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Die Welt · 1910-03-11 · 10 (11.3.1910) · page 10

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
10 (11.3.1910)
Date
1910-03-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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gierten in das L. K. nur Czernowitzer seien, und daß aus derProvinz zehn Vertrauensmänner gewählt werden, die Sitz und Stimme im L. K. haben, wurde angenommen. Hierauf erfolgte bei geheimer Abstimmung die Wahl des L.K. So gingen als gewählt hervor: Dr. Mayer Ebner, Löbl Taubes, Dr. M. Kinsbrunner, Ass. Leo Krämer, Dr. Ellenbogen, Dr. Hauer, Komm. Kormann, Dr. Fleischer, Hermann Gottesmann und Josef Hornstein. Hierauf wurden zehn Vertrauensmänner aus dei Provinz gewählt. Als Parteisteuer wurde für jeden Verein der Mindestbeitrag von 2 Kronen monatlich festgelegt. Die betreffend die Regulierung der Nationalfondskommissionen gemachten Anregungen wurden dem neuen L. K. zur Erledigung zugewiesen, ebenso eine große Zahl von Anregungen und Vorschlägen betreffend den Arbeitsplan für das kommende Jahr. An dieser Debatte beteiligten sich die Gg.: Löbl Taubes, Eßner, Israel Taubes, Sommer, Teich, Krämer, Weisselberger u. v. a. Hierauf schloß der Vorsitzende Dr. Josef Ellenbogen den Delegiertentag. Er forderte die Anwesenden auf, die Streitaxt zu begraben, alle persönlichen und kleinlichen Streitigkeiten zurückzustellen und zum Wohle und Gedeihen des Zionismus zu arbeiten. Mit der Absingung der Hatikwah schloß der Parteitag nach Mitternacht. Wien. „Esperanza", akademischer Verein der spanischen Juden in Wien. Chargehwahlen für das 28. Semester: M U C Nisim Testa, Präses, J U C Sumbul Atias, Vizepräses, JVC Israel ßaruch, Schriftführer, med. Salomon Dawido witsch, Kassierer und iur. Vita D. Kajon, Bibliothekar. Graz. Sonntag, den 27. Februar d. J. sprach der Obmann des Innerösterreichischen Distriktskomitees, Herr Dr. Leopold Meisel, im Saale der Israelitischen Kultusgemeinde, auf Einladung des Vereins „Zion", über den IX. Kongreß. Die glänzenden Ausführungen des geschätzten Referenten erwarben den stürmischen Beifall der zahlreich Erschienenen, und zeugte diese so schön verlaufene Versammlung von dem Anwachsen unserer Bewegung in allen Kreisen der Bevölkerung. Für den Nationalfonds wurde gesammelt. Budweis. Der jüdische Volksverein Zion hatte am 19. Februar zum zweiten Male in diesem Winter das Vergnügen, den Präsidenten des böhmischen Distriktskomitees, Herrn Dr. Emil Marguli es als seinen Gast begrüßen zu können. Wiederum hatte sein Name ein großes Publikum herbeigelockt, das seinen Ausführungen über den Zionismus nach dem IX. Kongreß mit begreiflicher Aufmerksamkeit lauschte. Der Redner besprach die Bedeutung des Kongresses, und gar vielen mag es wie ein Märchen erschienen sein, zu hören, daß der Zionismus bereits mächtige Fortschritte und Erfolge zu verzeichnen habe, und daß die vielgeschmähte Utopie sogar viele Werte geschaffen habe. Als der Redner schließlich von der Kulturarbeit sprach, von der moralischen Erziehung des Judentums durch den Zionismus, vom Idealismus, der der Jugend geschenkt ward, und wie auf dem alten Heimatboden starke, glückliche Menschen aus elenden Chalukajuden werden, da leuchtete wohl eines jeden Zuhörers Auge. Daß tosender Beifall den hervorragenden Ausführungen folgte, ist selbstverständlich. Die kurze Debatte, die sich daran knüpfte, brachte den Fragestellern die gewünschten Aufklärungen. Die N. F.