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Die Welt · 1910-08-19 · 33 (19.8.1910) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
33 (19.8.1910)
Date
1910-08-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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no. 33 die: wurden 32 Seminarabende über die Geschichte des Zionismus und die Kolonisationsverhältnisse Palästinas abgehalten. Außerdem wurden in einer Reihe von-Diskussionsabenden die wichtigsten Probleme der jüdisch-kulturellen und politischen Bewegungen besprochen. Nach außen hin veranstaltete die Verbindung eine ganze Reihe von Vortragsabenden, welche stets von einem zahlreichen Publikum besucht waren. Unter anderm sprach Prof. Boris Schatz aus Jerusalem „Über die Bedeutung einer jüdischen Kunstgewerbeschule für die jüdische Kunst" und Reichsratsabgeordneter Adolf Stand „Ober die jüdische Moderne". Im laufenden Semester werden die Seminararbeiten fortgesetzt und eine Toynbeehalle ins Leben gerufen werden. Frößnitz. Sonntag den 17. Juli feierten die Proßnitzer Zionisten das Andenken Herzls. Die Zuvorkommenheit der Kultusgemeinde ermöglichte es, die Gedenkfeier im hiesigen Gotteshause abzuhalten. Diesem Umstände ist es zu verdanken, daß dieselbe imposanter denn je begangen wurde. Herr Oberkantor Schwarz leitete die Feier durch einen Psalm ein, den er in formvollendeter Weise vortrug. Die Gedenkrede hielt Rabbiner Dr. Leopold Goldschmied. In glühenden Worten sprach er von der Größe Herzls und von seinem Werke. Nach seinen "Schlußworten, in denen er der Sehnsucht des alten Volkes nach der Heimat gedachte, wurde das Lied der Hoffnung, die Hatikwah, angestimmt. Ein Psalm, vorgetragen vom Herrn Oberkantor Schwarz, beendete die würdige Feier. — Die hiesige Verbindung „Giskalah" begann ihre diesjährigeTätigkeit mit einem Festabend im Saale Habusta. Nach einem gelungenen musikalisch-deklamatorischen Programm vereinigte ein animiertes Tanzkränzchen die zahlreiche Gesellschaft bis in die frühe Morgenstunden. — Am 4. d. M. veranstaltete die „Giskalah" in den Räumen des jüdischen Vereinslokales anläßlich des Hin Scheidens des R.-A. Dr. Gabel eine Trauerfeier. Nach der vom Bb. cand. ing. Josef Sommer gehaltenen Trauerrede rezitierte Bb. ehem. Hans Low „De profundis" von David Rotblum. Mit der Absingung der Hatikwah fand die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. Radautz. Bei dem am 31. Juli 1910 abgehaltenen ordentlichen leneralkonvent der Verbindung „Chermonia" hielt Präses Jahr dem ii der Blüte seines Lebens so früh dahingeschiedenen Reichsratsibgeordneten Dr. Heinrich Gabel, der als Mitglied des jüdischen ^eichsratsklubs stets die Interessen der Judenschaft so treu verbeten hatte, einen warmen Nachruf. Hierauf wurde der Konvent zum Zeichen der Trauer geschlossen. Die im Generaikonvent vom 2. August 1. J. stattgehabten Chargen wählen ergaben folgendes Resultat: cand. phil. Josef Gottfried, Präses (X), cand. jur. Chaim Kupferberg, Vizepräses (XX), stud. med. Sami Herzberg, Schriftführer (XXX). Trautenau. Der hiesige zionistische Volksverein „Theodor Herzl" veranstaltete wie alljährlich am 3. August I. J. eine Herzl - feier in Johannisbad im Riesengebirge. Der Besuch war ein stattlicher, und muß die diesmalige rege Beteiligung seitens der Trautenauer