Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 25 (24.6.1910)
- Date
- 1910-06-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 25 DIE ELT 609 zeugung, daß eine weitere Tätigkeit der Exekutive in England völlig nutzlos wäre, falls eine zweite Federation gegründet und offiziell anerkannt werden sollte." Es wurde ferner beschlossen, in einem Begleitschreiben zu dieser Resolution dem Aktionskomitee mitzuteilen, daß die Vertreter der E. Z. F. bei der 'gemeinsamen Besprechung dem Order of Ancient Maccabaeans vorgeschlagen haben, die letztgenannte Körperschaft möchte die gesamte zionistische Arbeit in England aus den Händen der E. Z. F. übernehmen, so daß die Arbeit in England einzig und allein bei dem O. A. M. konzentriert wäre und eine Spaltung in zwei Föderationen vermieden würde. Der Order of Ancient Maccabaeans habe jedoch dieses Anerbieten abgelehnt. Die Versammlung beschloß, die halbjährliche Konferenz in London am 17. Juli ds. Js. abzuhalten. Die Palästinakommission der E. Z. F. erstattete ihren Bericht und legte der Sitzung folgende Resolution vor, die diese genehmigte: „Es soll an alle der Federation angeschlossenen Vereine ein Aufruf gesandt werden, der die Ziele der Palestine Land Development Company eingehend auseinandersetzen und den Vereinen dringend empfehlen soll, diese Gesellschaft tatkräftig zu unterstützen." Der Aufruf soll von sämtlichen Vorstandsmitgliedern der Federation unterschrieben sein. Mit einem Dankesvotum an den Vorsitzenden wurde die Sitzung geschlossen. Herzlfeiern Czernowitz. Samstag den 28. Mai veranstaltete die akademische Verbindung „Hasrnonaea" im Festsaale des jüdischen Hauses aus Anlaß des 50. Geburtstages Theodor Herzls eine Gedenkfeier, die von mehr als 2000 Personen besucht war. Um 7 Uhr eröffnete der Senior der Verbindung, cand. ehem. Rieber, mit einer überaus wirkungsvollen Begrüßungsansprache die Feier. Nachdem der Chor des jüdischen Gesangvereins unter Leitung des Dirigenten Rosenstech „Hallelujah" (von Stulz) gesungen, wobei insbesondere Herr O s t e r mit seinem Solo eine weihevolle Stimmung auslöste, ergriff, stürmisch akklamiert, Prof. Dr. Kellner das Wort zur Gedenkrede. Redner, der als persönlicher Freund des verewigten Führers auch dessen literarischen Nachlaß sichtet, hat oft und an vielen Orten über Herzl gesprochen. Diesmal widmete er Herzls Eltern, dessen Erziehung und dem Beginn der Laufbahn des Schriftstellers den größten Teil seiner Ausführungen. Sie waren nach Form und Inhalt gleich vollendet. Die Zuhörer lauschten andächtig den Worten Prof. Kellners und als er schloß, brach ein Beifallssturm los. Am Abend fand im „Schwarzen Adler" eine gemütliche Zusammenkunft der „Hasrnonaea" zu Ehren des Vortragenden statt, bei der cand. iur. Schnee einen Toast auf Prof. Kellner ausbrachte. Die Teilnehmer blieben bei fröhlichen Liedern bis in späte Nachtstunde beisammen. Bukarest. Die hiesigen zionistischen Vereine haben am 5. d. M. im großen Choraltempel eine Herzlgedenkfeier veranstaltet. Bs gelang dem Organisationskomitee unter Leitung des Herrn Dr. J. B. Steiner nicht ohne Mühe, für diese Feier den Tempel zu bekommen. In erster Linie sind wir hierfür Herrn Dr. Adolf Stern, Präsidenten der Tempelgemeinde, zu Dank verpflichtet. Ein zahlreiches vornehmes Publikum füllte den Tempel bis auf den letzten Platz. Die Feier wurde durch Chorgesang mit Orgelbegleitung eröffnet. Herr J. B. Brociner hielt eine Rede über „Die Mission Herzls". Darauf sprach Herr Dr. J. W. Steiner und würdigte in tief empfundenen Worten das Wirken Herzls für das üdisehe Volk. Die würdevolle Feier fand ihren Abschluß in einem eügiösen Chorgesang. Österreich Wien. Am 15. Juni wurde in den Hofmannschen Rosensälen ine Versammlung abgehalten, durch welche weitere Kreise der Bevölkerung für die jüdische Turnsache gewonnen werden sollten. ::ast 150 Personen waren erschienen und folgten den Ausführungen er Referenten. Herr stud. jur. Friedrich Steiner eröffnete namens er Einberufer die Versammluug, worauf auf seinen Vorschlag unter bhaftem Beifall Herr Dr. Max Jerusalem, einer der ältesten orkämpfer der jüdischen Turnidee, zum Vorsitzenden und Herr;dolf Fried zum Schriftführer gewählt wurden. Das erste Referat s Herrn J. U. C. Ernst Skutetzky (Unitas) behandelte die Zu- ■lmenhänge zwischen der allgemeinen jüdischen Renaissance und n jüdischen Turnwesen. Reicher Beifall folgte den geistvollen sführungen. Stürmisch akklamiert ergriff hierauf Sr. Ehrwürden ' -biner Dr. A. Mandl das Wort um seiner Befriedigung über die Endung des Vereins Ausdruck zu geben. Namens des 1. jüdischen •nvereins sagte Herr Dr. Stein dem neuen Vereine werktätige