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Die Welt · 1910-03-18 · 11 (18.3.1910) · page 10

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
11 (18.3.1910)
Date
1910-03-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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240 DIE^ELT No. Ii o o o o o o o o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG jf o o o o o o o IL 3> O O O O O G O Druckfehlerberichtigung In der Artikelserie „Meine Anklagen," von Heinrich York- Steiner sind folgende Berichtigungen zu vermerken: Auf Seite 118 (Nr. 6) soll in der 2. Spalte, Zeile 30 von unten, gelesen werden : „fein" statt „feind." Zeile 8 und 9 v. u. lautet richtig: „und wir Gefühlszionisten. Gerechter schon, aber nicht gerecht." Auf pag. 207 in Nr. 10 ist in der Zeile 5 v. o. statt „Namenhafte" „Normenhafte" zu lesen. Österreich Akademie des Ersten Zionistischen Frauenvereins in Wien Am 23. Februar d. J. veranstaltete der Erste zionistische Frauenverein Wiens eine Wohltätigkeitsakademie im Kleinen Musikvereinssaal. Man ist gewöhnt, in dem stilvollen und vornehmen Konzertsaal gute Musik zu hören und war nicht enttäuscht. Herr Julius Wolffsohn, ein Klaviervirtuose von bedeutender Intelligenz, spielt mit kraftvoller Technik. Doch greift er auch nach dem Lorbeer des Komponisten, und fand ein verständnisvolles Publikum: seine „Hebräische Fantasie", eine Rapsadie jüdischer Weisen und ein „Impromptu" wurden sehr beifällig aufgenommen. Herr Wein mann spielte, von Herrn Felix Günther am Klavier begleitet, zunächst Bach, diesen Prüfstein echten Künstlersinns. Seine üeige hat einen männlichen, klaren Ton, und bei Beethoven fehlte auch die Grazie nicht. Herr Wyss von der Volksoper sang Lieder von Schumann, Schubert und Löwe mit viel Ausdruck und schönem Wohlklang der Stimme. Allen Künstlern wurde rauschender Beifall zuteil. Dem zionistischen Frauenverein gebührt Dank für die Veranstaltung des Abends, dessen Reinertrag einem guten Zweck gewidmet ist, der Unterstützung von Palästinapionieren. Wien, (Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl".) Das 11. Sernester wurde wieder durch intensive Arbeit nach innen und energische Agitation nach außen ausgefüllt. Die bewährte Institution des Seminars hat auch in diesem Semester Erfolge zu verzeichnen. Es wurden systematische Kurse und Referate über verschiedene Themen abgehalten. Von den ersteren seien besonders der vom A. H. Dr. Goldhammer geleitete Kursus der Geschichte des Zionismus und das Seminar für jüdische Kulturgeschichte besonders hervorgehoben. Auch die jüdische Literatur wurde sehr eifrig gepflegt, und zwar in einem speziellen Seminar, das sich unter Leitung des Bb. Sternberg befand, und in dem Werke gelesen und besprochen wurden. Auch hatten wir einen systematischen Kursus für hebräische Sprache, den A. H. Dr. Ernst Müller leitete, und an dem sich viele Bb. beteiligten. Von den größern Diskussionsabenden sind die Berichte über den IX. Kongreß zu nennen, die von den an demselben zahlreich anwesenden Bb. und A. H. erstattet wurden. Zur äußern Tätigkeit des Vereins gehört der von demselben veranstaltete Jüdischliterarische Abend unter der Beteiligung von Martin Bub er und Jakob Wassermann. Die im vorigen Jahr von uns ins Leben gerufenen Palästina-Hochschulkurse konnten leider aus technischen Gründen in diesem Semester nicht veranstaltet werden, doch werden die Vorbereitungen für das Veranstalten derselben im nächsten Wintersemester bereits getroffen. — Die Wahlen für das Sommersemester hatten folgendes Ergebnis: Präses: J. V. C. Feiwel Stern berg, Vizepräses: J. V. C. Fritz Eckstein, Schriftführer: med. Osias Herschdorf er, Kassierer: M. V. C. Alexander Kohn und Bibliothekar: cand. phil. Theodor Ries. Budapest. Der Klub zionistischer Akademiker „Makkabea" entfaltete im vergangenen Wintersemester eine rege und erfolgreiche Tätigkeit. Im Laufe von drei Monaten wurden 15 Vortragsabende abgehalten über jüdische Geschichte, Vorgänge im Zionismus und Palästinakunde. Der Lesesaal war stets gut besucht. Die Wahl der Leitung für das XIV. Semester ergab folgendes Resultat: Präses: cand. med. Viktor Jordan; Vizepräses: cand. med. Eduard Izsak; Sekretär: cand. iur. Franz Friedmann; Cassier: cand. art. com. Miksa Mayer. Sitzungen finden jeden Samstag abends 8 Uhr im Kiublokal (V. Arany Janos u. 33) statt. Czernowitz. Die Chargenwahlen in dem jüd.