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Die Welt · 1910-02-18 · 7 (18.2.1910) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
7 (18.2.1910)
Date
1910-02-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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150 DIE^ELT No. 7 Halberstadt. Die hiesige Ortsgruppe hatte zum 31. Januar eine Versammlung der Schekelzahler einberufen, die recht gut besucht war. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden, der des dahingegangenen Dr. Ephraim Adler gedachte, ergriff Herr Leo Barth-Berlin das Wort zu einem Bericht über den IX. Zionistenkongreß. Bei der dem Vortrag folgenden Diskussion zeigte es sich, daß die hiesigen Schekelzahler mit der Taktik der deutschen Landsmannschaft und des Misrachi vollkommen einverstanden waren. — Als Gast wohnte der Versammlung der gerade in Halberstadt weilende Herr Schriftsteller Katz aus Wilna bei. Herr Katz bewies in beredten Worten, wie notwendig es sei, noch im Golus für die Erziehung unseres Volkes zu sorgen, damit es, wenn es wieder in die Heimat, nach Palästina, zurückkehrt, auch imstande sei, die Aufgaben, die seiner dort harren, zu lösen. — Zum Schluß brachte Herr Barth folgende Resolution ein, die einstimmige Annahme fand: „Die am 31. Januar 1910 im Kasino in Halberstadt versammelten Schekelzahler der Halberstädter Ortsgruppe sprechen dem verehrten Präsidenten des Aktionskomitees, Herrn David Wolffsohn, ihre vollste Anerkennung für seine bisherige Tätigkeit aus und hoffen, daß es Herrn Wolffsohn noch recht lange vergönnt sein möge, seine Arbeitskraft der zionistischen Sache zu widmen." Den Herren Barth und Katz sei an dieser Stelle nochmals herzlichst gedankt. Österreich Mähr.-Schlesischer Distriktstäg Mittwoch den 2. Februar fand in Prerau im Saale des Restaurants Haas der diesjährige ordentliche Distriktstag in Anwesenheit von 27 stimmberechtigten Delegierten und einer größern Anzahl Gäste aus Prerau und Umgebung statt. Vertreten waren die" Vereine: Freudenthal, Oderberg, Mähr.-Ostrau, Olmtitz, Troppau, Proßnitz, Brünn, Ungar.-Hradisch, Eywanowitz (Frauen und Mädchenverein); die Studentenverbindungen Achiwah, Giskalah, Massakah, Veritas; der Arbeitsausschuß der Privatverbindungen in Wien und der A. H.-Verbindung in Brünn. Nach der üblichen Begrüßung der Versammlung und im besondern des erschienenen Vertreters der Kultusgemeinde Prerau, Herrn Meier, durch den Distriktsobmann, wurde Herr Fabrikant Low aus Proßnitz zum Vorsitzenden, Herr Dr. Low aus Prerau zu dessen Stellvertreter und die Herren Beck (Olmütz) und Schön (Brünn) als Schriftführer gewählt. Namens der abtretenden Komitees erstattet der Obmann Dr. Lichtwitz den Rechenschaftsbericht, der in der vorletzten Nr. der „Welt" schon veröffentlicht wurde, indem er noch eine Reihe Erläuterungen zu demselben gibt. Nach Genehmigung des vom Kassierer Dr. Eckstein vorgetragenen Kassaberichts referieren die einzelnen Kreisobmänner über ihre und ihrer Vertrauensmänner Tätigkeit. An der sich daran schließenden Debatte beteiligten sich die Gg. phil. Kohn, techn. Frischer und Smetana, jur. Altar, Strach usw. und wird nach dem Schlußworte des Referenten dem abtretenden - Distriktskomitee unter lebhaften Beifallsbezeugungen Vertrauen und Dank votiert. Nach Erstattung des ebenso übersichtlich wrie interessant ausgearbeiteten Nationalfondsberichts durch Dr. Eckstein erfolgte die Budgetdebatte (Referent Gg. Finzi), in deren Verlauf eine von Gg. Altar beantragte Resolution zwecks Gründung von zionistischen Wanderbibliotheken angenommen wird. Über den Antrag des Gg. Strach wurden sodann die bisheriger. Mitglieder des Distriktskomitees durch allseitigen Zuruf wiedergewählt. Der nächste Punkt der Tagesordnung brachte eine auf hohem Niveau stehende Debatte über den Hamburger Kongreß. Die beantragten Resolutionen, insofern sie zur Personenfrage Stellung nehmen, wurden jedoch als unzeitgemäß und überflüssig abgelehnt. Angenommen wurden die Resolutionen des Gg. Dr. Gallus auf Veröffentlichung der Austritte aus dem Judentum seitens aller Kultusgemeinden in Mähren und Schlesien; Gg. Statner auf gleichzeitige Einhebung der auf 80 Heller ermäßigten Parteisteuer mit dem Schekel; Gg. Altar auf größere Pflege des Hebräischen, insbesondere unter den Mittelschülern. In derSchlußdebatte über Stellungnahme zur westösterreichischen Organisation gelangten folgende Anträge zur Annahme: 1. Der mähr.