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Die Welt · 1910-05-13 · 19 (13.5.1910) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
19 (13.5.1910)
Date
1910-05-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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424 DIE^ELT No. 19 Sammeltätigkeit für den Nationalfonds energisch fortgesetzt werden müsse« und daß <\s Ehrenpflicht sei, die Sammlungen für den Opponheimerschen Siedlungsfonds fortzusetzen, wurde als Hauptaufgabe der Tätigkeit des Verbandes angesehen, die 1\ L. I). C., unsere wichtigste Institution für den Bodenerwerb in Palästina, zu fördern. Zu Beginn de« Winters wird eine große Aktion für die P. L. I). C. einsetzen. Ks ist zu hoffen, daß der neugegründete (Truppenverband den Aufgaben gerecht werden wird, die er im Westen Deutschlands zu erfüllen hat. Seine Gründung wird der Beginn einer neuen zionistischen Arbeit in den Rheinlanden sein. Aufruf der Organisation für hebräische Sprache und Kultur Die Organisation für hebräische Sprache und Kultur, Berlin- Charlottenburg. Kaetsstr., versendet einen hebräischen Aufruf, der im Anschluß an die von der Berliner Hebräischen Konferenz gefaßten Beschlüsse alle Freunde des Hebräischen zu energischer Arbeit für Bildung von Vereinen auf Grundlage der Organisation auffordert. Geldsendungen für Organisationszwecke nimmt Herr S. Hurwitz. Charlottenbiu-g, Kantstr. 93, entgegen. Mit der Verwaltung des hebräischen Kulturfonds ist Herr J. A. Naiditsch. Moskau, Annianski Pereulok. betraut worden. Frankfurt a. M. Auf Ersuchen des hiesigen Komitees der hebräischen Mittelschule „Tachkemoni" in Jaffa reist in einigen Tagen Herr Rabbiner Dr. Abrahamsohn aus Särbogärd nach Amerika, um dort für die Schule eine großzügige Propaganda einzuleiten. Berichtigung. Im Berichte der vorigen Nummer aus Frankfurt a. M. über die Neuwahlen der zionistischen Ortsgruppe ist anstatt J. Ii. Goldmann — Schriftsteller S. IL G old mann zu lesen. Österreich Eine Gedenktafel an Oskar Marmoreks Grab Aus Wien wird uns gemeldet: Am ersten Todestage Oskar Marmoreks hat hier an dem Grabe des Heimgegangenen eine stimmungsvolle Feier stattgefunden, deren Anlaß die Enthüllung einer Gedenktafel bildete. Es hatten sich außer den Familienmitgliedern die allerengsten Freunde Marmoreks zu der Feier eingefunden. Herr Oberkantor Don Fuchs rezitierte mit bewegter Stimme das „El mole rachamim", worauf Herr York-Steiner eine tief empfundene Ansprache hielt, in der er, der eben aus Palästina zurückgekehrt, u. a. sagte: „Ich habe mich überzeugt, daß dein Name als eines der Paladine Theodor Herzls in Palästina mit liebevoller Dankbarkeit genannt wird. Ich bringe dir Blumen aus Galiläa, Blüten aus dem Lande Juda, und indem ich sie der Erde übergebe, die dein Grab umschließt, vermähle ich dieses mit dem Lande unserer Väter, wie dein Name mit seiner Wiedergeburt verknüpft sein wird. Aus deinem Grabe soll nur Liebe und treues Gedenken sprießen, unserm Volk und uns allen zum Heile." Vereinsnachrichten Köln. Im Hotel Berlin sprach Montag den 9. Mai Herr Kurt Blinnen fei d aus Berlin, Sekretär der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, über „Die Judenfrage im 19. und 20. Jahrhundert". In zweistündiger Rede entwarf der Redner ein Bild der gegenwärtigen Lage der Judenheit und der Versuche, die zur Lösung der Judenfrage in sozialer und politischer Hinsicht unternommen worden seien. Das Prinzip privater Wohltätigkeit habe die Judenfrage nicht lösen können, auch alle großzügigen Kolonisationsl)estrebung<'iij die Juden außerhalb Palästinas anzusiedeln, seien mißlungen, selbst der großartigste dieser Versuche, das Unternehmen des Barons Hirsch, habe fehlschlagen müssen. Nur in Palästina könne sich ein großes jüdisches Gemeinwesen entfalten. Der Zionismus arbeitet an der Erreichung seines Zieles mit den modernsten kommerziellen und technischen Mitteln und darf auf seine bisherigen materiellen und geistigen Errungenschaften mit Stolz hinweisen. Wir leben in einer bedeutsamen Zeit, in der sieh das Schicksal des jüdischen Volkes entscheiden muß; heilige Pflicht jedes Juden sei es, in diesem letzten, entscheidenden Kampfe Stellung zu nehmen. Viele werden abfallen, aber ein starker Rest wird bleiben und den Weg zur Befreiung des jüdischen Volkes aus jahrhundertelanger Judennot finden. Die zahlreiche Versammlung spendete den Ausführungen des Redners lebhaften Beifall. Eine Anzahl Zuhörer, die unsern Bestrebungen bisher ferngestanden haben, erlegten den Schekel und meldeten ihren Beitritt zur Ortsgruppe an. Trier. Auch hier hat der Zionismus seinen Einzug gehalten, trotzdem man behauptet hat, daß der hiesige Boden für den Zionismus „ganz besonders" ungeeignet sei. Herr Dr. Klee-Berlin hat uns vor wenigen Wochen einen glänzenden Vortrag über die zionistische Bewegung gehalten und am selben Abend hatten sich eine Anzahl Damen und Herren bereit erklärt, einer Ortsgruppe beizutreten. Die Ortsgruppegründung ist nunmehr Tatsache geworden. 