Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 15 (15.4.1910)
- Date
- 1910-04-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 15 DIES^ELT 335 bei" der Besprechung gar nicht zugegen gewesen zu sein. Nur unter dieser Voraussetzung lassen sich seine, den Tatsachen völlig widersprechenden Angaben überhaupt verstehen Nachdem aber der Bericht durch die „Jüdische Zeitung" veröffentlicht worden ist und nun auch wohl in andere Zeitungen übergehen wird, müssen auch wir aus unserer Reserve heraustreten und unsere Veröffentlichungen ergänzen. Denn wir können die in dem Bericht enthaltene Irreführung der öffentlichen Meinung nicht durch Schweigen unterstützen. Der Bericht der „Jüdischen Zeitung" muß den Eindruck erwecken, als ob die Vertreter der Opposition in Deutschland die unbedingte Majorität der Versammlung hinter sich gehabt hätten. Das gerade Gegenteil trifft zu. Von den über 90 Teilnehmern der Konferenz gehörten der Opposition nur etwa 15 bis 20 an! Es wurde auch auf der Konferenz von dem Unterzeichneten festgestellt und von der Opposition zugegeben, daß die überwältigende Majorität der deutschen Zionisten der Opposition fernsteht und dem A. C. volles Vertrauen entgegenbringt. Nur infolge des vertraulichen Charakters der Konferenz, der jede Demonstration nach außenhin ausschloß, hat die Majorität darauf verzichtet, das Stimmenverhältnis durch eine Abstimmung auch Formell festzustellen. Es ist aber unrichtig, daß der „BerHner Aufruf der Neunzehn" einen starken Widerhall gefunden hat, sd daß die wenigen Zufriedenen auf einmal einer großen, zum Teil bewußten Opposition gegenüberstanden. Es ist unrichtig, daß von den Führern der Opposition „unter andern" erschienen: Feiwel, Dr. Ascher, Dr. Halpern, Dr. Becker, Dr. Straus, Sokolow, Simon, Wiener, Dr.'Teilhaber, Dr. San dl er, Schachtel, die Vertreter des Kartells zionistischer Verbindungen, „die steten Anhänger des Palästinaressorts Berlin und viele andere, die ihre Stellung, wenn auch nicht so scharf, präzisierten und nur von Fall zu Fall Anschluß an die Gruppe suchten." Herr Sokolow war überhaupt nicht zugegen- Die übrigen namentlich genannten Herren stellten fast die ganze Opposition dar. Von den Vertretern des K. Z. V. gehörte ihr nur ein Teil an. Die beiden übrigen genannten Kategorien von angeblichen Anhängern der Opposition sind überhaupt nicht in die Erscheinung getreten. So stand eine Minorität von 15 bis 20 Personen einer Majorität von etwa 70 Personen gegenüber. Wenn der Bericht weiter von drei Referaten der Herren Dr. Kollenscher, Feiwel und Dr. Sandler spricht, so irrt er auch hier. Herr Dr. Kollenscher sprach wohl zur Eröffnung der Diskussion einige Worte. Im übrigen wurden offizielle Referate überhaupt nicht gehalten. Durchaus irreführend sind die fernem Bemerkungen des Berichts über die allgemeine Anerkennung, die die angeblich oppositionellen Forderungen: Verlegung des I. C. T. nach dem Orient und Inangriffnahme einer Siedlungsbank, gefunden haben» sowie die aus dem Zusammenhang gerissenen Bemerkungen Dr. Hantke's über „Welt" und „Rundschau". Daß „die Ausführungen der Opposition einen genauem Einblick in die Geschäftsführung der Parteileitung zuließen, als es in Hamburg am Kongreß möglich war," wird die übergroße Majorität der Teilnehmer an der Konferenz dem Berichterstatter der „Jüdischen Zeitung" nicht einräumen. Der allgemeine Eindruck war vielmehr der, daß das Material, welches die Opposition gegen das A. C. und insbesondere gegen den Präsidenten Wolffsohn vorbrachte, die Stellungnahme der Opposition auf dem Kongreß und in dem Aufruf der Neunzehn in keiner Weise rechtfertigte. Selbstverständlich hat auch die Majorität der deutschen Zionisten an der Leitung Kritik geübt. Ihre Kritik rechnete aber mit den vorhandenen Mitteln und den gegebenen Verhältnissen. Wir begrüßen denn auch mit Freude die von dem Präsidenten Wolffsohn auf dem Delegiertentag der Zionisten Galiziens abgegebene Erklärung, daß er eine Erweiterung der Parteileitung durch Hinzuziehung einer Reihe führender Männer aus verschiedenen Ländern wünsche. Wir erkennen gerade hierin mit Genugtuung, daß uns unser Vertrauen zu dem vom 8. Kongreß gewählten und vom 9. Kongreß wieder mit der Führung der Partei beautragten E. A. C. nicht getäuscht hat. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Der Geschäftsführende Ausschuß des Zentralkomitees, Hantke. England Jahresversammlung des Order of Ancient Maccabeans Am 27. und 28. v. Mts. fand in Manchester die Jahresversammlung des Order of Ancient Maccabeans unter dem Vorsitz des Grand Commander Herbert Bentwich statt. Außer den zahlreichen Würdenträgern des Ordens nahmen noch etwa 100 Delegierte aus den verschiedensten Städten Großbritanniens an der Jahresversammlung teil. In seiner Eröffnungsrede schilderte der Grand Commander die Tätigkeit des Großen Rats und der Exekutive seit der letzten Jahreskonferenz vom Jahre 1907 und hob insbesondere hervor, daß der Orden sich vorzugsweise für praktische Arbeit in Palästina eingesetzt habe. Die Folge seiner gesteigerten zionistischen Tätigkeit sei eine Verdopplung der Anzahl seiner Ortsgruppen (Beacons), so daß der Orden heute eine größere Mitgliederzahl aufweist als irgend eine andere zionistische Organisation des Landes. Innerhalb der letzten 2 Jahre hat der Orden über 500 £ für verschiedene nationale und palästinensische Institutionen aufgebracht. Im vorigen Jahre bezog der Orden zum ersten Male seine Schekel direkt vom A. C. in Köln. Das Ergebnis ist, daß der Orden gegenwärtig über 3000 Schekelzahler verfügt und zum neunten Zionistenkongreß 15 Delegierte entsenden konnte. Einer dieser Delegierten, Dr. Ch. Weizmann, wurde auf dem Kongreß zum Vorsitzenden des Permanenzausschusses gewählt. Der Orden verband sich mit andern zionistischen Gruppen auf dem Kongreß in der Absicht, eine intensivere Tätigkeit in Palästina zu befürworten und die Forderung der osteuropäischen Zionisten nach einem Anteil an der Leitung durch eine Vergrößerung des E. A. C. zu unterstützen. Redner forderte zum Schluß alle Mitglieder des Ordens auf, die Exekutive in ihrer Aktion, die im allgemeinen Interesse der Bewegung gelegen sei, auch weiterhin zu unterstützen. An den Bericht des Großen Rats schloß sich eine lebhafte Debatte. Der Finanzbericht wurde genehmigt und dem Großen Rat Entlastung erteilt Es wurde die Bildung eines Reservefonds beschlossen. An den Begründer des Ordens, Bro. E. Ish-Kishor, der jetzt in Amerika wohnt, wurde eine Glückwunschdepesche abgesandt. Die Jahresversammlung erhielt eine große Anzahl von Begrüßungsschreiben und Telegrammen von verschiedenen Ortsgruppen des Ordens und sonstigen zionistischen Vereinen, ferner vom Präsidenten Wolffsohn, Dr. Max Nord au und Dr. Ch. Weizmann. Eine längere Debatte riefen die vom großen Rate vorgeschlagenen Resolutionen hervor, die sich mit der Stellung des Ordens zu den aktuellen zionistischen Problemen befassen. Die Entschließung des Großen Rats hat folgenden Wortlaut: Die Jahresversammlung des Order of Ancient Maccabeans genehmigt die Resolutionen, die dem jüngsten Kongreß durch die Delegierten des Ordens vorgeschlagen wurden, und bekräftigt, daß es wünschenswert sei, die Leitung der zionistischen Bewegung in der Weise zu erweitem, wie in den betreffenden Resolutionen vorgeschlagen wird, nämlich, 1) durch eine Vermehrung der Mitgliederzahl des E.A.C. und Bildung eines achtgliedrigen Ausschusses statt des bisherigen Dreierkcmitees; 2) Verlegung des Zentralbureaus und des offiziellen Organs nach Berlin oder einem andern geeigneten Zentrum; 3) wenigstens drei Mitglieder des E.A.C. sollen ihren ständigen Wohnsitz am Sitze des E.A.C. haben. Die vorstehende Entschließung wurde mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. (Schluß folgt) Schweden Stockholm. Die Schwedische zionistische Vereinigung veranstaltete Sonntag den 27. März im Hotel „Kronprinsen" ein Schekelfest, das ungemein zahlreich besucht war und sehr animiert verlief. In die Besorgung des musikalischen Teiles, der e:n vornehmes Gepräge trug, teilten sich die Damen A. Grünwald, Greta Scheike und D. Levy, sowie die Herren J. Tarschis, Joseph Marcus und