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Die Welt · 1910-03-11 · 10 (11.3.1910) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
10 (11.3.1910)
Date
1910-03-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Durch Vermittlung des Herrn Dr. D. Alcalay stiftete Herr. Bankier Benzion Bully auf den Namen seines Vaters Edija Bully einen Ölbaumgarten von 100 Bäumen. Es sollen jetzt auch noch einige Damen ins Goldene Buch eingetragen werden. Überhaupt wird für den Nationalfonds sehr stark agitier}, so daß unsere heurige Spenderisumme größer als alle bisher gesammelten Spenden sein wird. Man sammelt mittels N. F.-Büchsen bei Trauungen, Barmizwah usw. Um für den N. F. reger agitieren zu können, wurde eine N. F.-Kommission gebildet, welche bisher sehr schöne Resultate erzielt hat. Es ist zu erwähnen, daß die hiesigen sephardischen Juden sehr wohltätig sind; darum ist für den N. F. leicht zu agitieren. Die Arbeit für den politischen Zionismus geht aber sehr langsam vorwärts, weil die hiesige Judenschaft überhaupt sehr wenig Lust und Verständnis für Politik besitzt. ' Man hat endlich auch mit der Agitation im innern Serbien angefangen. In Nisch ist ein Verein „Max Nordair4 entstanden, welchem bisher 40 Mitglieder beigetreten sind. Meines Erachtens ist dieses Jahr für den Zionismus in Serbien sehr wichtig. Denn die letzten Umwälzungen in der sephardischen Gemeinde haben der hiesigen Judenschaft einen enormen Aufschwung gegeben. GJideon. Rechenschaftsbericht des Odessaer Komitees Das Komitee der Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina versendet an die Mitarbeiter und Freunde folgenden Rechenschaftsbericht: Ein Jahr ist vorüber seit der letzten Generalversammlung unserer Gesellschaft, die unserm Komitee eine Reihe von Aufgaben auferlegt hat. Wir wollen nun versuchen, unsere Freunde mit der Tätigkeit des Komitees im Laufe dieses Jahres vertraut zu machen. Gemäß der Forderung der Generalversammlung fuhren wir fort, durch unsere umherreisenden Mitarbeiter die verschiedenen Schichten der jüdischen Bevölkerung mit Palästina und dem palästinensischen Kolonisationswerk, namentlich aber mit der Tätigkeit unserer Gesellschaft in Palästina bekannt zu machen. Im Auftrage des " Komitees bereiste Herr Moses Schochet das Chersoner, Jekaterinoslawer und das taurische Gouvernement, während Herr Nathan Brecher im Weichselgebiet wirkte. Die genannten Herren traten in Synagogen und Privatversammlungen auf, suchten unser Endziel: die Schaffung eines jüdischen Zentrums im Lande unserer Väter, — den Massen nahe zu bringen, warben Mitglieder für unsere Gesellschaft und machten dem Komitee Vorschläge für die Wahl von Mitarbeitern an neuen Orten. Die Folge ihrer Tätigkeit war das wachsende Interesse für unsere Gesellschaft in den von ihnen bereisten Gebieten und die erhebliche Zunahme unserer Mitgliederzahl für das Jahr 1909. Das Komitee sah aber ein, daß von ganz besonderm Vorteil für unsere Sache Agitationsreisen von solchen Personen sein würden, die in Palästina leben und das Land genau kennen. Denn nur sie könnten über Palästina, seine Zukunft und das dort im Entstehen begriffene Leben als Augenzeugen berichten. Tatsächlich waren auch die Agitationsreisen der Jaffaer Herren M. Scheinkin, Dr. B. Mossinsohn und Dr. O. Buchmil, die sich durch ihre mehrjährige Tätigkeit im Dienste des Palästinawerkes hervorragende Verdienste erworben haben, von eminenter Wichtigkeit. Sie bereisten fast sämtliche größern Städte des Ansiedlungsrayons und besuchten daneben auch einige Orte außerhalb desselben. Dr. O. Buchmi 1 reiste gegen sieben Monate, informierte die jüdische Öffentlichkeit vorzugsweise über die. ökonomische Seite der palästinensischen Kolonisation und war ausschließlich für die Schaffung eines Instituts für Agrarkredit in Palästina praktisch tätig (wovon weiter ausführlich die Rede sein wird). Herr Dr. Mossinsohn reiste fünf Monate, sprach über unsere Kulturarbeit in Palästina und war ausschließlich für den Fonds des hebräischen Gymnasiums zu Jaffa praktisch tätig. Seine Vorträge waren von großem Erfolg gekrönt, besonders in Warschau und in Lodz, wo er mit Erlaubnis der Lokalbehörden vor einer tausendköpfigen Menge seine Vorträge in hebräischer Sprache hielt. Herr M. Scheinkin beleuchtete in seinen Vorträgen alle Seiten des palästinensichen Lebens und Kolonisationswerkes. Seine praktische Tätigkeit war hauptsächlich auf die Vermehrung des Fonds des Jaffaer Gymnasiums gerichtet, daneben aber trug er auch bei zur Bildung von Gruppen zwecks gemeinschaftlichen Landkaufs in Palästina. Das Komitee beabsichtigt, auch in Zukunft sich alle Mühe zu geben, um durch geeignete Personen in ähnlicher Weise agitieren zu lassen. Wir können nicht umhin, an dieser Stelle zu erwähnen, daß unser Mitarbeiter Herr