-nat. akademischen Vereine „Emunah" für das laufende S.-S. ergaben folgendes Resultat: phil. Chaim Rim X (Präses), phil. Julian Silberbusch XX (Vizepräses), iur. Israel Taubes XXX (Schriftführer). Die befreundeten Korporationen werden hiermit aufmerksam gemacht, daß statt der üblichen Verständigung eine Ablösung für den Jüdischen Nationalfonds geleistet wurde. Deutschland Zionistischer Distriktstag in Posen Der am Sonntag den 27. Februar stattgehabte dritte Distriktstag war von zahlreichen Delegierten aus Posen, Schönlanke, Filehne, Samter, Wreschen, Mur.-Goslin, Stralkowo, 'Wollstein, Zerkow, Koschmin, Gollantsch, Obersitzko und Schwersenz besucht. Telegraphisehe und schriftliche Begrüßungen lagen vor u. a. vom Präsidenten des Aktionskomitees, vom badischen, mitteldeutschen und oberschlesischen Gruppenverbände sowie von zahlreichen Gesinnungsgenossen aus der Provinz. Mündliche Begrüßungen wurden von den Vertretern verschiedener Vereine überbracht. Die um 11 Uhr begonnenen Verhandlungen dauerten bis 7 Uhr abends und ergaben nach außerordentlich anregenden Diskussionen volle Einmütigkeit in der Auffassung der Lage des Zionismus und über die nächsten Arbeiten. Unter den letztern begegnete der Plan einer Siedlungsgenossenschaft allseitigem Interesse, das sich denn auch in der sofortigen Zeichnung von Anteilen in der Gesamthöhe von 1200^ betätigte. Infolge der Ausdehnung des Arbeitsgebiets des Distrikts wurde eine organisatorische Trennung des Distriktsbureaus von der Ortsgruppe beschlossen und ihm ein aus Vertretern der Distriktgruppen gebildetes Distriktskomitee beigegeben. Die Organisation zählt jetzt 14 organisierte Gruppen und an 27 Plätzen unorganisierte Schekelzahler. Die Gesamtzahl der im Distrikt vereinigten Gesinnungsgenossen ist in den letzten zwei Jahren von 360 auf 600 gestiegen. Referate am Distriktstag hielten: Dr. Jeremias-Posen über „Organisation", Fabrikbesitzer Jacobus-Peterawe über die „Siedlungsgenossenschaft", Dr. Sandler-Breslau über „Palästinaarbeit". Der Distriktstag nahm u. a. nach eingehender Wechselrede einmütig unter lautem Beifall folgenden Beschluß an: „Der 3. Posener Distriktstag spricht dem Engeren A. C. und insbesondere seinein Präsidenten David Wolffsohn den herzlichsten Dank für sein bisheriges Wirken und das vollste Vertrauen fürseine fernere Tätigkeit aus." In der öffentlichen, stark besuchten Versammlung referierten: Dr. Egon Rosenberg-Berlin über: „Juden von heute", Dr. Sandler über „Praktische Arbeit" und Dr. Biram-Berlin über „Politische Arbeit des Zionismus". Gruppenverband Mitteldeutschland Am 27. Februar fand, wie angekündigt, in Halberstadt die konstituierende Sitzung des Gruppenverbandes Mitteldeutschland (Sachsen-Anhalt) statt. Zu der Tagung hatten die Ortsgruppen Chemnitz, Coethen, Dessau, Halberstadt und Halle, sowie die Schekelzahlergruppen in Magdeburg und Quedlinburg Delegierte entsandt. Die Ortsgruppe Dresden war zwar nicht vertreten, hatte aber schon vorher ihren Anschluß an den zu gründenden Verband erklärt. Nach einem Referat des Herrn J. Feuerring-Halberstadt und nach warmer Empfehlung des Vertreters des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herrn Rechtsanwalt Dr. Leszynsky, beschloß die Versammlung die Gründung des Verbandes. Als Vorort wurde Halberstadt bestimmt. Der geschäftsführende Ausschuß besteht aus den Herren: N. Stern, L. Wertheimer, B. Bodenheimer, J. Feuerring und Georg Freund-Halberstadt. Dem Distriktskomitee gehören außer dem geschäftsführenden Ausschuß Vertreter aller Ortsgruppen des Bezirks an. Es wurde beschlossen, daß das Distriktskomites möglichst alle sechs Wochen zusammentreten soll. Die Versammlung gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Ortsgruppe Leipzig, die sich bisher ablehnend verhielt, sich ebenfalls dem Verbände bald anschließen möge. Die Verhandlungen zeigten, daß die vertretenen Gruppen sich von der Gründung des Verbandes viel versprechen, und daß allgemein der Wunsch herrscht, die Agitation in dem Bezirke planmäßiger und intensiver zu gestalten. Im Anschluß an die Tagung fand abends im Saale des „Casino" eine öffentlich eVersammlung statt, in der Hr. Rabbiner Dr. L es zy n sk y-

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