dienen, den Lehmstrich, der die Dachhaut bildet und der Fig. 4: Haus in Haifa

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