-Sammlung ergab ebenfalls ein erfreuliches Resultat. Prag. Die jüdisch-national akademisch-technische Verbindung Baris sia zu Prag beendete am Mittwoch, den 16. Februar 1910 ihr 13. Semester. Dem umfangreichen Rechenschaftsbericht entnehmen wir folgendes: Die zionistische Tätigkeit der Verbindung wurde in diesem Semester nach innen gründlicher und nach außen intensiver gestaltet. Es war dies eine um so schwierigere Aufgabe, als es die Natur der Sache, die Bestimmung einer jüdisch-nationalen Verbindung mit sich bringt, daß ein beträchtlicher Teil der Kräfte für den Kampf um die Stellung an der Hochschule, in der Studentenschaft und in der Gesellschaft in Anspruch genommen wird. Den Mittelpunkt der zionistischen Innenarbeit bildeten die Fuxenstunden, die im Laufe des Semesters zu Seminarien für alle Aktiven obligat umgestaltet wurden. Mit dankenswerter Bereitwilligkeit unterzog sich A. H. Dr. Engel der Arbeit, diese zu leiten. Von der Ansicht ausgehend, daß die Seminarien dem Cb. nicht nur das Rüstzeug für die äußere Agitation an die Hand geben, sondern ihnen auch die Werke der jüdischen Geschichte und Literatur zugänglich machen und sie zum Studium derselben anregen sollen, wurden folgende Themata von Dr. Engel besprochen und in Debatten erörtert: 1. Unser Programm. 2. Die finanziellen Institutionen des Zionismus. 3. Moses Hess: Rom und Jerusalem. 4. Oppenheimersches Programm. 5. Trietschs Programm. 6. Neuhebräische Sprache und Literatur. 7. Unsere Sprachenfrage. 8. Bedeutung der Kattowitzer Konferenz. 9. Dr. Pinskers Autoeni.anzipation. 10. Achad Haam. 11. Die Praezionisten, 12. Mendelsohn und seine Zeit. Von Cb. wurden folgende Vorträge gehalten: 1. Entwicklung des Nationalfonds. 2. Trietsch und Oppenheimer. 3. Die spanische Epoche. Um die Möglichkeit zu geben, die in den Seminarien gegebenen Anregungen zu verarbeiten, wurde in diesem Semester eine zionistische Bibliothek angelegt. Auf Grund dieser gründlichem Ausbildung sind die Anforderungen bei der Burschenprüfung, die jedes Mitglied im Verlauf der ersten 4 Semester abzulegen hat, wesentlich gestiegen. Die Außenarbeit zerfällt in Veranstaltungen, die die Verbindung als solche arrangiert, und in Vorträge über allgemein jüdische und aktuell zionistische Fragen, die die Cb. in Prag und in der Provinz in Bürger- und Studenten vereinen halten. Zu ersteren gehören die Semesterinaugurationskneipe (Festredner A. H. Dr. Engel), die Makkabäerfestkneipe (Festredner Julius Löwy), der Kommers in Eger, veranstaltet mit dem Verein Ahavat Zion (Festredner A. H. Dr. Engel), der Festkommers des jüdisch-akademischen Klubs in Karlsbad (Festredner Dr. Emil Margulies), der gemeinsam mit allen Prager zionistischen Korporationen veranstatete Kongreßabend (Referent Dr. Emil Marguli es). Schließlich veranstaltete die Verbindung mit der Beamtensektion der F. Z. V. einen Diskussionsabend über den IX, Kongreß (Referent A. H. Dr. Alfred Engel), der einem intern zionistischen Kreise das Verständnis der Kongreßfragen vermitteln, die Beweggründe des Verlaufs