Zionisten besonders hervorgehoben werden. Herr Paul Sommernitz begrüßte die Anwesenden mit einer stilvoll gehaltenen Ansprache und erteilte das Wort dem Festredner, Herrrr Ingenieur Hermann Pollacsek, der in meisterhafter Form über das Thema „Herzls Judentum" sprach. Von dem Vergleich Herzl und Moses ausgehend, wies er in klaren Worten auf das ethische Moment in Herzls Ideengang hin, der die Hebung seines Volkes [und seiner Glieder im Auge hatte, um die Juden, derart vorbereitet, für die Durchführung der Ideale, die er ihnen durch den Zionismus gegeben, fähig zu machen. Nach dem reichen Beifall, den der Festredner für seine ausgezeichneten Ausführungen geerntet, erhielt Herr jur. cand. Angelo Goldstein, Obmann des Vereins „Theodor Herzl", spol. zid. akad. in Prag das Wort zu seiner Tendenzrede über Herzls Werk. Nicht nur der Zionismus allein, so führte der Redner aus, sei Herzls Werk, sondern die Schaffung einer jüdischnationalen Gemeinschaft, welche nach ihrer ruhmreichen Vergangenheit und einer qualvollen Gegenwart durch ihn eine Zukunft bekam. Aus dem stürmischen Beifall, der seinen Worten folgte, konnte man schließen, daß für den Zionismus in dieser Gesellschaft viele neue Freunde gewonnen wurden. Zum Schluß rezitierte mit Kunst und Verständnis Herr H. Winternitz Rosenfelds „Die Landstreicher" und „Sturm". Bin namhafter Betrag wurde für die Qibaumspende gesammelt. Zaleszczyki. Der jüdisch-nationale Verein „Zion" hatte für Sonntag den 31. v. M. eine Herzl-Trauerandacht anberaumt. Sonntagmittag erreichte uns die taurige Nachricht vom plötzlichen Ableben des Abg. Dr. Heinrich Gabel. Abends versammelten sich im großen Beth-Hamidrasch alle jüdisch fühlenden Bürger. Gesinnungsgenosse A. L. Lagstein hielt, nachdem er die große Bedeutung Herlzs in einem trefflichen Vortrag gewürdigt hatte, dem so jäh verschiedenen Dr. Gabel einen ergreifenden Nachruf. Kantor H. Taschlicki trug hierauf für die beiden Männer das „El mole pLT - 803 Rachmimgebet" vor. Damit schloß die überaus eindrucksvolle Doppeltrauerfeier. Zawoja (Westgalizien). Hier hat kürzlich eine stark besuchte und sehr gelungene Herzlfeier, die großen Eindruck übte, stattgefunden. Ungarn Brod a. S. (Slavonien). Der hiesige zionistische Verein „ Jehuda Halevy" veranstaltete am 2. Ab — 7. August—im hiesigen Tempel eine Herzl-Gedenkfeier. Nach einem ausgezeichneten Trauergesange des hiesigen Kantors H. Diwinsky hielt Herr Rabb. Dr. Margel aus Pozega eine inhaltsreiche und formvollendete Gedenkrede. Der Tempel war voll besucht. Fiume. Dank den Bemühungen einiger eifriger Gesinnungsgenossen ist es gelungen, auch in unserer von der Assimilation durchsetzten Stadt der Zionsidee Eingang zu verschaffen. Die Schwierigkeiten, die sich unserer Bestrebungen entgegenstellten, sind um so größer gewesen, als sich die jüdische Bevölkerung Fiumes in nicht weniger als fünf Lager teilt. Diese unüberwindlich erscheinenden Hemmnisse schreckten jedoch unsere Gesinnungsgenossen nicht ab. Es gelang ihnen, eine zionistische Vereinigung ins Leben zu rufen. Schon heute läßt diese erst vor einigen Wochen geschaffene Vereinigung eine gute Zukunft voraussehen. Die offizielle Tätigkeit inaugurierte sie mit der Veranstaltung einer Herzl-Gedenkfeier, welche am 26. Juli im Hotel Susak stattfand und