Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 8 (25.2.1910)
- Date
- 1910-02-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Moskau. Die Moskauer Mitglieder des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, erschüttert vom Tode des unermüdlichen Vorkämpfers der Regeneration des jüdischen Volks in Palästina, drücken Ihnen (Ussischkin) und dem Komitee ihr Beileid aus. Wilna. Die Redaktion des „Heed Hasman" beweint den Tod des großen Schriftstellers Lilienblum, dessen ganzes Leben ein heiliger Dienst für die Interessen des Judentums war. Warschau (an Rawnitzky). Wir bitten in unserm Namen am Grabe des unermüdlichen Vorkämpfers der nationalen Idee zu sprechen. An Stelle eines Kranzes spenden wir für den Nationalfonds. Redaktion „Fraind". Petersburg. Wir bitten, der Familie, dem Komitee und den Freunden unser tiefstes Beileid auszudrücken über den Verlust des Meisters und ältesten Genossen in der Arbeit für die Wiedergeburt unseres Volkes. Redaktion „Ras'swjet". Petersburg. Mit tiefem Schmerz erfuhr die Redaktion des „Jewreisky Mir" vom Tode des Veteranen der hebräischen Literatur, des standhaften Vorkämpfers für Volksaufklärung und nationale Wiedergeburt. Wilna. Trauernd um den unersetzlichen Verlust drücken die Wilnaer Zionisten dem Komitee ihr Beileid aus. Mohilew. Zionsfreunde und die Gesellschaft „Moria" drücken ihren Kummer aus anläßlich des Ablebens Lilienblums, des ersten Regenerationskämpfers. Gissin. Moskau. Wir beweinen bitterlich den Tod des unvergeßlichen Inspirators der Autoemanzipation und des Lehrers der Wiedergeburt. Kadimah. Kiew. Bestürzt von der traurigen Nachricht über das Ableben Lilienblums, des begeisterten Vorkämpfers für das Ideal der nationalen Wiedergeburt, bitten wir Sie, der Familie des Verewigten und den Freunden unser tiefstes Beileid auszudrücken. Wir bedauern wegen Verspätung nicht in der Lage zu sein, persönlich der Beerdigung beizuwohnen. Eine Gruppe Kiewer Zionisten. Kiew. Die Kiewer Abteilung der Jüdischen literarischen Gesellschaft, erschüttert von der traurigen Nachricht über den Tod des unvergeßlichen Lilienblum, bittet Sie, der Familie und dem Komitee unsere Gefühle tiefen Beileids auszudrücken. Romny. Die Zionsfreunde sind erschüttert vom Tode des großen hebräischen Schriftstellers, des Trägers der heiligen Idee der Wiedergeburt des jüdischen Volkes im Lande seiner Väter. Wituchnowsky, Himmelstein. Wilna. Der jüdische literarisch-wissenschaftliche Verein teilt mit Ihnen den tiefen Kummer über den Verlust des Veteranen der hebräischen Literatur und der nationalen Idee. Der Vorsitzende B. Goldberg. Moskau. (An Rechtsanwalt Margulis.) Im Namen der Moskauer Abteilung der Bildungsgesellschaft, der Gesellschaft zur Verbreitung richtiger Informationen und im eigenen Namen bitten wir Sie, der Dolmetsch unserer tiefen Trauer zu sein anläßlich des , Todes Lilienblums, des hervorragenden echten jüdischen Schriftstellers und des Mannes der öffentlichen Betätigung. Harkaby, Mase. Riga. Erschüttert von der traurigen Nachricht über den Verlust des aufopferungsvollen standhaften Kämpfers für die Wiedergeburt des jüdischen Volkes, Mosche-Leib Lilienblum, drückt der Verein Ibriah dem Komitee sein Beileid und seine tiefe Überzeugung aus, daß die Saat, die der hervorragende Schriftsteller und Mann der öffentlichen Betätigung ausgestreut hat, die erwarteten Früchte zeitigen wird. Der Vorsitzende der „Ibriah", F. Edel. Grajewo. Die Grajewer Mitglieder der Palästina-Gesellschaft drücken ihre tiefe Trauer aus anläßlich des Ablebens Lilienblums, eines der ältesten und treuesten Vorkämpfer der jüdischen Wiedergeburt. Wir bitten, der Familie des Verewigten unser Beileid auszudrücken. Wir ballen. Die Chowewe-Zion drücken ihr tiefes Beileid anläßlich des Hinscheidens des hervorragenden Volksführers und Schriftstellers. Es liefen ferner Beileidstelegramme von folgenden Organisationen ein: Bobruisk (Chowewe-Zion), Kowno (Chowewe-Zion und Zionisten, jüdische Bibliothek auf den Namen Mapu's), Balta (Zionisten, Chowewe-Zion, Chowewe-Sfath-Ewer), Kischinew (Chowewe-Zion), Ananjew (Chowewe-Zion, Chowewe-Sfath-Ewer), Nikolajew (Chowewe-Zion, Ibriah), Uman (Zionisten, Chowewe- Spath-Ewer), Odessa (zionistische Schuljugend), Brest-Lit. (Chowewe-Zion), New-York (Frieden wald,Magnes, Lubarsky, Levin- Epstein, Friedländer, Kamiaky, Masliansky), Jaffa (Dr. Chissin), K|rementschug (Freudenberg), Riga (MeTr Berlin), Petersburg (Salmon Epstein), Uman (Chaim Ettinger), Nikolajew {Mendel Lewin), Wilna (Druganow), Bjalistok (Rabbiner Mohilewer), ferner Rabbiner Mase (Moskau), Achad-ha'am (London) und v. a. Das Odessaer Palästina-Komitee beschloß, einen Fonds auf den Namen Lilienblums zu gründen, von dessen Zinsen die besten Lehr- und Lesebücher in hebräischer Sprache für Naturkunde überhaupt und Landwirtschaft im besondern prämiiert werden sollen. In der Bezalel-Ausstellung Ein Gespräch Dr. Agon: Sieh mal, da trifft man sich. Guten Tag, lieber Dr. Noon, wie gehts? wie sind Sie denn zu uns geraten? Dr. Noon: Interesse, lieber Freund, Interesse. Bitte, auf allen Litfaßsäulen große Plakate mit so einem draufgemalten orientalischen Speerträger, der eher wie ein römischer Triarier aussieht. Da sollte einen nicht die Lust anwandeln, sich auch einmal die Palästina- Ausstellung anzusehen? Dr. Agon: Also pure Neugierde? Dr. Noon: Was sollte es sonst sein? Dr. Agon: Ich glaube, einmal haben Sie doch anders darüber gedacht. Es gab Zeiten, wo für Sie all diese Sachen, alles, was mit Palästina und Judentum zusammenhing, keine bloße Neugierde war, sondern ein Erlebnis, ein Drang, ein Lebensfaktor. Für mich ist es dies noch immer. Dr. Noon: Soll ich Ihnen mit dem heraklitischen Paradox antworten: „Sterblich sind die Götter, unsterblich die Menschen"? Wie viele Dinge treten aus unserm Gesichtskreise hinaus, um nie wiederzukehren? Übrigens haben Sie mich nicht ganz verstanden. Sie müssen nun einmal die Begriffe fein sondern. Sie glauben . doch nicht, daß die Neugier, die mich herführte, etwa die Gier nach Neuem, die Erwartung der gereizt sein wollenden Sinne oder so was ähnliches sei. Auch nicht intellektuelle Neugier allein. Was mich herzog, war der Wunsch, zu sehen, wie weit sich unsere Träume verwirklicht haben. Dr. Agon: Um dann wieder zu kritisieren, zu zweifeln? Dr. Noon: Vielleicht. Doch auch dies in sich zu festigen, ist die Mühe wert. Nun, schauen wir uns einmal die Dinge an. Auf Wiederschauen, nach der Musterung treffen wir uns wieder. Ich kann nie ein Zuschauer mit Begleitung sein. . . . (Sie gehen auseinander. Nach einer Stunde treffen sie wieder im Vestibül des Ausstellungsraumes zusammen.) Dr. Agon: Na, was sagen Sie jetzt? Haben Sie diese p:a: tvollen Dinge gesehen? Diese Teppiche und die feine Ziselierarbeit und die Spitzen? Und bedenken Sie, das haben die Kerle da unten im Bezalel in einer kurzen Zeit zusammengebracht. Sind Sie begeistert, ah? Dr. Noon: Sie wissen ja, Begeisterung bildet gerade meine stärkste Seite nicht. Ich konnte mich, objektiv genommen, auch gar nicht begeistern. Gott, imposant sieht diese Ausstellung gerade nicht aus. Aber, wissen Sie, ich habe die meiste Zeit nicht im Schauen zugebracht. Ein Blick, ich habe nun einmal für Kunstsachen ein ziemlich geschärftes Auge, genügte mir, um sozusagen das Leitmotiv dieser palästinensischen Ausstellung zu erfassen. Und dieses Leitmotiv bannte und fesselte mich. Das Motiv der Wirklichkeit, der wortlosen, stillen und wahren. Als ein Schreiber des Konfuzius seinen Meister einmal bat, ihm etwas zu sagen, da antwortete ihm der Weise: „Wozu? Schau den Himmel an. Er redet nicht. Und die Saaten .gehen dennoch auf." Das war es, was ich immer in der jüdischen Welt suchte und nicht finden konnte: wortlose Arbeit. Was ich sah, — war ja nur Wille, waren ja Versuche zu wollen. Aber nach objektiver, gewonnener, gewordener Wirklichkeit sehnte ich mich. Sie wissen ja, jeder sucht, was ihm mangelt. Der Sinnierer sehnt sich nach der Tat. Alle durch und durch subjektiven Naturen, willensschwach und passiv in ihrem innersten Wesen, predigen den Kult des Heroischen. Nacli