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Die Welt · 1910-09-16 · 37 (16.9.1910) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
37 (16.9.1910)
Date
1910-09-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Mo. 37 DIEJqKE uführen und auch diese nur ohne Begleitung mit Musik. — Die .Jüdische Presse" in Berlin teilt mit: „Von dem Besitzer des „Hotel;ronprinz" in Wiesbaden wird uns mit Beziehung auf unsere vor urzem an dieser Stelle veröffentlichte Korrespondenz betr. einer usgewiesenen jüdischen Familie mitgeteilt, daß diese Schilderung, nweit sie ihn betreffe, nicht den Tatsachen entspreche. Der Vater er Familie ist häufig von dem Witt des Hotels und seinen Gästen iit relativ hohen Geldmitteln unterstützt worden und gibt persönlich LT 897 zu, daß er keinen Grund zur Klage hatte. Die Frau stellte das Ansinnen, während der Table d'höte mit ihren Kindern zum Geldsammeln Einlaß in den Speisesaal zu begehren. Dieses Ersuchen wurde abgelehnt. Es wurde indessen auf Veranlassung des Wirts eine Sammlung vorgenommen und deren Ergebnis von 30 Mk. der Frau eingehändigt. Der Besitzer des qu. Hotels wird uns von unsern Lesern in Wiesbaden als ein äußerst wohltätiger Glaubensgenosse geschildert." AUS DER BEWEGUNG i o o o o o o o 1 J o o o o o o o Schekelausweis Schekelsammlung für das Jahr 5670 (IV. Ausweis) Südafrika Port Elizabeth £1.13.0, Winburg 1.10.0, Grahamstown 1.3.0, Pretoria 10.7.0, Cape Town 0.15.0, Johannesburg 2.15.0, Witbank 3.5.6..........zus. £ 21.8.6 Jt 437.— Ungarn Spezifikation fehlt)..........Kr. 204.20 Jt 173.45 Kanada Montreal.................$ 50.— Jt 208.33 Order Knights of Zion, Chicago Spezifikation fehlt)................Jt 1047.12 Misrachi Spezifikation fehlt)...............501.70 Australien Sydney Zionist Society.........£ 10.2.0 Jt 206.04 Rußland i Spezifikation fehlt) . .........Rbl. 685.— 1472.75 Deutschland (Spezifikation fehlt) ................Jf- 3050.50 Österreich i Spezifikation fehlt)..........Kr. 1187.60 1009.68 England Order of Ancient Maccabeans .....£ 10.0.0 204.— Deutschland Berlin, 5. Sept. Die Wahlen zur Repräsentanten Versammlung, die im November dieses Jahres stattfinden, werfen ihre Schatten bereits voraus. Der „Liberale Verein für die Interessen der jüdischen Gemeinde zu Berlin", dessen langer Name ein getreues Abbild der gewaltigen Geldsummen ist, die hinter ihm stehen, hat im Laufe von acht Tagen schon die zweite Publikation an alle Gemeindemitglieder versandt. Es ist keine Frage, daß die große Masse der Wähler das Programm dieses Vereins ablehnt, soweit es ihnen bekannt wird. Aber ebenso ist es keine Frage, daß die Liberalen alles tun, um dieses ihr wahres Programm zu verschleiern, das innerhalb des Judentums dasselbe ist, wie das der Reformgemeinde, und ebenso zum Judentum hinausführt, daß sie aber beispielsweise ihren Sonntagsgottesdienst in die Tasche gesteckt haben, seitdem sie gesehen haben, daß die weitaus überwältigende Mehrheit der Gemeindemitglieder für diese ihre Forderung „noch nicht" zu haben ist Sie hätten alle Veranlassung, für einen sehr bösen Ausfall der Wahlen auch diesmal zu fürchten, aber erstlich sind ihre konservativen Gegner auch zum Teil nur verschämte Liberale derselben Art, und ihre neuen Gegner mit dem demokratischen Programm im „Neuen Jüdischen Gemeindeverein" treten zum erstenmal geschlossen auf den Kampfplatz und haben von keiner Seite große Mittel zu gewärtigen, die dem Wahlkampf genügen können. Dagegen stehen der liberalen Gruppe, die ausschließlich die Partei der Allerreichsten ist, solche Mittel zur Verfügung, daß sie schon jetzt, wie gesagt, in einer Woche zwei Massenpu blikationen versenden konnte, die freilich an Inhaltslosigkeit und Unaufrichtigkeit das Menschenmöglichste leisten. Daß freilich diese Partei, die bekanntlich alles andere als vaterländisch gesinnt