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Die Welt · 1910-07-08 · 27 (8.7.1910) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
27 (8.7.1910)
Date
1910-07-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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mit 10ü/o, zur Deckung des Fehlbetrages im Budget 1910/11: aber wir dürfen zu diesem Mittel nicht greifen, wenn wir nicht erst wenigstens beschlossen haben, daß die für die eigentlichen Zwecke der Zentralleitung aufgebrachten Gelder voll und ganz der Zentralleitung zukommen müssen. Ich will nunmehr die einzelnen Posten des Budgets zur Verhandlung bringen, und dann über die verschiedenen eingelaufenen Anträge abstimmen lassen. Es wurden darauf aus der Versammlung an das E. A. C. noch einige Detailfragen gerichtet, welche von Herrn Hoofien beantwortet wurden. Der Antrag Boruchow auf Subventionierung des Haolam mit 2000 Rubel wurde angenommen. Dr. Braude beantragt die en bloc-Annahme des ganzen Budgets, welchem Antrage die Jahreskonferenz zustimmt. Das Budgets wird hierauf angenommen. Der Antrag Boruchow, welcher dahin geht, das Große A. C. zu berechtigen, im Laufe des Verwaltungsjahres Überschreitungen des Etats bis zu 10°/o zu genehmigen, wird einstimmig angenommen. Trietsch schlägt vor, unsere Banken für die Erhaltung der Presse heranzuziehen. Herr Hoofien bemerkt, daß es keinen Zweck hat, jetzt noch für irgendeinen Posten aus dem Ausgabenetat spezielle Mittel anzuweisen. Die 40 000 Ji für die Presse bilden einen Posten wie jeder andere und müssen aus den allgemeinen Einnahmen gezahlt werden. Nach kurzer Debatte wird der Antrag Trietsch abgelehnt. Präsident Wolffsohn: Es liegt nunmehr der Antrag Goldberg-Marmorek-Simon vor, sämtliche Institutionen mit 10°/o zu besteuern, und zwar handelt es sich um die Nettoeingänge der Institutionen. Es entsteht nunmehr eine längere Debatte über die Frage, was bei den verschiedenen Institutionen unter Nettoeingängen zu verstehen ist, sowie über die Frage, ob die Jahreskonferenz überhaupt berechtigt ist, die Besteuerung zu beschließen. Es stellt sich heraus, daß nach allgemeiner Ansicht letzteres Recht der Jahreskonferenz zweifellos zusteht. Rechtsanwalt Gronemann protestiert gegen den Antrag und wird sich mit allen Mitteln dagegen wehren. Präsident Wolffsohn: Sie wissen, daß ich prinzipiell für die Besteuerung bin; da es sich nun aber herausstellt, daß wir nicht einstimmig zum Beschluß der Besteuerung gelangen werden, möchte ich nicht am Ende unserer Sitzungen einen Beschluß fassen lassen, der vielleicht zu einer Agitation Veranlassung geben könnte, welche unsern Institutionen schaden würde. Boruchow: Ich kann die Auffassung des Herrn Präsidenten nicht teilen. Man wird draußen mit den Beschlüssen dieser Jahreskonferenz so zufrieden sein, daß man auch diesen Beschluß gutheißen wird. Es ist unbedingt notwendig, daß einmal eine radikale Operation vorgenommen wird. Dr. Katze n eis oh n wendet sich mit Entschiedenheit gegen den Antrag. Präsident Wolffsohn: Ich möchte unter diesen Umständen nun auch von der Annahme des Antrages abraten. Ich schlage vielmehr vor, daß wir den Antrag des E. A. C. mit Bezug auf die unverkürzte Abführung der Schekelgejder annehmen, dem A. C. das Recht erteilen, die Besteuerung der Institutionen zu beschließen, falls sich im Laufe des Verwaltungsjahres herausstellen sollte, daß ohne diese Besteuerung die Ausgaben nicht zu decken sind. Jedenfalls werden wir die Sache in der nächsten Sitzung des Großen A. C. nochmals zur Sprache bringen. Der Antrag des Präsidenten wurde darauf angenommen. Hoofien: Mit Rücksicht darauf, daß der nächste Kongreß, welcher das Budget für das Dienstjahr 1911/12 zu bewilligen hat, voraussichtlich erst einige Monate nach Anfang dieses Dienstjahres tagen wird, bitte ich Sie, das E. A. C. zu ermächtigen, im Dienstjahre 1911/12 bis zum Kongreß nach Maßstab des Budgets für das Jahr 1910/11 zu wirtschaften. Dieser Antrag wurde angenommen. Hierauf schritt der Präsident zum Schluß der Verhandlungen. Er erklärte zunächst die Sitzung für öffentlich. Herr Böhm (Wien) ergriff das Wort zu folgender Rede: Im Namen meiner Freunde möchte ich, da wir am Schlüsse unserer Beratungen angelangt sind, meiner großen Freude und Genugtuung Ausdruck geben, daß es uns gelungen ist, zum Frieden zu kommen, und daß die störenden Differenzen beseitigt sind. Ich stelle fest, daß um das Zustandekommen des Friedens beide Seiten bemüht waren und Opfer gebracht haben. Wir versprechen, daß wir alles tun werden, um in den Reihen der Zionisten Beruhigung zu schaffen, und daß wir jetzt mit erhöhter Kraft an unserm großen genieinsamen Werke mitarbeiten werden. Zum Schlüsse möchte ich noch dem Präsidium, insbesondere aber dem verehrten Herrn Präsidenten, den herzlichsten Dank für die mühevolle und umsichtige Leitung der Verhandlungen aussprechen. (Lebhafter Beifall.) Präsident Wolffsohn: Ich danke dem Herrn Vorredner für seine liebenswürdigen Worte. Auch ich spreche die Hoffnung aus, daß wir von jetzt ab in bester und erfolgreichster Weise zusammen für unser großes Ziel werden arbeiten können. Ich bin sicher, daß wir, wenn wir uns anstrengen, nicht allein die notwendigen Mittel aufbringen, sondern auch in jeder andern Beziehung vorwärts kommen werden. Ich richte nochmals die dringende Bitte an Sie alle, daß wir schon heute damit beginnen, den nächsten Kongreß vorzubereiten, und durch eine ruhige sachliche Diskussion, wie wir sie hier geführt haben, uns für den Kongreß rüsten, damit wir nicht unvorbereitet hinkommen. Ich schließe die Jahreskonferenz." (Lebhafter Beifall.) * Im nachfolgenden wiederholen wir die Beschlüsse, welche die Jahreskonferenz in bezug auf die in England und Amerika herrschenden Differenzen gefaßt hat. Die Jahreskonferenz beschloß es in der Frage der Knights of Zion, deren Regelung mit dem neuen Organisationsstatut in Verbindung steht, bis zum nächsten Kongreß beim Status quo zu belassen. Diese Angelegenheit soll auf Antrag Schlössinger dem Kongreßgericht zur Prüfung überwiesen werden. . In der Angelegenheit des Order of Ancient Maccabaeans beschloß die Jahreskonferenz mit Rücksicht darauf, daß auch diese Angelegenheit mit der Frage des Organisationsstatuts eng verbunden ist, es beim Status quo zu belassen, das heißt, den Maccabaeans die Anerkennung als Föderation nicht zu erteilen,

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