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Die Welt · 1910-03-25 · 12 (25.3.1910) · page 7

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
12 (25.3.1910)
Date
1910-03-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 12 DIEMKE LT 261 Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 31. März 1910 abläuft, ersuchen wir um gefl. rechtzeitige Erneuerung des Abonnements, damit in der regelmäßigen Zustellung der Blätter keine Unterbrechung eintritt. Posterlagscheine an unsere Abonnenten in Österreich-Ungarn, sowie Zahlkarten an die Abonnenten in Deutschland haben wir diesmal direkt per Post eingeschickt und ersuchen, dieselben zur kostenlosen Oberweisung der Abonnementsbeträge zu benutzen. Aus allen übrigen Ländern empfiehlt es sich, Beträge per Postanweisung einzuschicken. Den Abonnenten in Deutschland, die unser Blatt durch Postüberweisung zugestellt erhalten, bringen wir zur Kenntnis, daß die Anmeldung von uns aus bei der hiesigen Postzeitungsstelle rechtzeitig und ordnungsgemäß erfolgt ist Bei etwaigen Unregelmäßigkeiten in der Zusendung der Blätter wolle man ausschließlich beim Postamte seines Wohnortes (Bezirkes, Amtes usw.) reklamieren. Für unsere aus Anlaß der Wiederkehr von Theodor Herzis 50. Geburtstag (10. Jjar 19. Mai a. c.) erscheinende Herzl=öedenknummer gibt sich ein reges Interesse kund. — Durch Beiträge einer großen Anzahl bedeutender Autoren, deren Mitarbeiterschaft bereits gesichert ist, wird diese Festnummer eine des Anlasses würdige Ausstattung erhalten. — Die Herzl-Gedenknummer soll ein getreues Spiegelbild von Herzis gesamtem Leben bieten. Über den genauem Inhalt der Nummer werden wir noch Näheres mitteilen. Schon heute möchten wir jedoch unsere geehrten Leser und Gesinnungsgenossen, insbesondere aber die zionistischen Organisationen und Vertrauensmänner, bitten, für eine Verbreitung der Nummer in den weitesten Kreisen nach Kräften tätig zu sein. Die Expedition der „Welt" o o o o o o o € Ö o o o o AUS DER BEWEGUNG £ o o o o o o o o o o o o o Osterreich Westösterreichischer Zionistentag Der westösterreichische Zionistentag findet, wie schon gemeldet am 27. und 28. März in Wien statt. Wir haben die Tagesordnung bereits veröffentlicht. Die Versammlung' beginnt übermorgen um 10 Uhr vorm. im Saale des „Hotel Zentral", II, Taborstraße 8. Um lj<& Uhr findet in demselben Lokale der außerordentliche Distriktstag des mährisch-schlesischen Distriktes statt. Landeskonferenz der galizischen Zionisten Am 27. und 28. März 1910 findet in Lemberg im Lokale des Vereins „Jad Charuzim" (Bernsteingasse 11) die IX. Zionistische Landeskonferenz mit folgender Tagesordnung statt: 1. Eröffnungsrede (Abg. Adolf Stand); 2. Tätigkeitsbericht: a) des Zentralkomitees (Dr. Michael Ringel), b) des „Jüdischen Klubs" (Abg. AdolfStand); 3. Organisationsstatut (Dr. Israel Wald mann); 4. Unsere nächsten Aufgaben: a) die allgemeine Lage im Zionismus (Rabbiner Dr. Thon)» b) unsere Palästinaarbeit (Dr. Alex Hausmann), c) unsere kulturellen Aufgaben (Sal. Schiller), d) unsere wirtschaftlichen Aufgaben (Red. M. Frostig); 5. Neuwahlen. Unser Wiener Korrespondent sendet uns folgenden Stimmungsbericht: Die Zionisten Galliens und Westöstereichs halten Jahreskonferenzen ab. Es hat keinen Zweck darüber zu klagen, daß es nicht gelungen ist, die Einheit der zionistischen Organisation Österreichs aufrechtzuerhalten. Ein lang gehegter Wunsch der galizischen Zionisten war es, von Wien unabhängig zu sein. Er ist im Sturme des Wahlkampfes in Erfüllung getreten. Der Zionistentag in Krakau im Jahre 1906 war der letzte gemeinsame Parteitag der Zionisten Österreichs. Als sich die galizischen Organisationen im Jahre 1907 zu einer selbständigen Landesorganisation zusammengeschlossen hatten, blieb den Zionisten Westösterreichs nichts übrig, als die fertige Tatsache hinzunehmen, und im Jahre 1908 wurde in Brünn der westösterreichische Verband geschaffen. Die Triebkräfte dieser Differenzierung werden offenbar, wenn wir in die Tagesordnungen der beiden Parteitage Einsicht nehmen. Ein Punkt der Lemberger Tagung ist der Bericht des Jüdischen Klubs. Die parlamentarische Vertretung der jüdischnationalen Wähler Galiziens betrachtet den Zionistentag als das Forum, von dem sie der jüdischen Öffentlichkeit Bericht erstattet und dem sie verantwortlich ist. Die zionistische Landesorganisation Galiziens ist zugleich eine politische Landespartei, die jüdische Nationalpartei des Landes. Dieser Punkt der Tagesordnug gelangt in Wien nicht zur Verhandlung. Der westösterreichische Zionistentag befaßt sich nicht mit landespolitischen Fragen. Nur die bevorstehende Diskussion des Gemeindeprogramms, die Beratung über die „Eroberung der Gemeinden", — den alten Herzlichen Schlachtruf — deutet schüchtern darauf hin, daß auch die Zionisten Westösterreichs die Landespolitik nicht restlos verpönen. Die Wiener Zionisten stehen übrigens seit den Anfängen der landespolitischen Tätigkeit auf demselben Standpunkt wie ihre galizischen Gesinnungsgenossen. Aber aus dem Tätigkeitsbereich deswestösterreichischen Verbandes mußte die innerpolitische Arbeit ausgeschaltet werden. Dieser grundsätzliche Zwiespalt der Anschauungen zwischen Ost- und Westösterreich erklärt mit hinreichender Deutlichkeit, warum die organisatorische Zweiteilung unvermeidlich geworden ist. Sonst werden beide Parteitage dieselben Fragen behandeln — Palästinaprobleme und die Situation im Zionismus, die durch den IX. Kongreß geschaffen wurde. Insbesondere die Stellung zur gegenwärtigen Leitung wird von den Zionisten Galiziens und Westösterreichs voraussichtlich divergierend behandelt werden. Während die galizischen Zionisten die oppositionelle Haltung ihrer Kongreßdelegierten in unzweideutiger Weise verwerfen und die bisherige Zusammensetzung des Engern Aktionskomitees durchaus billigen, wird es in Wien zu lebhaften Erörterungen kommen; denn die Wiener Zionisten sind unentwegt oppositionell, während die Böhmens zum großen Teil die Erhaltung des gegenwärtigen Kurses wünschen. Es steht immerhin schon jetzt fest, — insbesondere mit Rücksicht auf den Stimmungsumschlag in Galizien — daß sich nur eine Minderheit der Zionisten Österreichs der Leitung gegenüber ablehnend verhält. Die Palästinadebatten werden voraussichtlich den Willen der Österreichischen Zionisten kundtun, die zwei wichtigsten Palästinainstitutionen, — Siedlungsgenossenschaft und Landentwicklungsgesellschaft — mit gleicher Hingebung zn fördern. In Lemberg wird es auch eine Kulturdebatte geben. Wir wünschen beiden Zionistentagen friedlichen und fruchtbaren Verlauf.

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