Benzion Neu mark aus Brest-Lit. eine Reihe kleinerer Nachbarstädte besucht und dortselbst die Arbeit zugunsten unserer Gesellschaft organisiert hat. Es wäre wünschenswert, daß auch andere Mitarbeiter diesem schönen Beispiel folgen möchten. Was die Förderung der Palästinakunde auf schriftlichem Wege betrifft, so war das Komitee auch hierin nicht untätig. Abgesehen von der Verbreitung seiner bisherigen Publikationen veröffentlichte das Komitee in diesem Jahre ein ausführliches Protokoll der letzten Generalversammlung in russischer Sprache, welches die der Generalversammlung vom Komitee unterbreiteten Referate über die verschiedenen Fragen der Palästinaarbeit ungekürzt wiedergibt. Der Preis dieser mehr als 9 Druckbogen starken Schrift ist ein sehr mäßiger: 20 Kop., bei Bezug von 40 Exemplaren 10 Kopeken. Wir empfehlen angelegentlichst die Verbreitung dieser Schrift. — Soeben erschien auch im Verlage des Komitees eine illustrierte Broschüre von Professor Schatz über die Jerusalemer Kunstschule „Bezalel". Des fernem waren wir dem Verlage „Kopeken- Bibliothek" behilflich, folgende Broschüren im Jargon zu publizieren: Gr. Brodowsky, Geschichte Palästinas, M. L. Lilienblum, Über Landankauf in Palästina, B. Spielberg, Der jüdische Arbeiter in Palästina, Prof. Schatz, „Bezalel". Bedauerlicherweise will es uns nicht gelingen, ununterbrochene, regelmäßige Beziehungen mit unsern Mitarbeitern zu unterhalten. Die in hebräischer Sprache erschienenen monatlichen Bulletins kamen uns einschließlich Porto ziemlich teuer, während sie nur den Bedürfnissen eines Teiles der Mitarbeiter entsprachen. Viele verlangten eine gleichzeitige russische und Jargon-Ausgabe der Bulletins. Dies würde die Unkosten noch bedeutend vermehrt haben. Dazu kam, daß die Wochenblätter „Ha'olam" und „Ras'swjet" in der letzten Zeit die Rubrik der Palästina-Nachrichten erheblich vergrößert haben (weshalb wir diese Blätter unsern Gesinnungsgenossen angelegentlichst empfehlen), so daß für selbständige monatliche Palästina-Bulletins kein Raum mehr ist Wir haben daher die Herausgabe der hebräischen Bulletins eingestellt und sind eben daran, ein anderes Mittel ausfindig zu machen, um mit unsern Mitarbeitern stets in Fühlung zu bleiben, und wir werden jedem sehr dankbar sein, der uns seine Ansichten in dieser sehr wichtigen Frage mitteilen wird. Und nun über unsere Palästinaarbeit. Unsere Informations- Bureaus funktionieren in Odessa, Konstantinopel, Beirut, Haifa, Jaffa und Jerusalem. Diese Bureaus erweisen den Emigranten und neuen Ansiedlern alle mögliche moralische Unterstützung und stehen ihnen mit Anleitung und Auskünften bei. Mit Hilfe des Jaffaer Bureaus wurden im letzten Jahre einige Immobilien-Ankäufe für russische Eigentümer besorgt. Wir erkennen die Notwendigkeit an, diese Bureaus zu erweitern und zu vervollkommnen; hierzu sind aber viel größere Geldmittel erforderlich als die uns zur Verfügung stehenden. Von den andern Organisationen beteiligt sich nur der Hilfsverein der Deutschen Juden an den Kosten des Informationswesens mit einem Jahresbeitrag von 2500 Francs. Die letzte Generalversammlung legte dem Komitee die Pflicht auf, Gruppen für Landankauf in Palästina ins Leben zu rufen und zu organisieren. Das Komitee ist leider nicht in der Lage, auf irgendwelche konkrete Erfolge seiner in Gemeinschaft mit der Gesellschaft „Geulah" vorgenommenen Versuche einer Betätigung nach dieser Richtung hinzuweisen. Das Komitee setzte sich mit vielen in Verbindung, manche hinterlegten sogar beim Komitee ein Angeld, das Beginnen scheiterte aber hauptsächlich an dem Mangel an konkreten Angeboten, d. h. an dem Mangel an bereits angekauften, zur Parzellierung und zum Weiterverkauf paraten Ländereien. Derartige Ankäufe zu machen ist aber unser Komitee nicht imstande. Dies muß vielmehr Aufgabe der großen Kolonisationsgesellschaften sein; unserseits können wir sie nur veranlassen, auf dieses große Werk einzugehen, und dies tun wir auch. Die Generalversammlung beauftragte ferner das Komitee, zur Schaffung eines Instituts für langfristigen Agrarkredit in Palästina nach Kräften beizutragen. Das Komitee ging nun sofort an diese Arbeit. Es beschloß, einen Versuch zu machen, um festzustellen, inwiefern dieses Beginnen bei dem jüdischen Publikum Anklang finden wird. Zu diesem Zwecke beauftragte das Komitee Herrn Dr. Buchmil, der die Agrarfrage im allgemeinen und die türkischen Agrarverhältnisse im besondern eingehend studiert hat, einige Orte Südrußlands zu diesem Behufe zu besuchen, Das Ergebnis seiner Tätigkeit gewährt uns die Überzeugung, daß die Gründung eines Instituts für Agrarkredit bei vereinigter und energischer Arbeit aller Institutionen und Personen, die für Palästina Interesse haben, voll-

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