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Die Welt · 1910-08-19 · 33 (19.8.1910) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
33 (19.8.1910)
Date
1910-08-19
Page
– (sequence 18)
Language
German
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810 DIE ELT No. 33 unvollständiger Schilderung der hebräischen Literatur nicht viel auszusetzen. Rudolf Stratz: Es war ein Traum. (J. G. Cottas Verlag, Stuttgart.) Nur ein Traum war es, in den sich Doktor Siegfried Elkan selbst einlullen wollte. Er wird in das Haus des pensionirten Majors von Lützelhardt geholt, damit er dessen Tochter Yelia, die vom Pferd gefallen, behandle. Die Besuche wiederholen sich. Und bald läßt er es leise, fast scheu merken, daß er zu Yella eine Neigung gefaßt hat. Ihn lockt Yellas Fremdartigkeit und Natürlichkeit, ihn entzückt, daß sie ungebildet ist und nur für Sport und Pferde Sinn hat. Geist hat er selber genug, Geist und Geld. „Aber wir sind blutleer vor lauter Geist und Geld. . . . Frisches Blut tut uns not. . . . Gesund und unbefangen sollte man sein und frisch darauf losleben." Er möchte aus der ewigen Ahasverstimmung heraus und ganz im Deutschtum aufgehen. Trotz der Warnung seiner Verwandten verschließt er die Augen vor der Wirklichkeit und wähnt mit seinem Reichtum Brücken zu schlagen zu den exklusiven preußischen Junkerkreisen. Wohl blendet er damit den armen verschuldeten Major und Yella selbst, die keine Hoffnung sieht, ihrem lieben, ebenfalls armen Sportkameraden und Vetter Diether von Ottenhofen, als Frau anzugehören. Statt nun eine alte Jungfer zu bleiben, entschließt sie sich aus Liebe zu ihrem Vater, aber schweren Herzens, Frau Elkan zu werden. Doch Diether durchkreuzt Elkans Pläne, indem er seinen reichen, für die Reinheit des Preußentums schwärmenden alten Onkel mit dem Hinweis auf die bevorstehende Vermischung der Rassen dazu bewegt, mit dem Gelde herauszurücken und so seine Ehe mit Yella zu ermöglichen. Wie eine Erlösung ist es für sie. Und während die beim Feste versammelten Verwandten und Bekannten in Glück schwelgen, schleicht Elkan davon. Er sieht ein, daß man nun einmal dorthin gehört, von wo man stammt, daß er nur ein ungebetener Gast bleibt, daß es Grenzen gibt, die weder guter Wille noch Liebe zu verwischen vermögen. Jetzt wird er schärfer als sonst empfinden, daß er trotz seiner deutschen Muttersprache, trotz seines opferfreudigen Patriotismus kein ganzer, richtiger Deutscher ist. Wohl hat er sich ganz als solcher fühlen und halten wollen, allein die andern wollten es nicht. Das hätte er aber ahnen sollen aus den tausend Nadelstichen, aus jedem Blick, aus jedem Wort der Fremden. Mußte er es denn darauf ankommen lassen, daß man ihm das Trennende auf so schmerzhafte Weise zu spüren gab? Daß man ihn als lästigen Eindringling ansah? Erst jetzt weiß er, daß die Schwester recht hatte, als sie sagte: „Ganz so werden wie die kannst du nicht." Jetzt, nach den paar Tagen Traum. Einen Blick nur hatte er tun dürfen in ein buntes fremdes Reich. Einen Hauch von Glück erhaschen, der rasch verschwand. Und voll Schwermut erkannte er, daß die Zeit des Brückenschlags zwischen den fremden Welten noch nicht da ist und auch nicht kommen wird. Dr. M. Scherlag. Büchereinlauf XVII. Jahresbericht der Israelitisch=>Theologischen Lehranstalt in Wien für das Schuljahr 1909/1910. Voran geht: Antonismus und Rabbi, von Prof. Dr. Samuel Krauß. Wien 1910. Monatsschrift für die Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Braun. Mai-Juni 1910. Koebnersche Verlagsbuchhandlung, Breslau. Deutsche Kunst und Dekoration. XIII. Jahrgang, Heft 11. August 1910. Verlagsanstalt Alexander Koch, Darmstadt. Die Judenemanzipation seit Mendelssohn. Ein geschichtlicher Überblick von Dr. D. Pasrnanik. Separatabdruck aus dem von der akademischen Verbindung „Bar-Kochba" in Wien herausgegeben Almanach. Protokoll der Konferenz für hebräische Sprache und Kultur in Berlin, 19.