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Die Welt · 1910-08-26 · 34 (26.8.1910) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
34 (26.8.1910)
Date
1910-08-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 34 DIEl^ELT 829 Freunde und Mitbekämpfer des Judentums ein Armenier und zwei Griechen waren! Das sind die Leute, welche immer gegen die landfremden Juden hetzen! Herzl-Gedenkfeiern An allen Orten Rumäniens, in denen sich zionistische Vereine befinden, wurde die sechste Jahrzeit Theodor Herzls würdig begangen. In Bukarest fand eine große Volksversammlung statt, in der die Herren Dr. J. W. Steiner, Horia Carp, Nissim und Netzler sprachen. In Harlan sprach Dr. Abeles; ebenso wurden in Jassy, Galatz, Cracova, Sulina, Husi, Berlad, Roman und an vielen andern Orten Meetings abgehalten, auf denen hervorragende Zionisten das Andenken Herzls feierten. Überall wurde für den Herzlwald gesammelt. Die jüdischen Zeitungen gaben Herzl- Nummern heraus. Joel ben Aaron. Brief aus Konstantinopel (Von unserm Berichterstatter) Die allgemeine Lage Die militärische Position der Türkei hat durch den Ankauf zweier deutscher Kreuzer, die finanzielle durch Abschluß der Sechsmillionenanleihe neue Stärkung erfahren. In Mazedonien geht trotz der Drohungen des offiziellen Bulgariens die Entwaffnung der Bewohner ihren Gang und wird trotz der Proteste der griechischen Nation das Kirchengesetz in Kraft gesetzt. Gegen den Hauran ist mit großer Schnelligkeit und Nachdrücklichkeit vorgegangen worden und damit im Zusammenhang hat die Entwaffnung auch auf ganz Syrien Ausdehnung ei fahren, so daß zu hoffen steht, daß in der Zukunft Gewalttaten, wie die jüngst gegen deutsche und jüdische Ansiedler in Palästina begangenen, zur Unmöglichkeit werden. In 9 der innern Verwaltung des Landes ist seit einiger Zeit mehr Regsamkeit zu beobachten. Die Reisen Talaat Bejs in Mazedonien und Kleinasien tragen zur Erhöhung des Vertrauens in die Regierung bei; an vielen "Orten sind eifrige Vermessungsarbeiten zu bemerken, viele Tausende von Kilometern Landstraßen in der europäischen und asiatischen Türkei sind in Bau vergeben worden und täglich wird die endliche Erteilung der großen Konzession auf Erschließung der elektrischen Kraftquellen des Reiches erwartet; in Kleinasien wird an die Herstellung zweier neuer Bahnlinien, Panderma—Sorna und Samson—Siwas; geschritten. Das zuversichtliche Wort Dschawid Bejs in Paris scheint sich also bewahrheiten zu wollen: bald werde der Refrain verschwinden „in der Türkei kommen die Geschäfte nicht in Gang". Die „Hatikwah" in Acht und Bann Nach dem „Schalom" kommt die „Hatikwah" an die Reihe. In Hasköj hat die Schule Seror-Hachajim, wie verlautet, den erhebenden Beschluß gefaßt, ihren Schülern das Singen unserer Nationalhymne zu untersagen. Die „Aurore" erinnert in diesem Zusammenhang sehr fein daran, daß Rabbi Nahum auf seiner Reise in Palästina allerorten mit den Klängen der „Hatikwah" empfangen wurde, und daß er in Rosch-Pinah, wo das vergessen worden war, selber nachträglich um den Vortrag der Hymne bat. Das „Seror- Hachajim"-Komitee ist eben päpstlicher als der Papst. Aus der Provinz In Demotica werden große Anstrengungen zum Bau einer neuen Schule gemacht. Binnen zwei Monaten etwa wird das neue Gebäude, das 7 Klassen, ein Direktionszimmer, einen Speisesaal und eine schöne Turnhalle enthält, eröffnet werden können. Die Schule war vor einem Vierteljahrhundert von dem gegenwärtigen Herausgeber der zionistischen „Boz de la Verdad" in Adrianopel, Herrn I. Barischoc, gegründet worden. Ein jüdisches Mädchen aus Serres, das nach Salonik zwecks Bekehrung zum Islam überführt worden war, erklärte in Gegenwart des Gouverneurs von Serres, Jüdin bleiben zu wollen, und daß ein Druck auf sie ausgeübt worden war. Sie wurde ihren Eltern zurückgegeben. Rußland Vom Lehrerseminar in Grodno Gemäß einem besondern Erlaß des Ministers Schwarz wurde dem von der J. C. A. subventionierte jüdischen Lehrerseminar in Grodno das Recht