Unterstützung zu. Herr Dr. Max Rosenthal referierte über den gesundheitlichen Wert des Turnens. Lebhafter Beifall dankte ihm wie auch dem letzten Redner Herrn Prof. Gutmann, der besonders der Jugend eifriges Turnen empfahl. Nachdem noch ein vorbereitendes Komitee gewählt worden war. schloß der Vorsitzende die Versammlung mit herzlichem Dank an die Referenten. Unter dem Eindrucke des Abends meldeten sich 60 ausübende und 25 unterstützende Mitglieder für den neuen Verein. Der Verein hat seinen Sitz im Cafe Favoriten, Favoritenstraße 67. Deutschland Nürnberg. Am 5. Juni hat die Vereinigung für das liberale Judentum in Leutschland hier ihren Delegiertentag und im Anschluß daran eine öffentliche Versammlung abgehalten. Der Vorsitzende Justizrat Breslau er-Berlin sagte in seinem Vortrag über die Gegner des liberalen Judentums u. a.: „. . . Gegner sind die Zionisten, welche sich der Orthodoxie angeschlossen haben, weil sie von dort Hilfe erwarten." Gegen diese Auslassung sandte die zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth dem „Fränkischen Kurier", der die Rede auszugsweise veröffentlichte, eine Erklärung, die in folgenden Worten gegen Justizrat Breslauer Stellung nimmt: „Gegen diese Behauptung müssen wir, da eine Diskussion in der Versammlung ausgeschlossen war, auf diesem Wege Verwahrung einlegen. Der Zionismus als jüdisch nationale Bewegung nimmt zu den verschiedenen religiösen Strömungen innerhalb des Judentums keinerlei Stellung, er betrachtet vielmehr einzig allein die nationale Zusammengehörigkeit aller Juden, als die gemeinsame Basis und das erhaltende Moment. Unter diesem Gesichtspunkte muß der Zionismus die Bestrebungen der „Vereinigung für das liberale Judentum", (der nicht alle wahrhaft liberalen Juden angehören) bekämpfen, da diese die nationale Grundlage leugnet und demnach die Konsequenz ihrer Anschauung zur Auflösung des Judentums führen muß, was bei der orthodoxen Richtung nicht der Fall ist." Der „Fränkische Kurier" hat diese Erklärung publiziert. Schweiz Delegiertentag. (Schluß aus Nr. 24.) Bei der Eröffnung der Mittagssitzung wurden einige Begrüßungsschreiben verlesen. Der Bericht des Nationalfonds-Kommissar, Herrn Dr. Camille Levy-Biel, stellt fest, daß die Eingänge seit 3 Jahren ziemlich konstant geblieben sind. Zürich, Basel und St. Gallen haben bedeutend weniger zum Nationalfonds beigetragen als Genf unter der Arbeit Dr. Pasmaniks. Dr. Levy hebt die Wichtigkeit des Nationalfonds hervor, der auf allen Gebieten in Palästina tätig ist und gute Erfolge zeitigt. Zugleich gibt Herr Dr. Levy als Mitglied des großen A. C. einen kurzen Überblick über die letzten zionistischen Ereignisse und über den Stand der Bewegung. Es folgte nunmehr eine längere Diskussion über verschiedene Anträge betr. Veröffentlichung der Spendenlisten für den Nationalfonds in der „Welt" in kürzern Zeiträumen; ferner wegen* Bezahlung eines Sekretärs und über den Antrag, der von der zionistischen Ortsgruppe Zürich gestellt war betreffend Stellvertretung des Präsidenten des Landesverbandes bei den Sitzungen der zionistischen Leitung. Die beiden ersten Anträge wurden abgelehnt und der dritte angenommen. An der Diskussion beteiligten sich die Herren M. Färber, J. Horn, M. Gutmann, stud. jur. Dobranitzki, stud. jur. Grünfeld, sämtlich ausZürich, sowie die Herren Lewin-St. Gallen, Dr. Levy- Basel und M. Levy-Liestal. Im Laufe der Diskussion verliest Herr Dr. C. Levy einen Brief vom Zentralbureau in Köln, in welchem besonders eine regere Agitation für den Genossenschaftsfonds gewünscht wird. Es konnte mitgeteilt werden, daß in Basel 250 Frcs. und in Liestal 100 Frcs. (von einer Person) eingegangen sind. Bei der Bestimmung des Vorortes tritt Herr Färber-Zürich für Basel ein, doch lehnt Herr Moritz Levy eine Wiederwahl ab. Sodann wurde Zürich als Vorort erklärt und Herr Dr. Pinkus als Präsident, Herr stud. jur. Dobranitzki als Sekretär und Herr J. J. Weil-Basel als Kassierer (provisorisch) gewählt. Weitere Mitglieder des Landeskomitees sind folgende Herren: Dr. Camille Levy- Biel, Moritz Levy-Liestal, Direktor Bloch-Lausanne; St. Gallen wurde als Kontrolstelle bestimmt. Am Abend veranstaltete die jüdisch-nationale Studentenverbindung „Maccabäa" einen sehr feierlich verlaufenen Kommers zu Ehren der Delegierten. Zürich. Der Share-Klub des Schweizerischen Zionistenverbandes hielt im Anschluß an den Delegiertentag der schweizerischen Zionisten am 5. d. M. seine Generalversammlung ab. Dem Berichte über das III. Geschäftsjahr, Juni 1909 bis Mai 1910 ist folgendes zu entnehmen: Die Zahl der Mitglieder betrug am Ende des Berichtsjahres 90, gegen 26 am Ende des ersten und 66 am Ende des