Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 34 (26.8.1910)
- Date
- 1910-08-26
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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]|^k( juepiscHCR ttATionAL-FonpsfÖf Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes sa erwerben. Vom V. Zioriistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Röhe von über 2 Millionen Mark erreicht. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Zu den bevorstehenden Feiertagen versandte das Hauptbureau des J. N. F. ähnlich wie in den vergangenen Jahren ein Rundschreiben an alle Landes-Sammelstellen und N. F.-Kommissionen mit folgendem Wortlaut: Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen! Das Herannahen des Rosch-Haschonoh und der folgenden Feiertage bildet für die Freunde des Nationalfonds den Zeitpunkt, zu dem sie die Propaganda wieder in vollem Maße aufnehmen können. Wie in frühern Jahren gestatten wir uns darum auch diesmal Sie zu ersuchen, umgehend die nötigen Vorbereitungen zu treffen, damit die mannigfachen Gelegenheiten, die die kommenden Festtage zur Mehrung unseres Volksschatzes darbieten, nicht ungenutzt vorübergehen. Von den zahlreichen Anlässen seien nur nachstehende angeführt: 1. Rosch=Haschonoh. Für das Neujahrsfest kommen zunächst die Gratulationsablösungen in den Ausweiszeitungen in Betracht. Wer seinen Angehörigen und Freunden brieflich seine Glückwünsche darbringen will, benutze die schönen Telegrammformulare des Nationalfonds. In vielen Orten ist es üblich, in der dem Neujahrsfeste vorausgehenden Woche an den Gräbern der Verstorbenen zu beten. Es möge deshalb dafür gesorgt werden, daß Büchsensammlungen auf den Friedhöfen vorgenommen werden. 2. Jom-Kippur. Die gehobene Stimmung, in der sich unsere Volksgenossen in den dem Jom-Kippur vorausgehenden Bußtagen befinden, macht ihr Herz empfänglicher für das Wohl und Wehe ihrer Brüder und steigert die Opferfreudigkeit für die Gesamtheit. Es empfiehlt sich daher, in diesen Tagen auf die Herren Rabbiner und Gemeindevorsteher einzuwirken, daß in den Predigten auf den Nationalfonds hingewiesen und zu Spenden beim Thora-Aufruf aufgefordert wird. Die Gesinnungsgenossen, die an den hohen Feiertagen Privatandachten (Minjanim) veranstalten, sollten einen Teil des Erträgnisses der Betplätze und der Thoraspenden dem Nationalfonds zuführen. Die Kaaros-Sammlungen am Vorabend des Versöhnungstages haben in den frühem Jahren beträchtliche Eingänge für den Nationalfonds ergeben und sind besonders dann erfolgreich, wenn angesehene Bürger mit der Leitung und Überwachung der Sammlungen betraut werden. 3. Sukkoth. Die Büchsenleerungen an den Halbfeiertagen des Sukkoth-Festes waren in denjenigen Ländern, wo sie im vorigen Jahre mit der nötigen Energie und Umsicht vorbereitet worden waren, von großem Erfolg begleitet und sollen deshalb, ebenso wie die Leerungen an den Halbfeiertagen des Pessachfestes, zu einer dauernden Einrichtung des Nationalfonds in allen Ländern werden. In diesem Jahre darf dem Ergebnis der Leerungen mit besonderm Interesse entgegengesehen werden, da viele Sammelstellen bemüht waren, ihre Büchsenbestände genau festzustellen und eine geordnete Evidenzhaltung zu organisieren. Bei dieser Gelegenheit teilen wir Ihnen mit, daß wireine Neuerung für die Büchsenleerungen planen, die sicherlich Ihren Beifall finden wird. Wir lassen nämlich ein Flugblatt laut beiliegendem Entwurf herstellen, das jedem Büchseninhaber vierzehn Tage vor der Leerung zugesandt werden soll. Dieses Flugblatt hat die doppelte Funktion, den Büchseninhaber einerseits von der bevorstehenden Leerung zu verständigen, anderseits ihm eine Art Bericht darüber zu erstatten, was seitens des Nationalfonds mit den gesammelten Geldern geleistet wurde. Das Flugblatt soll in der Form hergestellt werden, daß es gleichzeitig als Kuvert, Brief und Flugblatt zusammengefaltet und als Drucksache versendet werden kann. Wir hoffen, daß diese Einrichtung dazu beitragen wird, die Popularität des Nationalfonds wie die Opferwilligkeit für denselben wesentlich zu erhöhen. Indem wir erwarten, daß Sie auf Grund der vorstehenden Darlegungen sofort die nötigen Instruktionen an die Vertrauensmänner des Nationalfonds durch Zirkulare und in den Blättern ergehen lassen werden, sehen wir Ihren freundlichen Nachrichten entgegen und empfehlen uns mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruß Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds. Für die Siedlungsgenossenschaft Das Palästina-Komitee der Poale-Zion in Amerika hat kürzlich in den dortigen Blättern folgenden Aufruf veröffentlicht: „An alle Zionisten und Freunde! Ein halbes Jahr ist bereits vergangen, seitdem der IX. Kongreß das Oppenheimersche Projekt der kooperativen Kolonisation angenommen hat, und noch immer ist in diesem Lande fast nichts für die Sache unternom r.en worden. Im „Yidd. Folk" erschien zwar kurz nach dem Kongreß ein Aufruf, der zu Spenden für den Genossenschaftsfonds aufforderte. Es ist aber nicht bekannt geworden, ob daraufhin irgendein Betrag für den Genossenschaftsfonds eingegangen ist. Dieser Indifferentismus gegenüber dem wichtigsten Beschluß, welchen der IX. Kongreß gefaßt hat, darf nicht länger geduldet werden! Wir haben darum beschlossen, zunächst 50 Shares in Form von Scheinen zu zehn Cents zu verbreiten, die innerhalb 2 bis 3 Monaten abgesetzt sein müssen. Dies wird dem Genossenschaftsfonds 1000 $ einbringen und somit einen guten Anfang für Amerika bilden. Es ist hier für viele Zionisten schwer, auf einmal 20 $ für einen Share zu erlegen, es ist aber jedem Zionisten oder Anhänger der Sache leicht, einen Schein oder mehrere zu 10 Cents zu kaufen und so allmählich einen ganzen Share zu erwerben. Wir appellieren an alle Zionisten und insbesondere an alle zionistischen Vereine, unsere Scheine, die in Büchelchen von 10 Stück geheftet sind, zu beziehen, damit wir die 1000 $ ehestens dem Genossenschaftsfonds zuführen können."