entzogen, staatlich gültige Lehrerzeugnisse auszustellen. Prozentnorm an jüdischen Gymnasien Nachdem der unermüdliche Minister für Volksaufklärung Schwarz vor kurzem mit einem Federstrich die berüchtigten Prozentnormen auf die allgemeinen Privatgymnasien ausgedehnt hatte, durfte er nun dieser Tage seiner ruhmreichen Säuberungstätigkeit die Krone aufsetzen. In Konsequenz jener Anordnung verfügte nun der Herr Minister, daß die jüdischen Privatgymnasien —, die in der Epoche der „Zugeständnisse an die öffentliche Meinung" gegründet worden und die gleichen Rechte wie die staatlichen Gymnasien erhalten hatten --, nunmehr ihrer Rechte verloren gehen. Die liberale „Rjetsch" führt den Nachweis, daß die Verfügung Schwarz' bezüglich der Privatgymnasien den allerhöchst bestätigten Bestimmungen vom 22. August 1909 schnurstracks zuwiderlaufe, daß es daher nur der formellen Reklaination des Direktors irgend eines Privatgymnasiums bedürfe, um die ordnungsmä(3ige Annullierung dieser Verfügung zu veranlassen. Es sei nur schade, daß sich wohl kaum ein Direktor finden dürfte, der bereit wäre, seine Karriere aufs Spiel zu setzen. Wie naiv! Als ob der regierende Senat, der bereits so viele glänzende Beweise seiner Wetterfahnennatur an den Tag gelegt hat, sich genötigt sehen müßte, formalrechtlichen Bedenken Rechnung zu tragen! Palästina Neue Zuwendung für das hebräische Gymnasium in Jaffa Jaffa, 8. August. Ein Freund des Herrn Jakob Moser, Herr Efraimsohn aus Bradford, hat, wie wir schon berichteten, anläßlich seines 70. Geburtstages für die innere Ausstattung des hebräischen Gymnasiums in Jaffa 500 Pfund (12 500 Frs.) gespendet. Demselben Zweck hat nun auch Herr Enrl Moser, der Bruder des hochherzigen Gönners der Jaffaer Schule, 25 Pfund (600 Frs.) zugewandt. Somit wird das Gymnasium nicht bloß ein prächtiges Schulgebäude, sondern auch eine entsprechende innere Ausstattung erhalten. Ernteergebnisse in den judäischen Kolonien Die Weinlese in Judäa hat heuer nicht ganz den Erwartungen entsprochen. In Rischon-Lezion ist das Ergebnis um 25—30°/«> geringer als im Vorjahre. Auch die Mandelernte läßt sowohl in Rischon als in Katra zu wünschen übrig. Ein Beirat der A, P. C. Der Geschäftsleitung der Anglo-Palestine Company ist ein Beirat zugesellt worden, der in Gemeinschaft mit Herrn Direktor Levontin arbeiten wird. Der Beirat besteht aus den Herren Mordechai ben Hillel Hakohen, Berlin, Disengoff und Glus ki n. Aus den galiläischen Kolonien Die Kolonien in Untergaliläa hatten „mit der Verwaltung der Ica Differenzen wegen der Anstellung von Ärzten. Nunmehr ist ein Übereinkommen getroffen worden, demzufolge die Ica das Gehalt eines Arztes von neuem in ihren Etat einstellen wird. Die Kolonie Jamma sucht einen Arzt für sich und die benachbarten Kolonien. — In Mes'cha brach vor kurzem eine Feuersbrunst in der gemeinsamen Scheune aus und verursachte bedeutenden Schaden. Nun haben die meisten galiläischen Kolonisten ihre Ernte versichern lassen. — In Sedschera ist zwischen dem Leiter der Farm und den Arbeitern ein Streit ausgebrochen. Viele Arbeiter haben die Arbeit eingestellt und die Farm verlassen. — In Magdala werden jüdische Arbeiter gesucht. Der Arbeitslohn beträgt 50 Frcs. monatlich und freie Wohnung. Es werden dort neue Arbeiterhäuser und ein Verwaltungsgebäude errichtet. — Sechs von den Pächterfamilien, die sich in MetuIah angesiedelt haben, sehen sich aus Mangel an Mitteln genötigt, die Kolonie wieder zu verlassen. Ein technisches Institut in Jaffa Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, ein technisches Institut in Jaffa zu eröffnen, das Schülern aller Konfessionen und Nationalitäten offenstehen soll. Die Unterrichtssprache soll türkisch sein. Besuch des Wali von Beirut in Sichron und Atlit Der Wali (Stadthalter) von Beirut besuchte vor kurzem die jüdischen Kolonien Sichron-Jakob und Atlit. Er erkundigte sich sehr eingehend nach der Lage der Kolonisten und versprach

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