erfreulicherweise einen zahlreichen Besuch aufwies. Nach kurzer Begrüßungsansprache seitens des Gg. Herrn Reis feierte Herr Gg. Taussig in begeisterten Worten das segensreiche Wirken unseres unvergeßlichen Herzls und appellierte zum Schluß an die Anwesenden, im Sinne unseres toten Führers weiterzuwirken. Hierauf folgte das in ergreifender Weise von Herrn Kantor Landau vorgetragene „El mole rachmim". In kurzen kernigen Worten schilderte sodann Gg. Herr Wein lös Herzl als Literaten und brachte zur Illustration seines Vortrages „Bäumele und Däumeie" zur Vorlesung. Nach einer hebräischen Rezitation des Herrn Landau trug der Cousin Herzls, HerrLöbl, ein bekannter Pionnier des vorherzlichen Zionismus, einige äußerst interessante Episoden aus Herzls Leben in gemütvoller Weise vor. Unter Absingung der Hatikwah nahm der erste wohlgelungene Abend sein Ende, nachdem noch eine nicht unbedeutende Summe für den N. F. gesammelt worden war, Bosnien Sarajewo. Am 20. Tammus fand in der hiesigen sephardischen Synagoge „Beth Tefila" eine Jahrzeitfeier für Dr. Herzl statt, wobei Herr Rabb. Dr. Zern ach eine erhebende, Herz und Gemüt tief ergreifende Gedächtnisrede hielt. Während der zweistündigen, mit großem Pathos und hinreißender Begeisterung gesprochenen Rede, der das überaus zahlreich erschienene Publikum mit gespannter Aufmerksamkeit lauschte, schilderte der Redner die mannigfachen Leiden des jüdischen Volkes in den Ländern der Zerstreuung, die er als die unvermeidlichen Folgen des Golus bezeichnete, und führte als Resultat seiner Betrachtung aus, daß die Gesundung des jüdischen Volkskörpers, die Erstarkung seines moralischen Gefühls wie auch seine fortschrittliche geistige Entwicklung einzig und allein von der Rückkehr der Juden nach Palästina bedingt sei. Er richtete daher einen warmen Appell an die Anwesenden, sich unter die zionistische Fahne zu scharen, den Zionismus tatkräftig zu unterstützen, dem Jüdischen Nationalfonds reichliche Spenden zuzuführen, die Jüdische Kolonialbank durch Ankauf von Aktien zu fördern, innerhalb der hiesigen Judenheit den jüdisch-nationalen Geist zu pflegen, den Kindern eine jüdische Erziehung zu geben, für die Aufklärung der jüdischen Masse durch Abhaltung von populärwissenschaftlichen Vorträgen über jüdische Geschichte und Literatur den größten Eifer zu entfalten, namentlich den jüdischen Kindern gründliche theoretische und praktische Kenntnisse der hebräischen Sprache beizubringen. Zum Schlüsse forderte er das Publikum auf, für den Nationalfonds am selben Abend zu spenden, für welchen auch 31 Kronen von den anwesenden Zuhörern gesammelt wurden. Die Zuhörer, auf welche die Rede des Herrn Rabb. Dr. Zemach einen tiefen, nachhaltigen Eindruck gemacht hatte, verließen die Synagoge mit der Empfindung, einen Mann gehört zu haben, der mit Herz und Seele, — im Gegensatz zu andern Rabbinern, — seinem Volke zugetan ist und die erforderliche Erfahrung und das reiche Wissen, ein Führer seines Volkes zu sein, besitzt. Deutschland Bad Nauheim. Das Hauptgespräch unter den hier zur Kur weilenden zahlreichen, vornehmlich russischen und polnischen Juden bildet seit vorigem Monat der Zionismus. Das hat die zionistische Reunion bewirkt, die, vom Gruppenverband für Hessen und

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