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Die Welt · 1910-08-26 · 34 (26.8.1910) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
34 (26.8.1910)
Date
1910-08-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 34 DIE3&ELT 823 der Paketpost und die größere Bequemlichkeit für den Besuch von Jerusalem, welcher es ermöglicht, daß Einkäufe am Platze selbst gemacht werden können. Schiffsberictit. Der Schiffsbericht von Jaffa zeigt eine Besserung der Zahlen des letzten Jahres. Die Zahl der Dampfer belief sich auf 102 mehr mit einem vermehrten Tonnengehalt von ungefähr 140 000 Tonnen. England hat sowohl an Zahl wie an Tonnengehalt etwas Boden gewonnen. Die Dampfer aller andern Nationalitäten, ausgenommen die russischen und deutschen, zeigen eine Abnahme. Öffentliche Arbeiten. Unter diesem Titel gibt es nichts von Bedeutung. Die verschiedenen Pläne, welche nach der Wiederherstellung der Konstitution angeregt wurden, sind nicht verwirklicht. Einer der wichtigsten davon ist die Versorgung Jerusalems mit Wasser. Es schien vor einiger Zeit, als ob eine deutsche Firma die Konzession erlangt hätte, aber sie zog sich schließlich zurück, da sie die Bedingungen zu beschwerlich fand. Das Projekt der Erbauung eines Hafens in Jaffa hat keinen Fortschritt aufzuweisen, und angesichts der kostspieligen Natur des Unternehmens ist man vielfach der Ansicht, den Hafen besser in Haifa zu bauen, mit einer Eisenbahn von dieser Stadt nach Jaffa oder Jerusalem via Nabjus. Eisenbahn Jaffa-Jerusalem. Die Einahmen betrugen 1909 47 444 (+ 3444) £9 die Ausgaben 13 444 (— 556) £. Die Zahl der beförderten Passagiere ist von 122 000 Personen im Jahre 1908 auf 149 000 Personen gestiegen. Jaffa Vizekonsul Falanga berichtet: Allgemeine Bemerkungen. Der Handel in Jaffa ist im allgemeinen in der Zunahme begriffen. Die Einfuhr zeigt gegen 1908 eine Zunahme von 169 743 £ und die Ausfuhr eine solche von 4565 £. Die Einnahmen der Jaffa-Jerusalem Eisenbahn Companie überschritten die von 1908 um 3444 <£. Der Güterverkehr nahm um 1300 Tonnen zu, während 27 200 Passagiere mehr befördert wurden. Bevölkerung. Es gab einen kleinen Zuwachs an Bevölkerung, die letztes Jahr mit 50 000 Einwohner für Jaffa und die umliegenden deutschen und jüdischen Kolonien angegeben wurde. Dieser Zuwachs ist der Tatsache zuzuschreiben, daß die Einwanderung von Juden aus Rußland und zu einem gewissen Grade aus Südafrika und Jerusalem anhält. Die meisten dieser Einwanderer kommen mit genügenden Mitteln an, die sie in den Stand setzen, sich als Ladeninhaber oder Landwirte niederzulassen. Gäbe es nicht diesen Zufluß von Fremden, so würde die Bevölkerung eine jährliche Abnahme verzeichnen, besonders in den umliegenden Dörfern, die nur von Eingeborenen bewohnt werden. Die Gründe hierfür liegen in der Nachlässigkeit und Sorglosigkeit der Eltern in der Erziehung ihrer Kinder, die vollständig der Natur überlassen bleiben und infolgedessen an den Folgen des Klimas leiden. Bankgeschäfte. Die Banken, die in Jaffa vertreten sind, sind dieselben wie 1908, nämlich die kaiserlich ottomanische Bank, ier Credit Lyonnais, die Anglo-Palestine Company Limited md die Deutsche Palästinabank; jede von ihnen erzielte einen großem Nutzen als in 1908. Sie arbeiteten auf einer Basis von V] o Diskont bis zum Monat Oktober, in weichem sie infolge der Erhöhung des Diskontsatzes in London den Satz auf 9°/o erhöhten md ihn in dieser Höhe bis zum Ende des Jahres hielten. Vorschüsse gegen gute Sicherheit wurden zu der Rate von 6V2—7°/o las ganze Jahr hindurch gewährt. Zahlungseinstellungen von Bedeutung kamen während des Jahres nicht vor. Zölle. Alle Geschäfte im Jaffaer Zollamte wurden ordnungsnäßig abgewickelt, ohne den Kaufieuten Schwierigkeiten zu verursachen; die einzige Klage betraf den Mangel an Raum in den 'ollgebäuden. Die Güter mußten infolgedessen oft im Freien gelassen werden, wo sie dem schlechten Wetter und Diebstahl ausgesetzt waren. Ernte. Im Listrikt von Gaza wies die Gerstenernte im Jahre 1908 einen vollständigen Mißerfolg auf. Um Jaffa herum waren üe Bauern jedoch im allgemeinen zufrieden. Die Preise in Europa varen ebenfalls günstig. Die Olivenernte im vergangenen Herbst war eine außergewöhnlich gute, und es steht infolgedessen eine große Menge von