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Die Welt · 1910-04-15 · 15 (15.4.1910) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
15 (15.4.1910)
Date
1910-04-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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336 DIEä^ELT No. 15 O. und N. Portnoff. Herr Satomon Tarschys leitete das Fest mit einem schwungvollen Prolog ein. Das Programm beschloß ein Tanzkrän-echen. Es wurde für den Nationalfonds gesammelt. Ägypten Zentralkomitee der ägyptischen Zionisten Kairo. Die Zionisten in Ägypten entbehrten bisher eines jeden Zusammenschlusses. Es bestehen hierzulande verschiedene zionistische Vereine in Kairo und Alexandrien, die zum Teil gut arbeiten, aber in keinerlei Zusammenhang miteinander stehen. Darum konnte ungeachtet aller Bemühungen einzelner Gesinnungsgenossen nichts Ersprießliches für unsere Bewegung in Ägypten geleistet werden. Neuerdings hat sich nun in Kairo, n zur Leitung und Zusammenfassung der zionistischen Vereine Ägyptens ein Zentralkomitee gebildet, das aus den Herren Ingenieur J. D. Mosseri, Direktor B. Lifschütz, S. Hasamsony, J. Schapira besteht und dem vorübergehend auch Herr Dr. H. G. Hey mann aus Berlin angehört. Zuschriften sind zu richten an Ingenieur J. D. Mosseri, Kairo, P. O. Box 865. Das Komitee ersucht die durchreisenden Zionisten, sich mit Herrn Mosseri in Verbindung zu setzen. Die Anstellung eines besoldeten Parteisekretärs und die Herausgabe einer zionistischen Zeitschrift in französischer Sprache sind die nächsten Aufgaben, deren Durchführung sich das neue Zentralkomitee zum Ziel gesetzt hat. Die Fonds für beide Aktionen sind vorläufig auf ein Jahr gesichert. Über eine Audienz des Zentralkomitees beim Botschafter Oskar Strauß, der gegenwärtig in Ägypten weilt, berichten Kairenser Zeitungen: Der Präsident des Zentralkomitees der Zionistischen Vereine Ägyptens, Herr J. D. Mosseri, erschien am 29. März in Begleitung des Herrn Dr. Heymann bei Herrn Oskar Strauß, Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopel, um im Namen der ägyptischen Zionisten dem Botschafter Dank zu sagen, für die moralische und materielle Unterstützung, die die amerikanische Regierung der Kolonisation Palästinas angedeihen läßt, indem sie der landwirtschaftlichen Versuchsstation, die der bekannte Agronom Aaronsohn in Palästina einrichten will, eine erhebliche Beihilfe gewährt. Herr Strauß versicherte die Deputation seiner lebhaften Sympathie für alle Bestrebungen, die auf eine geistige und materielle Hebung des jüdischen Volkes gerichtet sind." Diese Audienz hat in den jüdischen Kreisen Ägyptens großes Aufsehen erregt und dem zionistischen Zentralkomitee viele Sympathien erworben. Vereinsnachrichten Wien. Verbindung Kadimah. Die Chargenwahlen der L. V. S. ergaben folgendes Resultat: Can d. ing. Mich.Schindler X (X X X, X X, X \ ing. David Krassel XX, iur. Bruno Beral XXX. Paukstunden und Empfänge 6—8' 2 Uhr abends. Verbindungsbude: IX, Porzellangasse3. Couleur-Cafe: „Marienbrücke". Telephon: 16 625. Bielitz. Der Arbeitsausschuß der hiesigen zionistischen Vereine veranstaltete Sonntag den 3. April im Saale der jüdischen Kultusgemeinde eine Vereinsversammlung, die sich wieder eines außerordentlichen Besuches erfreute. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Friedmann aus Troppau sprach in einer einstündigen, formvollendeten Rede über die „Gegenwartsarbeit des Zionismus in Palästina". Der Referent ging von den Beschlüssen des letzten österreichischen Parteitages aus und besprach in kurzen Worten die praktischen Arbeiten und Erfolge des Zionismus. Der Präses des „Haschachar" dankte dem Referenten für seine Ausführungen. Für den Nationalfonds wurde gesammelt. Jaroslau. Die X. Generalversammlung der zionistisch-akademischen Verbindung „Swit" fand hier vorige Woche statt. Der Präses, Herr Bergthal, berichtete über die Arbeit im letzten Wintersemester. Es wurden in diesem Semester 26 Vorträge und Versammlungen veranstaltet. U. a. sprachen: Gg. Daiches: „Ober das jüdische Theater", (jg. Sommer: „Rosenfeld als Dichter des Volkes", Gg. Spiegel: „Über die allgemein-jüdischen Organisationen", Gg. Dr. Tom back: „Die Juden in Palästina", Gg. Schcnbach : „Über den IX. Zionistenkongreß", Frl. Sommer: „25 Jahre Zionismus", Gg. J. Abend: „S. J. Abrahamowicz", Dr. W. E. Pordes: „Über jüdische Kultur und Assimilation". Die diesjährige Makkabäerfeier fiel sehr imposant aus und ergab einen hohen Reinertrag für das jüdische Studentenheim in Lemberg. Für den J. N. F. sammelten wir in diesem Semester zirka 400 K. und verteilten 57 neue N. F. Büchsen. Die Verbindung zählt jetzt schon 33 Mitglieder; sie schloß sich der allgemeinen zionistischen Studentenorganisation in Galizien an. Die neu gegründete