15 Damen und Herren sind der Ortsgruppe beigetreten. Der Vorstand unserer Ortsgruppe besteht aus den Herren: Louis Stern, Vorsitzender, Moritz Kaufmann, Kassierer, und Samuel Goldreich, Schriftführer, in nächster Zeit wird uns der Parteisekretär Herr Blumenfeld einen Vortrag halten. Wien. (Jüdischeakademische Verbindung „Unitas".) An Stelle des bisherigen Präses, Herrn J. U.C.Jakob Herzbaum, der plötzlich verreisen mußte, wurde Herr J. U. C. Max Bandler zum Erstchargierten gewählt. Franzensbad. Der Verein Ahavath-Zion in Eger veranstaltet am 4. Juni 1910, 8 Uhr abends, in Spiegels Restaurant, Franzensbad, anläßlich des 50. Geburtstages Dr. Theodor Herzls eine Gedächtnisfeier, wozu hiermit alle Gesinnungsgenossen herzlichst eingeladen werden. — Der genannte Verein wird den ganzen Sommer hindurch regelmäßige zionistische Zusammenkünfte in Spiegels Restaurant, Franzensbad, abhalten. Näheres wird in den zionistischen Zeitungen sowie im genannten Restaurant noch bekannt gegeben werden. Alle in Franzensbad anwesenden Gesinnungsgenossen werden inständig gebeten, sich eifrig zu beteiligen. Drohobycz. (Verein „Makkabea".) Die Wahlen für das Sommersemester ergaben das .Resultat: Dr. Natau Sußmann, Präses; Simon Lustig, Vizepräses; Max Hohenbusch, Sekretär. — Für die Sommersaison wird im Badeorte Truskowiec vom Verein „Makkabea" ein zionistischer Klub gegründet. Derselbe wird nicht nur als Sammelpunkt für alle Gesinnungsgenossen, sondern auch als Agitationsbureau dienen. Adresse bis zum 1. Juni: „Makkabea", Drohobycz. Zaleszeczyn. Hier wurde ein hebräischer Abend veranstaltet, der einen glänzenden Verlauf nahm und einen starken Eindruck auf die Versammelten machte. Die Schüler der hiesigen hebräischen Schule trugen hebräische Gedichte vor, worauf die Aufführung eines hebräischen Dramas „Hatalinid Heoni;t folgte, das mit großem Beifall aufgenommen wurde. Bielitz. Der zionistische Mädchen verein „Esther" veranstaltete Sonntag den IV. April einen Vortragsabend. Herr Dr. Bulwa aus Krakau referierte über „Ost und West'V Redner setzte zunächst den Begriff des jüdischen Kulturproblems auseinander und betonte besonders das spezifisch Jüdische in unserer Kunst, indem er auf einzelne Erzeugnisse der jungjüdischen Dichtung hinwies. Er vervollständigte seine Ausführungen durch die Rezitation einiger Gedichte im Jargon, wofür ihm die Zuhörer reichen Beifall zollten, Der Abend, der sehr anregend verlief, brachte auch dem Xationalfonds eine nennenswerte Summe ein. Brief aus Frankfurt Zu den angenehmsten und würdigsten Erinnerungen an den Hamburger Kongreß gehört die Veranstaltung des weihevollen Festgottesdienstes in der orthodoxen Synagoge und die von Herzen kommende, warme Begrüßung durch den ehrwürdigen Vorsitzenden des Synagogenverbandes, Herrn Dr. Levy und die Vertreter der Nachbargemeinden. Diese Tatsachen, so konnte und durfte man glauben, sind ein erfreulicher Beweis dafür, daß man auch in den Kreisen der Orthodoxie, die dem Zionismus nicht angehören, den Bestrebungen des Zionismus eine objektiv-sachliche Würdigung entgegenbringt. Leider ist dies jedoch nicht überall der Fall. Das zeigt sich in besonders auffälliger und unangenehmer Weise in dem nun seit Jahren fortgesetzten Mißbrauch der Kanzel der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. zu Zwecken antizionistischer Agitation. — Am Abend des vorletzten Pessachtages brachte die Frankfurter Zettung die erschütternde Kunde von dergrausamen Ausweisung der 2000 jüdischen Familien aus Kiew. Selbst dieser entschiedensten Gegnerin des national-jüdischen wie religiös-jüdischen Gedankens, drängte sich die Frage auf: Wohin mit den unglücklichen Opfern des russischen Pharao und seiner Henkersknechte? Da kam am andern Morgen, atn letzten Tage des Festes, wenn auch nicht in ursächlichem Zusammenhange mit dieser Notiz, vermutlich aber

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