Olivenöl zu Gebote, so daß die Fabrikation von Seife ihr Maximum rreichen dürfte. Baumwolle. Die jüdischen Kolonisten in Petach Tikwah setzten ihre Versuche fort. Im Februar 1909 waren 80 Morgen Landes mit ägyptischem Samen besät; in der ersten Woche des September begann man mit dem Einsammeln, welches Ende September beendet war. Der Ertrag belief sich auf 57 815 kg ungekörnter Baumwolle, welche 11 528 kg reiner Baumwolle und 24 300 kg Samen lieferte, welcher in Haifa zu 29 259 Frcs. verkauft wurde. Die Baumwolle wurde der besten ägyptischen Qualität als ebenbürtig befunden und wurde auf 2 Frcs. 15 c. per kg, verkauft auf dem Fleck in Haifa, abgeschätzt. Die Kultivierung wurde durch Bewässerung von Mai his Mitte November gefördert. Ungefähr eine halbe englische Tonne Baumwollsamen, welche mir von einem Freunde aus Liverpool gesandt wurde, wurde an verschiedene Landwirte zu Versuchszwecken verteilt. Orangenernte. Diese war gut und die Frucht in vorzüglichem Zustande. Die Preise im vereinigten Königreiche waren indessen sehr niedrig, so daß Spekulanten an ihren Geschäften verlieren. Öffentliche Arbeiten. Es wurde während des Jahres wieder nichts getan, um die Verbindungen zu erleichtern. Viele Pläne wurden angeregt, darunter Projekte für Wegebau, für den Betrieb von Straßenbahnen, Bau eines Quais der Küste entlang, Bearbeitung von Minen und Kanalisierung des Flusses Howdja für Bewässerungszwecke, aber bisher ist nichts geschehen, sie auszuführen. Gaza Herr Konsularagent Knesevich berichtet wie folgt: Bevölkerung und Industrie. Die Bevölkerung von Gaza wird auf ungefähr 70 000 Einwohner einschließlich der Bevölkerung der 60 umliegenden Dörfer geschätzt. Öffentliche Arbeiten. Nichts wurde während des Jahres 1909 getan, um die Kommunikationen in diesem Distrikt zu erleichtern. Die Wege nach Gaza werden noch immer vernachlässigt. Es gibt nur einfache Pfade, die sich besonders im Winter in sehr schlechter Verfassung befinden. Man spricht davon, daß eine Konzession für den Bau einer kommerziellen Straßenbahn von der Ostseite von Gaza nach der Küste, eine Stunde Wegs, bewilligt wird, und Pläne sind bereits angefertigt. Ziemlich viele Häuser sind gebaut worden; man spricht von vielen Verbesserungsp'änen, wie von dem Bau eines Gouvernementshospitals, einer Schule für Knaben und Mädchen, aber nichts wurde getan als eben nur beschlossen, außer dem Bau des öffentlichen Abzugskanals. SchiFfsbericht. Dieser Hafen wird von Dampfern nicht regelmäßig angelaufen. Nur im Sommer kommen Dampfer, um Gerste und andere Getreidear en, wenn es solche geben sollte, zu laden. Die meisten Dampfer sind britische. Im Jahre 1909 besuchten nur vier solcher britischer Dampfer Gaza. Hafen. Es gibt keine künstliche Anlegestelle in dem Hafen von Gaza. Der Landungsplatz, der im Jahre 1906 angelegt wurde, hat sich als vollständig untauglich und unzulänglich erwiesen. Im Jahre 1909 zerstörten ihn die Wellen ungefähr zu einem Drittel. Landen und Einschiffen sind schwierig, besonders bei rauhem Wetter, so daß Fahrzeuge oft in der Ladung des Kargos gehemmt werden. Allgemeine Bemerkungen. Gaza befindet sich dreiviertel des Jahres in einem Zustand der Lethargie. Dieser dauert bis Mai, wenn die Gerste geschnitten ist, weil die meisten Einwohner ihr Brod mit Gerstenhandel verdienen. Ich erfahre, daß ein Gesuch für eine Konzession einer Eisenbahn, beginnend von einer Stadt nahe bei Beirut, und von dort nach Beirut Haifa, Jaffa, Gaza, Rafah, El' Arish und Ägypten eingereicht worden ist. Es heißt, daß der Bewerber ein Vadium von 10 000 £ T. als Sicherheit erlegt habe. Wenn aus diesem Plan etwas wird, so wird sich die allgemeine Lage des Volkes und des Distrikts bedeutend entwickeln und verbessern. Viele Juden ziehen Erkundigungen ein in der Absicht, Land in diesem Distrikt zu kaufen. Die British Jewish Company, die mit mir während des Jahres 1908 wegen der Kolonisation im Distrikte von Rafah an der türkisch-ägyptischen Grenze in Verbindung stand, war 1909 in Korrespondenz mit mir. Während des letzten Viertels des Jahres kamen einige Mitglieder der Company nach Gaza und gingen mit ihren Ingenieuren nach Rafah weiter. Sie lieben den Platz und wollen dort eine Kolonie errichten. i

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