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Die Welt · 1910-08-26 · 34 (26.8.1910) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
34 (26.8.1910)
Date
1910-08-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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f:#"k * C i K i1$Tr h 830 DIE3^ELT No. 34 ihnen, daß die Regierung sie stets nach Möglichkeit unterstützen und etwaigen Beschwerden ihrerseits allezeit ernste Aufmerksamkeit schenken werde. Jüdische Theatervorstellungen In Jerusalem wurde dieser Tage von Freunden der jüdischen Bühne das Drama „Zerstreut und versprengt" von Schoiem- Aleichem aufgeführt. — In Jaffa gelangte am 19. d. M. das neue Drama von D. Pinski „Jakob der Schmied" in hebräischer Übersetzung zur Aulführung. Vom Beth-Am in Beirut Das vor einiger Zeit in Beirut gegründete Beth-Am (Volkshaus mit Bibliothek, Lesehalle und volkstümlichen Vorträgen) entwickelt sich sehr gut. Es ist dies die einzige derartige Anstalt in Palästina, an der sich das sephardische Bevölkerungselement in größerem Maße beteiligt. Im Beiruter Beth-Am liegen 23 Zeitungen in verschiedenen europäischen Sprachen, ferner hebräische und spaniolische Zeitschriften auf. Die Bibliothek leiht Bücher unentgeltlich aus. Von Zeit zu Zeit gelangen auch hebräische Theaterstücke im Beth- Am zur Aufführung. Eine Landstraße von Jaffa nach Gaza Die Regierung plant die Anlage einer Chaussee von Jaffa nach Gaza, die durch die jüdischen Kolonien Rischon und Kalva führen soll. Falls das Projekt ausgeführt wird, werden die genannten Kolonien großen Nutzen von der neuen Straßenanlage ziehen, die eine bequeme Verbindung zwischen ihnen und der Stadt Jaffa herstellen wird. Eine neue Knabenschule in Haifa Der Hilfsverein der Deutschen Juden eröffnet mit Beginn des nächsten Schuljahres eine Knabenschule in Haifa. Dieselbe soll ihre Schüler zur Aufnahme in das Institut für technische Erziehung vorbereiten. Zum Beduinenüberfall in Ekron Wir haben in der vorigen Nr. von dem Überfall einer Beduinenschar in der Kolonie Ekron berichtet, wobei die räuberischen Söhne der Wüste sich eine beträchtliche Menge Getreide aneigneten und mit der Beute weiterzogen. Nunmehr wird aus Ramleh berichtet, daß dortige Poliztibeamte mit Hilfe der Kolonisten von Ekron die Beduinen ergriffen und ihnen das geraubte Getreide wieder abgenommen haben. Zwanzig Kameele brachten das Getreide in die Kolonie zurück. Palästina als Ferienaufenthalt Unter den jüdischen Touristen, die in diesem Sommer Palästina besuchten, befanden sich auch zahlreiche Lehrer aus Rußland, die ihre Ferienzeit in Palästina verbringen wollen. Landwirtschaftliche Versuchsstation in Palästina Einige Kilometer südlich von Haifa, bei den Ruinen des alten Kreuzfahrerschlosses Athlit, wurde kürzlich eine landwirtschaftliche Versuchsstation errichtet, die einem langgefühlten Bedürfnis der jüdischen Ansiedler entgegenkommt. Das Zustandekommen dieses Unternehmens ist hauptsächlich dem Agronomen Aaronsohn zu verdanken. Er fand bei seiner eben beendeten mehrmonatigen Studienreise durch die Vereinigten Staaten von Amerika bei dem Landwirtschaftsamt in New York wie auch bei amerikanischjüdischen Kapitalisten großes Verständnis für die Notwendigkeit und Nützlichkeit einer solchen Versuchsstation, deren Arbeiten ebensowohl Amerika, das in Kalifornien eine Landwirtschaft von ganz ähnlichem Charakter wie Palästina besitzt, als auch Palästina selbst zugute kommen werden. Schulschluß in den jüdischen Unterrichtsanstalten Das Schuljahr endet in den jüdischen Schulen Palästinas am 15. Ab. Viele Schulen veranstalteten Ferienausflüge. So werden die ScMler der oberen Klassen des Hebräischen Gymnasiums einen Ausflug nach den galiläischen Kolonien machen. Auswanderung In den letzten Wochen ist wieder eine größere Anzahl junger jüdischer Arbeiter nach Australien, Argentinien und Südafrika abgereist. Es handelt sich hierbei jedoch im großen und ganzen nicht um dauernde Auswanderung, da der weitaus größte Teil der Auswanderer die Absicht hat, in einigen Jahren nach Palästina zurückzukehren. Generalversammlung des ,,Koheleth" Die jüdische Verlagsgesellschaft „Koheleth" hält im Ellul d. J. ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der Absatz der Orangen von Pethach-Tikwah Wie aus Pethach-Tikwah berichtet wird, hat eine G uppe von christlichen Kaufleuten mit den dortigen Kolonisten einen Abschluß auf die nächtsjährige Orangenernte getätigt. Bisher haben die betreffenden Kaufleute für 60 000 Frs. Orangen angekauft. Der Besitzer einer großen Bojare hat den nächstjährigen Ertrag von 26 Dunam für 11 500 Frs. verkauft. Ein geologisches Museum in Palästina Wie „Hamicpe" berichtet, hat sich der russische Professor Christopowitz an das Odessaer Komitee der Chbwe-we-Zion mit der Bitte gewandt, ihm Material über die jüdischen Kolonien Palästinas zur Verfügung zu stellen, da er die Absicht habe, zum drittenmal eine geologische Forschungsreise nach Palästina zu unternehmen und dort ein geologisches Museum einzurichten. Vom Bezalel Dem „Haor" zufolge beginnt die Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem demnächst mit dem Bau von drei neuen großen Teppichateliers. Hierdurch werden weitere 150 jüdische Arbeitskräfte Arbeitsgelegenheit im Bezalel finden. Eine neue poale-zionistische Zeitung Seit kurzem erscheint in Jerusalem ein neues hebräisches'Blatt unter dem Titel „Haachduth" („Einheit"), Organ für die Interessen der Arbeiter und jüdischen Volksmassen, herausgegeben von der jüdischen Arbeiterpartei (Poale-Zion) in Palästina. Das Blatt soll, wie in dem Programmartikel der Redaktion ausgeführt wird, sich nicht bloß auf Parteiangelegenheiten beschränken, sondern zu allen allgemeinen Fragen Stellung nehmen, die für die breiten Schichten der palästinensischen jüdischen Bevölkerung von Interesse sind. Von der galizischen Chalukah Die Verwaltung der galizischen Chalukah (Kolel Galizia) veröffentlicht einen Rechenschaftsbericht über ihre Hinnahmen und Ausgaben im Jahre 1909. Nach diesem Bericht betrugen die Spendeneingänge der galizischen Chalukah im abgelaufenen Jahre 315 179 Kr., während die Ausgaben sich auf 254 221 Kr. beliefen. Der Oberschuß von ca. 6OO00 Kr. soll vor dem kommenden Pessachfeste an die Armen des Kolel verteilt werden. Hofrat Professor Dr. Oser gestorben Am 22. August ist in einem Sanatorium in Gainfahrn bei Vöslau der Direktor des Wiener Rothschild-Spitals Hofrat Professor Dr. Leopold Oser gestorben. Professor Oser, einer der bekanntesten Intarnisten, war 1839 in Nikolsburg geboren. Er war Mitglied des niederösterreichischen Landessanitätsrates. Ritualmordbeschuldigung in Bosnien Diein Agram erscheinende zionistischeHalbmonatsschrif „Zidovska smotra" (Jüdische Rundschau) erhält folgende Nachricht aus Dervent, einem größern Orte Bosniens: Am 12. August stand die Frau des Kaufmanns Moritz Stern vor ihrem Laden, als auf sie plötzlich der Kaufmann und Großgrundbesitzer Marko Petric, ein Serbe, zueilte und die aufs höchste erschrockene Frau in erregtem Tone beschuldigte, sie hätte sein Kind versteckt und abgeschlachtet. Es sei ihm ja bekannt, daß die Juden Christenblut benötigen. . . . Der Kaufmann Stern war zufällig nicht zu Hause, als sich dieser bedauerliche Vorfall ereignete. Frau Stern begab sich sofort zum Bezirksvorstand, um ihm die Sache vorzutragen und machte gleichzeitig Strafanzeige wegen Verleumdung. Die Verhandlung wurde auch bereits für den 19. September 1. J. angeordnet. — Vom Hause Sterns begab sich Petric in die Gendarmeriekaserne, wo er die Mitteilung machte, daß sein Kind von den Eheleuten Stern zu rituellen Zwecken abgeschlachtet worden ist. Der Zufall wollte es

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