—21. Dezember 1909. Warschau 5670. Verlag der Organisation für hebräische Sprache und Kultur. Bei der Jüdischen Kolonialbank in London gingen per South African Zionist Federation ein: Für das Hygienische Instituts Cape Town Dorshei Z. A..........£ 6.18.6 Cape Town Bnoth Z. A...........„ 2.— XsTsuT abzüglich 10% „ —.17.10 £ 8.0.8. Durch die russische Sammelstelle in Moskau.....Ro. 1.— N. N. siehe Joodsche Wächter Nr. 14.......H. Fl. 20.— vom Cornite der Bezalelverloting Twente Joodsche Wächter Nr. 15................„ ,, 5.— Für den Bezaleft Cape Town Dorshei Z. A...............£ 1.15.0 Für den russischen Pogromfonds: Cape Town Dorshei Z.. A. ............ J . £ 0.10.0 Für das Hebräische Gymnasium in Jaffa: Cape Town Dorshei Z. A. .............«£ 0. 5.0 Bei der Administration der „Welt" in Köln sind für die David und Fanny Wolffsöhn-Stiftung eingegangen : Herr und Frau Dr. Weißenberg...........Mk' 18.— Für das Hygienische Institut sind eingegangen: Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Österreich Mk. 32.30 Richtigstellung. Der in Nr. 30 der „Welt" veröffentlichte Ausweis für den „Bezalel" muß dahin richtig gestellt wnrden, daß das Nettoergebnis der Verlosung durch Herrn J. Kan Szn. in Enschede nicht Mk. 1123, sondern Mk. 1193 beträgt. THE PALESTINE LAND DEVELOPMENT COMPANY LTD. Sie bezweckt auf kommerzieller Basis unter" Anwendung moderner kolonisatorischer Methoden: 1. den Erwerb, die Ameliorierung und Parzellierung größerer Grundstücke in Palästina für eigene und für fremde Rechnung behufs Schaffung neuer Siedlungen (Kolonien); 2. die Anlage und Pflege extensiver und intensiver Kulturen für eigene und für fremde Rechnung; 3. die systematische Ausbildung und allmähliche Seßhaftmachung jüdischer Landarbeiter in Palästina. 1 Gründeraktie kostet £ 50.—.— JC 1025.— 1 Namensaktie „ 1.—.— „ 20.50 1 Vorzeigeraktie „ „ 1.1.6. „ 22.— Zahlungen für Rechnung der P. L. D. C. nehmen folgende Banken entgegen: •The Jewish Coloniäl Trust Ltd., London E. C, Walbrook, Brook House. A. H. Heymann & Co., Berlin N.W. 7, Unter den Linden 59. Die Gesellschaft ist laut ihren Statuten zur Annahme von Teilzahlungen nicht berechtigt. Die Gesellschaft steht im ersten Betriebsjahr. Nähere Auskünfte erteilt das Bureau der P. L. D. C, Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35. \izz Zur Sefl. Beachtung! Unsere geehrten Leser gestatten wir uns schonjetzt aufmerksam zu machen, daß auch in.diesem Jahre eine besondere Rubrik für Neujahrsgratulationen zu rwn vnn 56?i in der „Welt" erscheinen wird. Wir laden .alle jene Leser, die ihren Verwandten, Freunden und Bekannten in gesinnungsgenössischen Kreisen Glückwünsche entbieten wollen ein, dies durch „Die Welt" zu tun. Der Preis einer Anzeige in der Größe dieses Feldes beträgt M 3.—. Briefmarken aller Länder werden in Zahlung genommen. Die Expedition der „Welt". . Vjt'~^

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