jüdischwissenschaftliche Bibliothek lieferte viel Stoff für Vorträge und Konversationsabende. Das Ergebnis der Wahl für das nächste Sommersemester war folgendes: Präses: cand. iur. Moses Schwarz, Vizepräses: stud. iur. Osias Sternhell, Sekretär: stud. iur. Josef Abend. Teschen. Am 23. v, M., erstattete Herr cand. phil. Siegfried Schmitz in einer vom Teschner zion. Frauen- und Mädchenverein „Ruth" einberufenen Versammlung ein Referat über „Der IX. Kongreß und die zionistische Arbeit". Dem Delegierten wurde in einer eingebrachten Resolution das Vertrauen votiert und der Dank seiner Wähler ausgesprochen. Graz. Der Verein „Jischuw Erez Israel" in Graz veranstaltete am 27. März eine Purimfeier, die sehr zahlreich besucht war. Vertretungen sämtlicher jüdisch-nationaler Vereine in Graz, ferner Kais. Rath B. Biller und Rabbiner Dozent Dr. Herzog in Vertretung der Kultusgemeinde, waren erschienen. Die Veranstaltung ergab einen Reingewinn von Kr. 155.08 zugunsten der Oppenheimerschen Siedlungsgenossenschaft. Bei vorhergegangener Monatsversammlung ergab die Verlosung eines Wertgegenstandes den Betrag von Kr. 41.78, ebenfalls zugunsten der Siedlungsgenossenschaft. Iglau. Der Jüdische Volksverein „Theodor Herzl" für Iglau und Umgegend veranstaltete Sonntag den 24. März eine solenne Purimfeier für Kinder. Etwa 80 Kindern mit ihren Begleitern waren im Saale des Grandhotels versammelt, blauweiße Fahnen wechselten mit Herzl- und Nordaubildern an den Wänden ab. Zuerst erzählte der Kreisobmann den Kindern die Purimgeschichte, die mit großer Aufmerksamkeit angehört wurde. Hieraufspielte Frau Klothilde Reich ein Potpourri von Kinderliedern, die von den Kindern fröhlich mitgesungen wurden. Dann las Frl. Grete Pollak ein schönes Märchen vor. Danach kamen Lichtbilder, von Prof. Dr. Max Eisler vorgeführt. Es waren die schönsten Bilder berühmter Maler, die biblische Motive behandelten. Die Vereinsdamen hatten ein Komitee gebildet, dessen Exekutive, Frau Scharzkopf, Frau Reich und Frau Dr. Werner, die Kinder bewirtete. Nachdem den Kindern das Purimflugblatt vorgelesen worden war und sie versprochen hatten, fleisig für den N. F. zu sammeln, wurde die Verteilung der Purimgeschenke vorgenommen. Eine geschmakvolle Bonnboniere mit Herzlbild, eine große Tüte mit Orangen, Datteln, Mandeln und Feigen als den Landesfrüchten Erez Jisroels wurden jedem Kinde überreicht als es den Saal verließ. Die Veranstaltung machte auf Kinder und Erwachsene tiefen Eindruck. Am Abende desselben Tages versammelte der Verein seine Mitglieder und Freunde im Restaurant Löwinger zu einer Purimfeier für Erwachsene. Nach einer Ansprache des Vereinspräsidenten Herrn Richard Weißenstein trat die Fröhlichkeit in ihr Recht. Eine Musikkapelle ließ unermüdlich ihre Weisen ertönen. In den Zwischenpausen sorgte eine Juxpost, deren Stücke nur befördert wurden, wenn sie mit einer Nationalfondsmarke versehen waren,- lustige Vorträge und schließlich die amerikanische Versteigerung eines Herzlbildes für die Unterhaltung. Den Schluß des Abends bildete ein Tanzkränzchen. Port Said. Am 24. März hielt Herr Richard Lichtheim vor einer gutbesuchten Versammlung einen Vortrag, in dem er die Entwicklung des Zionismus, seine Ziele und Institutionen beleuchtete. Der Redner richtete dann einen Appell an die Versammlung, sich der Organisation anzuschließen. Daraufhin erklärten fast alle Anwesenden ihren Beitritt, und es wurde beschlossen, sich der Ortsgruppe in Kairo vorläufig anzugliedern. Die Geschäftsführung in Port Said hat der Gemeindevorsteher Herr Mouschly übernommen. Prag. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler veranstaltete am 20. März einen literarisch-künstlerischen Abend, der einen überaus glänzenden Verlauf nahm. Der bekannte Wiener Schriftsteller Raoul Auernheim er las eigene Dichtungen in sehr wirkungsvoller Weise vor. Vor Auernheimers Darbietungen gab das bewährte Mitglied der hiesigen deutschen Landesbühne Dr. Ph. Mann ing durch Rezitationen ein unmittelbares Bild von der modernen Jargonpoesie. Erbrachte neue Gedichte Ro senfelds aus den jüngst erschienenen Nachdichtungen Friedrich Thiebergers glänzend zu Gehör. Außerdem hatte Fr. Thieberger, der für eine Nachdichtung unlängst in der „Jüd. Rundschau" an erster Stelle preisgekrönt wurde, dem Verein völlig unbekannte Balladen nach S. Frug zur Verfügung gestellt, durch die das Publikum zum erstenmal einen tiefern Einblick in die Eigenart dieses . Jargondichters gewann. Die meisterhaften Rezitationen wurden mit wahrem Enthusiasmus aufgenommen. Sämtliche hiesigen Blätter bringen ausführliche Würdigungen dieser künstlerischen Veranstaltung, durch die der junge Verein sich einen Namen in der Prager Gesellschaft erworben hat.

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