Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 41-42 (17.10.1910)
- Date
- 1910-10-17
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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typische Gebiete der letztern Kategorie sind das Mittelmeergebiet, der südliche Teil Westaustraliens, der westliche Teil des Kaplandes, sowie in Nordamerika das südliche Kalifornien. Das Vorhandensein oder das Fehlen der Sommerregen hat nun die Vegetation, und demnach auch das Kulturpflanzenkleid dieser beiden Länderkategorien ganz außerordentlich beeinflußt. Die Sommerregengebiete sind, soweit die Bodenverhältnisse es zulassen, mit einer reichen Vegetation bedeckt, die auf der nördlichen Hemisphäre zur Hälfte, auf der südlichen fast ganz aus immergrünen Gewächsen besteht, und was die Kultur- Einbanddecke des Jüdischen Almanach Zeichnung von Jakob Stark, Jerusalem pflanzen betrifft, so ist die Auswahl daselbst eine sehr große. Vor allem gedeiht dort Reis und Mais, aber auchWeizen, sowie Leguminosen aller Art und Tabak; auch Baumwolle, soweit der Regen im Spätsommer nicht hindert, Süßkartoffeln (Bataten), sowie verschiedene Futtergewächse. Auch vielerlei Früchte lassen sich dort kultivieren, wenngleich ihnen, wie bei uns, der Regen während der Blütezeit häufig schädlich ist. Da das Gras infolge der Sommerregen gut gedeiht, so ist auch die Viehzucht leicht und verbreitet. Ganz anders liegen die Verhältnisse in den Gebieten der Sommerdürre. Reis läßt sich nur in den Schwemmländereien der Flußgebiete bauen. Mais wächst zwar glänzend, wo er genügend Feuchtigkeit hat, jedoch läßt sich diese Kultur aus eben diesem Grunde nicht allzuweit ausdehnen. Von Getreidearten herrscht Weizen als Winterkorn vor, und zwar in der Form des vor allem zu Graupen, Gries und Makkaroni tauglichen Hartweizens, daneben die Gerste, die das wichtigste Futtermittel dieser Gebiete darstellt. Roggen und Hafer spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle, ebenso Hirse, von der vor allem die große Sorghumhirse oder Durrha kultiviert wird, wenn auch in bedeutenderer Menge nur im östlichen Mittelmergebiet, in der zu Besen verwendeten Form auch in Italien. Von großer Bedeutung sind die Hülsenfrüchte, die teils als Nahrung in Betracht kommen, wie die Kichererbse, die Saubohne, die Linse, sowie die mehr in Gärten kultivierten Erbsen und Gartenbohnen teils als Vithfutter oder zur Gründüngung verwendet werden, wie die Luzerne, der alexandrinische Klee, Wicken und Erven verschiedener Art, sowie die Lupinen. Von Handelsgewächsen spielt der Tabak nur eine untergeordnete Rolle, da er zum guten Gedeihen eine feuchtere Luft verlangt, als ihm hier im Sommer geboten wird. Die Baumwolle gedeiht nur in den Feuchtigkeit haltenden Schwemmgebieten, wie z. B. in Cilicien ohne Bewässerung gut, sonst nur mit Hewässerung. Auch der Lein spielt keine bedeutende Rolle und wir d mehr der Samen als der Faser wegen gebaut, wohingegen der Hanf in manchen Gegenden, z. B. bei Neapel, in größtem Maßstabe für den Export gebaut wird. In einigen Gegenden, speziell in Anatolien, wird auch der Schlafmohn gebaut, sowohl zur Gewinnung von Opium als auch des Samens. Weit wichtiger noch ist der, in Türk'sch-Asien viel gebaute Sesam, mit dessen Samen man dort Backwerk bestreut, in der Art, wie es bei uns mit Mohnsamen geschieht. Besonders viel wird der zu einer öligen Substanz zerriebene Sesamsamen aber, mit Zucker zusammen, zu der im Orient sehr beliebten Halwaspeise verwendet, einer hellgelben festen, unserm Tossy entsprechenden Masse, die besonders zusammen mit Brot gegessen wird. Sehr zahlreich sind die Gemüsearten dieser Zone. Gurken, Melnnen, Kürbisse, Wassermelonen, Tomaten, Eierfrüchte, Paprika, Ramie oder Griechenkorn (Hibiscus esculentus), Zwiebel, Knoblauch, Porre, Salat, Lattich, Spinat, Weiß- und Blumenkohl, rote und weiße Rüben, Artischocken, Spargel, Sellerie, Fenchel, Supp* nkräuter wachsen dort vorzüglich und werden in Masse angebaut. Ein großer Teil dieser Gemüsearten hat ja auch im vorderen Orient seine Heimat. Das gleiche gilt von einigen Gewürzpflanzen, wie Anis,Fenchel, Koriander, Kümmel, Kreuzkümmel usw. Auch die Kartoffel bürgert sich immer mehr ein, während daneben auch noch Süßkartoffeln und Taro (Colorasia) als Knollenpflanzen dieser Zone in B« tracht kommen. All dieses tritt aber zurück gegenüber der Bedeutung dieser Zone für Baumkulturen. Dies ist vor allem das Gebiet und teilweise auch die Heimat des Ölbaumes, der Rebe, der Feige, der Mandel und des Maulbeerbaumes. Auch Aprikosen, Pfirsiche, Quitten wachsen hier vortrefflich, ebenso der Johannisbrot bäum, dessen Früchte ein wichtiges Viehfutter darstellen, der Pistazienbaum, sowie der aus Amerika hierher verpflanzte Feigenkaktus (Opuntie). In feuchteren Teilen wächst auch die Kastanie, der Walnußbaum, die Haselnuß, ferner die Kirsche, Birne, der Apfel, alles Bäume, die auch kühlen Winter nicht scheuen. Den Übergang nach den Subtropen hin bilden hingegen das Zuckerrohr, die Sykomore und die Dattelpalme, ersteres freilich nur auf sehr feuchtem Boch n. Wo Bewässerungen möglich sind, gedeiht außerdem