klarlegen sollte. Die Tätigkeit der einzelnen Cb. als Redner und Rezitatoren erstreckte sich außer Prag auf die Städte: Teplitz, Dux, Karlsbad, Eger, Reichenberg, Gablonz, Leitmeritz, Trautenau, Pilsen. Es beteiligten sich neben A. H. Dr. Engel die Cb. Kohner, Birnbaum, Stern, Gersuny und Kopetzky an dieser Art der äußern zionistischen Arbeit. Endlich sei noch erwähnt, daß Cb. Gold mann in Wien einen Verein jüdischer Veterinär-Akademiker ins Leben rief, dessen Obmann er ist. Die Verbindung zählte am Schlüsse des Wintersemesters 62 Mitglieder, davon 29 in Prag anwesende Aktive. — Die Chargenwahlen für das S. S. 1910 ergaben folgendes Resultat: J. N. C. Herbert Birnbaum X, M. N. C. Friedrich Sederer XX, ehem. Max Kopetzky XXX. Lemberg. Jüdisch-akademische Verbindung „Emunah". Chargen wählen für das 24. Semester: Jur. Szymon Gottes mann X, med. Maksymilian Roller XX, Jur. Josef Bogen XXX. Czernowitz. Die am 19. Februar vorgenommenen Ausschußwahlen im Zion-Verein „Erez Israel" ergaben folgendes Resultat: Dr. Chaim Kinsbrunner, Obmann; Josef Arnstein, I. Obmannstellvertreter; Löbel Taubes, II. Obmannstellvertreter; Dr. Josef Wagner, I. Schriftführer; Samuel Grünberg, II. Schriftführer; Emil Ungarmünz, Kassierer; Chaim Vogel, Verwalter; Kaiman Mark, Zeitungswart; Abraham Meiselmann, Kontrolleur. Ohne Funktion: Postoffizial Michel Adlerstein, Advokat Dr. Maier- Ebner, Benedikt Flohr, Apotheker Leo Harth, Advokat Dr. Berl Kinsbruner, Rechnungsassistent Leo Krämer, Dr. Markus Schapira, Isak Schärf und Hirsch Taubes. Storozynetz. Am 20. Februar veranstaltete der hiesige Verein „Poale Zion" einen groß angelegten jüdisch-literarischen Abend, der einen sehr guten Verlauf nahm. Nach der Begrüßung des Obmanns verlas Herr Schriftsteiler Wileiurka (Lemberg) seinen „Baal Tschuwo", eine sehr vortreffliche Skizze aus dem „chassidischen Leben". Sodann rezitierte Genosse Juris (cand. iur. Lemberg) das „letzte Wort" von Bialik meisterhaft. Dann hielt Genosse Srybowel (Redakteur des „Jüd. Arb.", Lemberg) einen einstündigen sehr gehaltvollen Vortrag über „Die moderne jüdische Kunst". Redner führte im Laufe seiner Ausführungen aus, daß, während die frühern jüdischen Künstler, wie z. B. Heine, Börne usw., ihre Kunst fremden Literaturen, fremden Kulturen geopfert haben, wir heute im jüdischen Leben einen Drang nach wahrer, moderner, echt jüdischer Kunst bemerken. Perez, Asch, Wieniurka usw. arbeiten heute im jüdischen Volke selbst und sind uns nicht verloren gegangen. Dann trug noch Herr Wieniurka seine „Awera" vor, welche einen wahren Sturm von Begeisterung hervorrief. Zuletzt hielt Genosse Juris ein sehr gediegenes Schlußwort über die jüdische Literatur. Den Vorträgen folgte ein Kommers. Deutschland Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Am 27. und 28. März findet in Berlin eine Plenarsitzung des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland statt Den einzigen Gegenstand der Tagesordnung bildet die Aussprache über die augenblickliche Lage im Zionismus. Laut Beschluß des Geschäftsführenden Ausschusses werden zu der Sitzung die Vorstände aller Ortsgruppen und Gruppenverbände eingeladen werden. Im übrigen sind die Sitzungen nicht öffentlich.

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