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Die Welt · 1910-10-17 · 41-42 (17.10.1910) · page 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
41-42 (17.10.1910)
Date
1910-10-17
Page
– (sequence 39)
Language
German
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Mo. 41 # DIE3KKELT 1035 riftet den Arbeiter mit ihrer schlechten Luft, läßt seine Speie durch ihre kalte Pünktlichkeit erstarren und verkürzt seine Jahre durch ihre grausame Hast. Der gesunde Typus des Handwerkers von ehemals, welcher Iber seine Arbeit nachdachte und sie liebevoll pflegte, welcher der Menschheit Wissenschaft und Kunst gab, ist nicht mehr vorhanden. Darum gibt es in der jetzigen Arbeit keinen Sinn und keinen individuellen Geschmack, >veil man dies dem Arbeiter wegnahm. Der eiserne Teufel hämmert und jagt mit wilder Geschwindigkeit, und ler Arbeiter, der um ihn wie betäubt herumläuft, hat nur ein Gefühl, das ihn noch bewegt, und das ist das Erwarten des Sirnals der Fabrikpfeife, damit er sobald als möglich der Hölle und ihren teuflischen Heerscharen kam, um zu sterben, und von wo meine gute und fromme Mutter ein Häufchen Erde in ihr Grab miterhielt, beginnen unsere Juden wieder aufzuleben. Wieder werden die verwüsteten Berge bepflanzt wieder bedecken sich mit Blumen die Täler, wieder erwacht dort ein gf sundes neues Leben. Ein neues Leben ohne verrauchte Schlote oben und geschwärzte Arbeiter unten. Der Arbeiter ist frei, — er schafft nur solche Arbeiten, bei denen man seinen Geist und individuellen Geschmack schätzt und welche immer neue schönere Formen annehmen. Die Frauen sind berühmt durch die von ihnen hergestellten Teppiche, Spitzen und Stickereien. In der ganzen Welt genießen die palästinensischen Fayencen, Majoliken, Glas, Schnitzereien und die schönen Kupfer- und Silberarbeiten Haim Nahum und der Pascha von Jerusalem im Bezalelbureau mtrinnen kann. So lebt es sich in Gottes schöner Welt. Der größte, gesündeste Teil der Menschheit wird körperlich md geistig ausgemergelt. Und mehr als alle leiden natürlich die Juden. Nicht olwa deshalb, weil sie zum größten Teil aus Handwerkern und Arbeitern bestehen, sondern weil der unglückliche lüde noch mehr leiden muß als der unglückliche Nichtjude, da er überall, ein ungebetener Gast ohne eigene Heimat, für die Gastfreundschaft mit dem Leben der Bexten seiner Kinder bezahlen muß. Er erhält einen Wechsel auf sehr weite Sicht: wenn einst alle Menschen menschlich werden ... Aber bis zu jener goldnen Zeit wird er nicht nur als Volk, sondern sogar als Mensch zugrunde gehen. * * * Und ich hatte einen neuen Traum. In Erez-Israel, dem Land, wohin mein Großvater sehr guten Ruf. Sie haben einen spezifisch jüdischpalästinensischen Stil, welcher die biblische Schönheit und die orientalische Phantasie widerspiegelt. Der Arbeiter hat nicht nur sein Ebenbild Gottes nicht verloren wie sein Genosse in dem zivilisierten Europa, er ist vielmehr das Ideal des letztern geworden. Unser Arbeiter weiß nichts von Zinskasernen ohne Licht und Luft, in denen die europäischen Arbeiter mit ihren Familien verschmachten. Er besitzt sein helles Häuschen im grünen Garlen, seine sichere Arbeit in der kooperativen Genossenschaft, der er angehört. Er ist auch nicht verbittert durch einen ewigen fruchtlosen Haß gegenüber einem Fabrikanten und dessen Gehilfen. Er ist sein eigener Herr und Genosse in dem Atelier, in dem alle brüderlich zusammenarbeiten. Sein Familienleben ist nicht getrübt durch ewiges Absparen des Bissens vom Munde und die bittere Sorge für den kommenden

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