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Die Welt · 1910-10-17 · 41-42 (17.10.1910) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
41-42 (17.10.1910)
Date
1910-10-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1008 inE^ELP No, 41 ein immer neues Agens werden könne für eine dauerhafte, alle Volkskreise umfassende Bewegung. Diese Mittel liegen in einer, großangelegten schriftstellerischen und künstlerischen Propaganda. Und da berühren sich wieder die Bestandteile des Zionismus: Land, Sprache und Wissen, in ihren tiefen Zusammenhängen. Der Nationalfonds, ein Volksschatz von Dr. M. J. Bodenheimer Wenn ich denke, daß in allen zionistischen Zeitschriften in jeder Nummer über Sammlungen des Nationalfonds berichtet und auf denselben in Notizen und auch Leitartikeln hingewiesen wird, ist es kaum möglich, in einer kurzen Skizze etwas Neues oder Bedeutendes über diese Einrichtung zu sagen. Ein jeder, der sich auch nur oberflächlich mit der zionistischen Bewegung beschäftigt, weiß, daß dieser Fonds auf Anregung von Professor Schapira vom Kongreß beschlossen worden, und daß derselbe dazu bestimmt ist, Land in Palästina für das jüdische Volk zu erwerben, welches dauernd Gemeinbesitz der Nation bleiben soll. Das Direktorium des Nationalfonds hat es aber auch für seine Pflicht gehalten, solange die flüssigen Mittel des Fonds diesem Zwecke nicht gewidmet werden können, durch Förderung gemeinnütziger Unternehmungen in Palästina an der Entwicklung des Kolonisationswerkes im allgemeinen teilzunehmen. So hat der Nationalfonds die Schaffungeines jüdischenStadtviertels in Jaffa ermöglicht, welches eine Zierde der Stadt bildet; so hat er dem Bezalel ein Heim geschaffen und ihm seine Zukunft gesichert; so hat der Nationalfonds die Gründung der palästinensischen Landentwicklungsgesellschaft (P. L. D. C.) ermöglicht, indem, er derselben seine Ländereien am Tiberiassee in Erbpacht gegeben und das Parzellierungswerk dieser Gesellschaft durch Kreditgewährung ins Leben gerufen hat. Eine der wichtigsten Institutionen des Nationalfonds ist die Ölbaumspende, durch welche nicht nur das Land in Ertrag gesetzt wird, sondern auch schattenspendende Gärten geschaffen werden, wo jetzt sonnenglühende Einöden über weite Strecken des Landes sich hinziehen. Nun geht der Nationalfonds daran, in Verbindung mit der Siedlungsgenossenschaft die Kolonisation Palästinas auf eine neue Grundlage zu stellen. Es ist in Kürze kaum möglich, alle einzelnen Werke aufzuzählen, bei denen sich der Nationalfonds bereits segensreich beteiligt. Das Direktorium hat in der ganzen Welt Sammelstellen eingerichtet, durch welche die Sammlungen zweckmäßig organisiert und zentralisiert werden, so daß es möglich wurde, durch die allerkleinsten Spenden ein Jahreseinkommen von nahezu einer halben Million Francs ( 400000 Mark) zu erzielen. Viele Wohltäter haben ihre Wertschätzung der Arbeit Dr. M. J. Bodenheimer, Vorsitzender des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds des Nationalfonds dadurch bekundet, daß sie demselben große Spenden, teils zu Lebzeiten, teils durch Testament zugewendet haben. Die Sammelmittel des Nationalfonds sind bekannt. Hier möge-nur darauf hingewiesen werden, daß der Nationalfonds durch die Verbreitung der Marken, von denen nunmehr drei verschiedene Sorten ausgegeben sind, den zionistischen Gedanken und die Idee der nationalen Sammlung in vielen Millionen dieser kleinen Abzeichen verbreitet hat. Als eines der wichtigsten Sammelmittel, geeignet, regelmäßig die Eingänge zu vermehren und einen wachsenden Ertrag zu liefern, hat die Verwaltung die Sammlung durch Büchsen erkannt. Dieses Sammelmittel ist aber nur dann von dauerndem Wert und kann nur dann der zionistischen Sache Nutzen bringen, wenn die freiwilligen Kräfte vorhanden sind, um eine genaue Kontrolle über diese Büchsen und deren Leerungen auszuüben. Die Verwaltung des Nationalfonds hat in dieser Hinsicht die äußersten Anstrengungen gemacht, und es ist nunmehr Sache der Vertrauensmänner und derNationalfondskommissärederganzen Welt, sie in diesem Bestreben zu unterstützen. Möge doch jeder, der sich an dieser so einfachen, aber zeitraubenden Arbeit beteiligt, bedenken, daß er sich hierdurch in die Reihen der tätigen Arbeiter für eine große Volkssache eingliedert. Diejenigen, welche diese Pflicht auf sich nehmen, dürfen das Bewußtsein haben, daß sie eine große organisatorische Aufgabe erfüllen, die vielleicht einmal auch für andere wichtigere Zwecke als eine einfache Geldsammlung bedeutsam werden kann. Es unterliegt keinem Zweifel, daß eine stramme Organisation derNationalfondssammlungen Hand in Hand geht mit einer solchen der Bewegung im allgemeinen. Wir können überall beobachten, daß, wo die allgemeine Organisationversagt, die Arbeit des Nationalfonds den größten Schaden leidet, und wo anderseits der Nationalfonds stramm organisiert ist, auch die Qesamtbewegung durch- Heranziehung aller Kräfte im Zionismus an Umfang und Bedeutung gewinnt. Ein weit verbreiteter Irrtum, der an manchen Orten den Nationalfonds schon tatsächlich zu schädigen beginnt, ist es, wenn man glaubt, daß der Nationalfonds sich von allein weiter entwickle. Man zieht diesen Schluß aus dem bisherigen stetigen Anwachsen dieses Fonds. Nichts ist verkehrter als diese Auffassung. Jeder, der einen Einblick in die Nationalfondsverwaltung gewinnt, wird sich überzeugen können, daß lediglich die unausgesetzte, unermüdliche Arbeit der Vertrauensmänner de£ Fonds in Verbindung mit der zielbewußten energisch^ Tätigkeit der Zentralverwaltung es ermöglicht, daß pur Nationalfonds sich täglich weiterentwickelt, obv^l an die Opferwilligkeit der Zionisten der ganzen W£lt in der Zwischenzeit für andere Zwecke erhebliche Anforderungen gestellt werden mußten. Erlahme daher Keiner in seiner Arbeit für diesen Fonds. Obwohl derselbe schon über zwei Millionten Mark beträgt, ist er bis jetzt im Verhältnis zu seiner Riesenaufgabe erst eine winzige Keimzelle, aus der sich

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