Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 24 (17.6.1910)
- Date
- 1910-06-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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586 DIEÄELT Na 24 kommt über die Seele. Indes sind aus Städten Friedhöfe geworden, Friedhöfe hat man zu Feldern zerharkt, Wälder sind verschwunden, Steine haben sich zu Sand zerrieben, Flüsse haben ihren Lauf geändert, Sterne sind in Nichts zerstorben, Millionen sind emporgeflogen zum Gerichte des Herrn — aber Gott — sein Name sei gepriesen — hat der Irrenden noch nicht gedacht, und ein Ideal des Guten und Schönen hat sie nicht gefunden. . . . Und sie denkt bei sich: ,,Die Welt ist so armselig, die Menschen so mittelmäßig, ihre Seelen so gewöhnlich, ihre Guttaten so kleinlich ... wo soll sich bei ihnen das „Ideale" finden? Ewig muß ich denn irren, für ewig bin ich verstoßen!.. Während die Seele so in Gedanken versunken ist, zuckt vor ihren Augen mitten in der finstern Nacht eine grelle Flamme empor. Sie sieht sich um — die Flamme dringt aus einem hohen Fenster. Räuber haben einen Reichen überfallen; sie tragen Masken vor dem Gesicht. Einer leuchet mit einer Kienfackel; ein zweiter steht beim Bette des Reichen, hält ihm ein blitzendes Messer an die Brust und zischt ihm zu: „Rührst du dich, Jud\ so ist's aus mit dir, da geht dir das Messer beim Rücken heraus!" Die übrigen öffnen Schränke und Kasten und plündern. Der Jude liegt unter dem drohenden Messer und sieht gelassen dem Treiben zu; keine Wimper an seinen hellen Augen zittert, kein Haar seines langen, schneeweißen Bartes, der bis zum Gürtel reicht, rührt sich. Ihn geht dies alles nichts an. „Gott hat's gegeben, Gott hat's genommen, sein Name sei gepriesen. Mit den Dingen wird man nicht geboren und ins Grab gibt man sie einem auch nicht mit!" murmelt er still. Er sieht ruhig zu, wie man alles bis zur letzten Lade öffnet und Gold, Silber, Schmuck und kostbares Geschirr herausschleppt; er rührt sich nicht und schweigt. . . . Vielleicht ist er den Räubern gar dankbar! ... Doch plötzlich — die Räuber sprengen das letzte Fach der Lade, ein Geheimfach, und ziehen ein kleines Säckchen heraus, das verborgen drin liegt — vergißt sich der Jude, er zittert, heißes Rot bedeckt sein Antlitz, sein Auge flammt, er strekt wehrend die Rechte aus und schreit: „Rührt das nicht an!" Kaum ist der Schrei verklungen, springt ein Blutstrahl empor — das Messer hat seine Schuldigkeit getan. — Des Juden Herzblut hat das Säckchen gefärbt! ... Die Räuber reißen hastig das Säckchen auf — da drinnen ist sicher der kostbarste Besitz des Reichen. Aber sie blicken enttäuscht; umsonst haben sie Blut vergossen — das Säckchen birgt nicht Silber, nicht Gold und nicht Schmuck, nichts von all' dem, was auf dieser Welt Wert hat. Ein wenig Erde ist darin, Erde aus Erez-Israel, für das Grab bestimmt; die hat der reiche Jude vor fremden Händen und unreinen Augen schützen wollen und sie mit seinem Herzblut bespritzt. . . . Die Irrseele nimmt schnell ein Stäubchen dieser blutigen Erde an sich und meldet sich damit bei der Himmelspforte. . . . Das erste Geschenk ward angenommmen. . . . Obertragen von Siegfried Schmitz. (Schluß folgt) o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG £ o o o o o o o o o o o o o o Schekelausweis Schekelsammlung für das Jahr 5670 Zentralkomitee der zionistischen Organisation für Rußland: (Spezifikation fehlt)...... . . Rbl. 992.99 ^2133.15 England: English Zionist Föderation Agudas Oaley Zion, Glasgow......£ 2.10.0 Jt 51.— Order of Ancient Maccabeans (Spezifikation fehlt)......... . £ 50.0.0 «^1020.— Türkei: Saloniki..............Pres. 217.50 «= JC 176.— Marokko: Verein Chibas Zion, Fez........£ 5.0.0. JL 102.— Sudafrika: (Spezifikation fehlt)..........£ 130.3.4 JL 2665.62 Zionistisches Landeskomitee für Ungarn: Budapest Kr. 14.40, Tatabänva 1.20, Kajdano 1.20, Nyitra 2.40, Kolozsvär 1.20, Zsolna 1.20, Hätszeg 1.20, Mägocs 3.60, Holics 1.20, Felek 12.—, Satoralja- Ujhely 9.60, Szatmär 36.—, Aranyosmarot 19.20, Csikmgyimes 3.60, Sopron 1.20, Köszeg 7.20, Kecskes 6.—, Pees 1.20......zus. Kr. 123.60 Jt 104.50 Zionistische Vereinigung für Deutschland: (Spezifikation fehlt)........- .......JC 1011.50 Italien: Florenz..................... . Jt 8.— Rumänien: Zworistea (Cesar S. Wolf) Lei 8.75, P. Iloie (Bnei Zion) 12.50, Rosiori (Isidor Steinmetz) 25.—, Galatz (Verein Sam. Pineles) 122.50 (M. H. Schein) 189.25, Constanta (Grheldmann & Bujes) 105.25, Focsani (Verein Zeirei Israel) 13.75, Sulina (Verein Arsei Halwunoin) 37.50, Bukarest (Chovwei Zion David) 150.—, (Verein Idealul) 63.25 ...........zus. Lei 727 75 J( 563.20 Zum Ableben König Eduards VII. Auf das Beileidstelegramm des Präsidenten Wolffsohn an den jetzigen König von England ist ein Dankschreiben des Ministers des Innern, Mr. Winston Churchill eingetroffen, in welchem dieser im Namen des Königs Georg V. für die Kondolenzkundgebung der Zionisten dankt. Herzl-Feiern Gurahumora. Aus Anlaß des 50. Geburtstages Theodor Herzls veranstaltete der jüdisch-nationale Verein „Makkabea" eine Gedenkfeier, wobei Herr Universitätsprofessor Dr. Leo Kellner, Obmann des Buköwinaer Distriktskomitees, vor einem zahlreichen Publikum die Gedenkrede hielt. In formvollendeter Weise besprach der Redner den Entwicklungsgang Herzls, den bedeutenden Einfluß seiner Mutter auf dessen Erziehung. Der Mutter Herzls widmete er einen größern Teil seiner Rede. Dann ging er auf die vorzionistische Zeit Herzls über und schilderte die äußern und innern Vorgänge, die Herzl zum Zionismus geführt haben. Die glänzende Rede übte tiefe nachhaltige Wirkung auf die feierlich lauschenden Hörer aus und löste einen wahren Beifallssturm aus. Prag. Sämtliche zionistische Korporationen veranstajleiea gemeinsam am 5. Juni eine Herzl-GedenkfeieritH F^^ksaal öes