ist, nicht umhin kann, in ihrem letzten Flugblatt „die Bekämpfung zersetzender zionistischer Bestrebungen" damit vorzunehmen, daß sie die Verleumdung aufwärmt, daß der Zionismus „eine Gefährdung unserer staatsbürgerlichen Rechte" in sich schließe, zeugt zugleich von der innern Schwäche dieser Partei wie von ihrer Furcht, daß sie bei dieser Wahl trotz der großen Geldmittel und des sozialen Druckes auf die Angestellten der demokratischen Bewegung nicht mehr Herr werden könnte. Sie ist eben die Partei, deren führendes Organ die zwangsweise Einführung der Weihnachts- und Reformationsschulfeiern für jüdische Kinder verlangte und die jahrelang als Kandidaten zur Repräsentantenversammlung einen Mann aufstellte, der seine Kinder hat taufen lassen. Es ist dies begreiflich, da ja ihre eigenen Bestrebungen in der gleichen Richtung liegen, in der Richtung fort vom angestammten und von den Vätern überlieferten Judentum. Übrigens sind die Herren auch witzig. Sie schreiben nämlich: „Der Liberalismus (d. h. nicht der Liberalismus, mit dem er nichts zu tun hat, sondern der „jüdische Gemeindeliberalismus") . . .kettet diejenigen, die nicht an den alten Formen und Gebräuchen hängen, durch Einrichtung von Gottesdiensten, die dem modernen Empfinden entsprechen, aufs neue an die Religion." Das ist nichts weiter als ein Witz, den die Herren selber, wenn sie an der Börse sind, weidlich belachen werden. Österreich Wien. Die konstituierende Versammlung des „Jüdischen Turnvereins Favoriten" fand am 30. August d. J. statt. Herr Rudolf Fried begrüßte die sehr zahlreich Erschienenen und eröffnete die Versammlung mit einer kurzen Programmentwicklung. Hierauf hielt Herr techn. Max Bernat den Rechenschaftsbericht. Zum Schlüsse teilte er noch mit, daß dem Verein bis nun 70 ausübende und 60 unterstützende Mitglieder angehören, daß das Turnen wie folgt festgesetzt wurde: Damenturnen: Sonntag von ^/a 11—1|sl Uhr mittags. Herrenturnen: Dienstag und Samstag von 8—1|2l0 Uhr abends. Zöglingsturnen: Dienstag und Samstag von 6—V28 Uhr abends. In den Turnrat wurden folgende Herren einstimmig gewählt: Obmann: Adolf Ehrlich, Obm.-Stellv.: Rudolf Fried, 1. Schriftführer: techn. Max Bernat, 2. Schriftführer: Heinrich Pick, Turnieiter: med. Adolf Taglicht, 1. Kassierer: Max Steiner, 2. Kassierer: Otto Steiner, Geräteverwalter: Oskar Hirschfeld, Beisitzer: jur. Friedr. Steiner, Max Faltitschek, Josef Weis, Revisor: Sigm. Salamon, Cafetier, Jak. Schimek, Kaufmann. Nach längerer Debatte wurde der Mitgliedsbeitrag von 1 Krone monatlich einstimmig angenommen. Triest. Im Schöße des „Circolo Sionistico Trieste" hat sich vor einiger Zeit ein fünfgliedriges Komitee „II Comitato Divertimenti pro Circolo Sionistico Trieste" (Vergnügungsausschuß) konstituiert, welches — wie der Name sagt — zugunsten des Vereins Ausflüge, Bälle und andere Veranstaltungen zu arrangieren beabsichtigt, um auf diese Weise für die zionistische Idee Propaganda zu machen. Wir haben diesen Weg gewählt, damit man dem „Circolo" nicht den Vorwurf machen kann, er sei ein Tanzklub oder dergleichen. Das Komitee hat trotz mannigfacher Hindernisse bereits eine größere Anzahl von Ausflügen unternommen, die alle die zahlreichen Teilnehmer (zum Teil über 50) vollauf befriedigt haben. Es wurden hierdurch dem Zirkel neue Mitglieder geworben und auch des Nationalfonds wurde gedacht. Das Komitee hatte von vornherein im Auge, durch die Veranstaltungen den jungen Leuten (welche sich hier in beträchtlicher Anzahl zusammenfinden, und denen als Fremde, zum Teil der Landessprache Unkundige, jeder Familienanschluß vollkommen fehlt) einen Sammelpunkt nicht nur für Vergnügungen, sondern vielmehr für gemeinsames Arbeiten im Interesse der von uns verfochtenen Ideale zu bieten, um ihnen im besonderen Gelegen-

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