-schlesische Distriktstag wünscht die Beibehaltung der westösterreichischen Organisation; 2. die möglichst baldige Einberufung eines westösterreichischen Parteitags, dem behufs Erstattung von Wahlvorschlägen für das Zentralkomitee ein außerordentlicher Distriktstag voranzugehen hat. Mit der Absingung der Hatikwah schloß nach siebenstündiger Dauer die würdevoll verlaufene Tagung. Brüx. Am 13. Febr. 1. J. fand hier die Generalversammlung des jüdischen Volksvereins „Zion" statt. Die Neuwahlen in den Vorstand hatten folgendes Ergebnis: Heinrich Berman, Obmann; Dr. Leopold Kohn, 2. Obmann; Otto Kohn, Schriftführer; Rudolf Bäsch, 2. Schriftführer; Karl Köhn, Kassierer; Artur Kohn, 2. Kassierer; Alex. Fischer, Bibliothekar; Ernst Pick, Stellvertreter; Rudolf Heller, Nationalfondskommissär; Jakob Heller, Stellvertreter; weiter Adolf Stadtler und Ignaz Taussig. — Im Anschluß an diese Versammlung erstattete Herr Prof. Viktor Freud aus Teplitz ein in jeder Weise ausgezeichnetes Referat über die Ergebnisse des IX. Kongresses. Seine klaren und sachlichen Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Galizien (Von unserm Berichterstatter) Konferenz des südgalizischen Distrikts in Stanislau Der südgalizische Distrikt mit dem Sitze in Stanislau gehört wohl zu' den arbeitsamsten und rührigsten in der zionistischen Gesamtpartei Österreichs. Das können wir immer aus den Ausweisen sowohl des Jüdischen Nationalfonds als auch anderer zionistischer Finanzinstitutionen ersehen, in denen der südgalizische, von seiner Residenz der „Stanislauer Distrikt" genannt, immer mit den größten Anteilen unter den übrigen drei galizischen Distrikten partizipiert. An finanziellen und partei-moralischen Leistungen ragt der Stanislauer Distrikt hoch über allen andern Galiziöns empor. Es sei dies zur Ehre nicht bloß der Distriktsleitung, sondern aller der in diesem umfangreichen Distrikte wohnenden Gesinnungsgenossen besonders hervorgehoben. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß die Arbeitsamkeit und Leistungsfähigkeit dieses besten zionistischen Sprengeis in Galizien wohl das Werk mühevoller und ruheloser Arbeit einiger Jahre unserer Gesinnungsgenossen Dr. Markus Braude — der leider nicht mehr in Galizien wohnt, — Dr. Samuel Schur und des nimmermüden Nationalfondskommissärs des Distrikts, Meier Henisch, ist. Dieser Distrikt möge als Beispiel für alle gelten. Und nun zum Bericht über die Konferenz selbst. Sonntag den 6. Februar d. J., um 11 Uhr vormittags, eröffnete der Präsident des Distriktskomitees, Gesinnungsgenosse Dr. Samuel Schurr, die von 14 Städten durch 30 Delegierte beschickte Konferenz im Saale des Vereins „Erez Israel" und hieß alle aufs herzlichste willkommen. Hierauf wurde ein Präsidium, bestehend aus den Gesinnungsgenossen Dr. Samuel Schur als Vorsitzenden, Inslicht (Tlumacz) als dessen Stellvertreter, Stadien (Grozdziec) und cand. iur. Tillinger (Kolomea) als Sekretäre gewählt. Als erster erstattete Gesinnungsgenosse Tropp den Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Distrikts, aus welchem ersichtlich ist, daß im Kongreßjahre die Schekelsammlung erheblich, nämlich von 1331 im Jahre 1908 auf rund 2000 gestiegen ist. Der südgalizische Distrikt nahm sehr lebhaften Anteil, sowohl an der kulturellen als auch parteipolitischen Tätigkeit unserer Partei in Galizien, und zwar brachte er moralisch und materiell viel zur Gründung des hebräischen Schulvereins in Galizien und der zionistischen Bank „Kredit- Union" bei, und entsandte viele Agitatoren in den Wahlbezirk Böbrka, wo unser Gesinnungsgenosse Dr. Gerson Zipper aus Lemberg während der letzten Ergänzungswahl zum österreichischen Reichsrat als jüdisch-nationaler Kandidat aufgestellt wurde. Derselbe Distrikt erteilte einem unbemittelten Kongreßdelegierten eine Reisesubvention von 100 K., um ihm auf diese Weise die Anwesenheit am Kongreß in Hamburg zu ermöglichen. Der gesamten Distriktsorganisation sind ca. 40 Vereine inkorporiert, welche von einem Distriktskomitee mit dem Sitze in Stanislau geleitet werden. An die Ausführungen des Referenten knüpfte sich eine Debatte, an welcher sich einige Delegierte beteiligten. Die Tätigkeit des Distriktskomitees ist von keinem Redner bemängelt worden, was als ein günstiger Erfolg im Vergleich zu den vorhergegangenen Jahren zu konstatieren ist. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung: „Die gegenwärtige Lage im Zionismus und seine nächsten Aufgaben" erhielt das Wort Gesinnungsgenosse Mendel, und zum dritten: „Tätigkeit der südgalizischen Nationalfonds-Kommission", Gesinnungsgenosse Meier Henisch, Nationalfonds-Kommissär des Distrikts. Dieses Referat war das bedeutendste der Konferenz und war sehr genau, übersichtlich und eingehend bearbeitet. Redner entwarf an der Hand genauer, von ihm selbst — ad hoc — verfaßter Daten ein Bild über den Stand und das Gesamtvermögen des Nationalfonds im allgemeinen und dessen Tätigkeit in Palästina. Hierauf berichtete er über den Erfolg der Sammlungen sowohl für den Nationalfonds und die Ölbaumspende als auch für andere zionistische Finanzinstitute im Stanislauer Distrikt. Es ist mit besonderer Befriedigung und unter großem Applaus der Konferenz festgestellt worden, daß der Distrikt

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