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Die Welt · 1910-07-01 · 26 (1.7.1910) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
26 (1.7.1910)
Date
1910-07-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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No. 26 DlE^ELT 643 Nationalfonds. Für jedes Schriftstück, das an die Verwaltung gerichtet wird, ist eine Natiönalfondsmarke erforderlich, und Schuldscheine müssen für jede 100 Frs. mit je einer Herzlmarke versehen werden. Viehversicherung in Sichron-Jakob Die Viehversicherungsgenossenschaft unserer Kolonie hat sich im ersten Jahre ihres Bestehens sehr gut .entwickelt. Die Bilanz für das Etatsjahr vom 1. März 1909 bis zum 28. Februar 1910 weist bei einem Umsätze von 3600 Frs. eine Ersparnis von 1620 Frs. auf Diese Ersparnis ist allerdings in erster Linie der Subvention der L C. A. für die drei verflossenen Jahre im Beträge von 2400 Frs. zu verdanken. Wenn die Viehversicherungsgenössensschaft aus eigener Kraft und ohne Subvention bestehen sollte, da in mißte die Mitgliedsbeiträge um 800 Frs. (soviel beträgt jetzt die jährliche Subvention der Jewish Coionisation Association) erhöht werden In dem letzten Jahre haben nämlich die Mitglieder 924 Frs. eingezahlt, dagegen mußten 1794 Frs. für Schadenersatz bezahlt werden. Die ziemlich hohe Zahl der Unfälle wird von vielen Mitgliedern der Genossenschaft darauf zurückgeführt, daß im ersten Jahre unvorsichtigerweise altes, krankes und sonst versicherungsunfähiges Vieh aufgenommen wurde. Der türkische Großrabbiner Haim Nahum in Jerusalem Am Rüsttage des Schabuothfestes landete der Großrabbiner Haim Nahum in Jaffa, wo sich zu seiner Begrüßung ein spezielles Empfangskomitee gebildet hatte. Im Hotel Kaminitz erwarteten ihn die Vorsteher der jüdischen Gemeinde, der Anglo-Palestine Company, die Mitglieder -des Lehrerverbandes, die Direktoren und Lehrer der verschiedenen jüdischen Schulen, die Vertreter der Kolonien, eine Abordnung aus Jerusalem usw. Der Gouverneur, der Bürgermeister und der Polizeihauptmann von Jaffa, ferner Rabbiner Kuk und vier Mitglieder des Empfangskomitees holten den Großrabbiner vom Schiffe ab und geleiteten ihn in die Stadt. Im Namen des Empfangskomitees hielt Dr. Metman an den Chacham-Baschi eine schwungvolle hebräische Begrüßungsansprache und überreichte ihm im Namen der Jaffaer Judenheit eine Adresse. Noch am selben Tage begab sich Rabbi Nahum mit seinem Gefolge in einem Sonderzuge nach Jerusalem, wo er um l/z4 Uhr anlangte und von einer großen Menschenmenge jubelnd empfangen wurde. Zu seiner Begrüßung hatten sich die Rabbiner und Vorsteher der Sephardim und Aschkenasim, die Vertreter der Wohltätigkeitsanstalten, der Jeschiboth usw. eingefunden. Stadtverordneter David Jellin, der bekannte hebräische Schriftsteller, begrüßte den Chacham-Baschi in längerer hebräischer Ansprache. Dr. Levy, Leiter der Anglo- Palestine Co. in Jerusalem, hielt eine türkische Ansprache an den Großrabbiner. Die Vertreter der aschkenasischen und sephardischen Gemeinden überreichten ihm eine von einem Bezalelschüier künstlerisch ausgeführte Adresse, die von Rabbi Nahman Betito, Kaimakam-Chachambaschi in Jerusalem, und dem aschkenasischen Rabbiner Chaim Berlin unterzeichnet ist. Vordem Stadtviertel Meah Schearim und an andern Stellen der Stadt waren Triumphpforten errichtet. Der erste Besuch des Großrabbiners galt der Klage mau er. Von dort begab er sich zum Zivil- und Militärgouverneur. Tags darauf empfing Rabbi Nahum die Besuche der rabbinischen und weltlichen Vertreter der verschiedenen jüdischen Gemeinden, der jüdischen Unterrichts- und Wohlfahrtsanstalten usw. Auch der Gouverneur Osmi Bey stattete dem Großrabbiner einen Besuch ab. Wie verlautet, ist es Rabbi Nahum bereits gelungen, den Frieden in der sephardischen Gemeinde herzustellen, und dürfte die endgültige Ernennung des neuen Chacham-Baschi von Jerusalem, den beide streitenden Parteien als ihr religiöses Oberhaupt anerkennen werden, bereits in den nächsten Tagen erfolgen. Ali unsere Leser! Mit der heutigen Nummer beginnt das III. Quarta! des XIV. Jahrgangs. Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 30. Juni 1910 abgelaufen war, werden dringendst ersucht, die Erneuerung des Abonnements unverzüglich vorzunehmen da wir sonst für die pünktliche Zustellung der Blätter keine Garantie übernehmen können. Posterlagscheine an unsere Abonnenten in Österreich- Ungarn, sowie Zahlkarten an die Abonnenten in Deutschland sind bereits abgegangen. Die Oberweisung der Abonnementsbeträge durch Posterlagscheine bzw. Zahlkarten geschieht für die Bezieher unseres Blattes vollständig kostenlos. Für neu eintretende Abonnenten kann das Abonnement nur ab 1. Juli beginnen, da die Nummern der frühern Quartale nicht mehr vorrätig sind. Abonnements nehmen alle Postanstalten, Buchhändler, Zeitungsverschleißer sowie unsere "am Titelblatt verzeichneten Agenturen entgegen. Der Bezugspreis pro Quartal für Deutschland.........Mark 2.50 Österreich-Ungarn......Kronen 3.— Rußland...........Rubel 1.75 England...........Schilling 3/6 Amerika...........Dollar 0.85 Holland...........Gulden 2 — Alle übrigen Staaten und Länder Franken 4.25 kann bei direkter Bestellung auch in Briefmarken des betreffenden Landes entrichtet werden. Die besondere Aufmerksamkeit unserer Leser möchten wir nochmals auf die Palästina-Nummer der „Welt" hinlenken, die zu Beginn des Herbstes erscheinen wird. Wir haben große Vorbereitungen getroffen, um durch eine textlich und illustrativ reiche Ausstattung der Palästina-Nummer das Interesse weiter jüdischer Kreise für Erez-Israel zu wecken und zu stärken. Diese Nummer soll aber mehr als eine bloße Propagandaschrift werden.. Sie soll in kurzer, übersichtlicher Zusammenstellung alles Wesentliche enthalten, was das gegenwärtige und das historische Palästina an Wissenswertem bietet. Neben dem Gelehrten von Ruf soll der praktische Kolonist, neben dem Pädagogen der Volkswirt, neben dem Kaufmann der Künstler zu Worte kommen. Der ernste und hohe Zweck, den wir mit der Herausgabe dieser Nummer anstreben, kann jedoch nur erreicht werden, wenn unsere Freunde und Gesinnungsgenossen in allen Ländern rechtzeitig für die Verbreitung der Palästina-Nummer tätig sein werden. Darum wenden wir uns schon jetzt an alle Zionisten mit der Bitte, allerorten eine großzügige Aktion für die Verbreitung der Nummer einzuleiten. Die Expedition der „Welt" KÖLN a. Rh., Karolingerring Nr. 3k

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