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Die Welt · 1910-05-20 · 20 (20.5.1910) · page 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
20 (20.5.1910)
Date
1910-05-20
Page
– (sequence 36)
Language
German
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472 DIE^ELT No. 20 das ist es, was wir brauchen, und die Bank wird sie uns schaffen müssen." Dann flog unser Gespräch in die unendlicheW eite, in ungemessene Gebiete der Phantasie. Und im Hintergrund, wie ein mächtiger Fels, die Hoffnung. Noch ist das Land da und wartet auf Befreiung. Noch ist das Volk da und seufzt nach Erlösung. Aber die harte, zielbewußte, unausgesetzte Arbeit eines ganzen Volkes tut not, wenn wir dieses messianischen Wunders würdig sein sollen. Die Sammlung des Volkes selbst zu diesem Zweck ist schon ein Wunder, und langsam und allmählich, so wie im Frühling die Knospe sich zu Blättern entwickelt, so wie die Saat allmählich dem Boden entwächst, so wächst dieses Wunder vor unsern Augen immer deutlicher empor. Aus Hunderten werden Tausend, aus Tausenden werden Hunderttausend, so erstarkt das Volk, und das Vermögen des Volkes reift unaufhörlich, stetig zu einer Macht heran. Noch ist es ein winziges Reis, bald wird es ein Stämmchen sein und dann ein Baum, der fest in der Erde wurzelt. Da geht an diesem Tage der Ruf an Euch, die Ihr das Land liebt und Euer Volk: Jeder wirke nach seiner Kraft. Wer es aber kann, der spende das Land selbst dem Fonds. Jeder einzelne möge das Bewußtsein haben, ein Stück A/^dU Sl^vxJL hoJy^MoL^? MaUjl <bo~y*S*L*L . /iy^UK^'^' <?)(^-4aAau- , #X*w- Öi<*AA^iL*L ^<?t ^a&^CLAJt kZz^^^fc^ - A^r^y^ld^ A^u^^j^Uld k^#*&£d4 J2lV^c^L^-G_Y c <-?-? W -Z^A^V ^W^(M. J<ßM**Ax<f*~ ^^c^-^6^^<^ &jq^4lZ£* oLCa O^Aj^A^y^JLAAjh Ii 3/€*J btAjfc-Cbuuj^ ^*e£*4u^ c ^iv oLX*_ Q^fQ Uu^ A «u. fJ~*?l - j^^i^ et*-* /^ch^ . bflc ^jz-**L&*^ cOl^ ^^4t^r kJUi^, J^u^M^. -° /^Suy^ -tUa /^0%^ ♦ i/C^Q. ^-Tsl^^lJ^^ y^J^t^ \/^^^Q ^I^U^ol w_ *t*^~ n f^Stj. pe± *C^it &-4Ls4^c(^^UU££)t unseres Landes dem jüdischenVolk zu widmen, ein Stück so groß, eines Bauern, um einen Garten darauf zu pflanzen und ein Haus zu bauen, ein Stück Land, das für ewige Zeiten den Namen des Spenders tragen wird, ein Stück, an das sich andere reihen werden in unermeßlicher Zahl, so daß allmählich, Acker für Acker, Feld für Feld, bis an die Grenzen des Landes und bis ans Meer das heilige Land, das Land unserer Väter, wieder ein Land des jüdischen Volkes sein wird. Wer ein solches Stück Land spenden will, sendet uns zwar das Geld, in Wirklichkeit spendet er das Land. Wir sind nur die Vermittler, die dieses Land im Namen des Spenders für das jüdische Volk erwerben. Dieser Gedanke hat in Hunderten von Herzen ein lebhaftes Echo gefunden. An diesem Tage der Erinnerung möge er hinaustreten. Eine Landgesellschaft wollte unser Führer gründen. Nun soll das ganze jüdische Volk diese Landgesellschaft sein. Dann wird ein Mächtiger sein Versprechen einlösen, das er unserem Erzvater gegeben, und ein jeder, der dieser Landgesellschaft angehört, wird in seinem eigenen Weinberg wohnen, unter seinem Feigenbaum, im sichern Hort des Rechts als freier Bürger unter den andern Völkern eines großen Reiches. Dazu soll uns die Landspende helfen. Jty^sxAA^VU^L. ^Q^-Q^J^5 -Ve*4. - JL&t <x^M<s<dLM^L -W^u* . Aus einem Brief Herzi's an Dr. Bodenheimer, datiert aus Wien, 30. Mai 1898, wie das Tagewerk Was wir Theodor Herzl schuldig sind Von Johann Kremenezky, Wien Kurz nach dem Erscheinen von Herzls „Judenstaat" veranstalteten die jüdisch-nationalen Studenten Wiens eine große Versammlung, zu der auch Herzl eingeladen war. Die jungen Leute begrüßten die erschienenen Honoratioren in der üblichen Weise, wobei sie mit gutem Takt Theodor Herzl ganz am Schluß nannten. Als aber sein Name ausgesprochen wurde, erhob sich ein Sturm der Begeisterung, der kein Ende nehmen wollte. Als endlich Stille eintrat, dankte Herzl für den warmen Empfang, dann sagte er unter anderem, seinem Sohne Hans — damals vier Jahre alt, — gebühre mittelbar das Verdienst, wenn er, Theodor Herzl, Ziouist geworden sei; denn beim Nachdenken darüber, was aus seinem Kinde werden soll, sei ihm die Lösung d<>r jüdischen Frage aufgegangen. Ich komme immer wieder auf diese ßeminiszenz' aus dem Vorfrühling der zionistischen Bewegung zurück. Ich verstand, was Herzl sagte, und auch, was er verschwieg. Wenn wir den Vorgängen in der Judenheit aufmerksamen Auges folgen, wenn wir sehen, was in beinahe jeder Familie geschieht, dann ergibt sich für uns alle die furchtbare Schlußfolgerung: Gelingt es uns nicht, bald, sehr bald, das Judentum in sein Erdreich zu versetzen, die triebkräftigen Wurzeln des Judentums dem alten Heimatboden zurückzugehen, dann müssen auch die treuesten und konservativsten unter uns sich in das unabwendbare Geschick ergeben, die Großväter, wenn nicht gar die Väter antisemitischer Nachkommen zu werden. Herzl hat in konsequenter Weise nebst der großen politischen Propaganda, die er ins Leben rief, alle Maßnahmen ergriffen, um

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