Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 6 (11.2.1910)
- Date
- 1910-02-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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die zahlreichen Verehrer Smolenskys, werden sich gewiß diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, und zur Verewigung seines Namens nach Kräften beitragen. Verein Ölbaumspende E. V. gez. O. Warburg, Vorsitzender (Sämtliche zionistischen und palästinafreundlichen Blätter werden um Abdruck dieses Aufrufs ersucht.) Johann Kremenezky Am 15. Februar feiert Johann Kremenezky seinen 60. Geburtstag. Die Bescheidenheit des Jubilars hat es zu verhindern gewußt, daß wir des Tages so eingehend gedenken, wie wir es vorhatten. Wir respektieren den nachdrücklich zur Geltung gebrachten Wunsch unseres verehrten Freundes, der Ehrungen seiner Person nicht will. Aber wir würden uns der schlimmsten Undankbarkeit schuldig machen, wenn wir nicnt wenigstens auf diesen Tag hinwiesen, der für weite Kreise der zionistischen Organisation ein Festtag sein wird. Es ist ja wirklich überflüssig, erst des langen und breiten zu erklären, warum Kremenezky unsere Liebe und Verehrung in so reichem Maße, verdient, — nein, genießt. Sein unbeschränktes Aufgehen in unserer Sache, seine wahrhaft großzügige Hingabe, sein offener, ehrlicher Sinn, der, jeder Phrase abhold, nur in der Betätigung, in der Selbstbetätigung Befriedigung findet, haben ihn. schon lange zum Liebling, wir dürfen sagen, aller Zionisten gemacht. Vor allem aber ist er uns der getreue Ekkehard des Nationalfonds. In der Geschichte der populärsten aller jüdischen Sammlungen ist sein Name mit ehernen Buchstaben eingemeißelt. Und wenn der Nationalfonds heute eine Volkstümlichkeit erreicht hat, die ihresgleichen in der Überlieferung aller Völker sucht, Johann Kremenezky hat die Grundlagen dazu geschaffen. Der Jubilar hat uni untersagt, seinen Jubeltag zu feiern. Das aber kann er uns nicht verbieten, daß wir, daß mit uns die ganze zionistische Welt ihm zu seinem 60. Geburtstag aus tiefster Verehrung Glück un$ noch ein langes, rüstiges Leben wünschen, ihm zuf Freude und dem jüdischen Volk zum Heile. Deutschland Berlin, den 6. Februar 1910. Am Dienstag den 1. Februar fand hier eine Versammlung der Berliner Misrachigruppe statt, in der Herr Dr. W. Levy über das Thema „Zionismus und Religion" referierte. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende in warm empfundenen Worten des verstorbenen Zenlralkomiteemitgliedes Herrn Dr. E. Adler. Die Versammlung erhob sich zum Zeichen der Trauer von ihren Sitzen. Sodann ergriff Herr Rabbiner Dr. W. Levy das Wort. Der Redner wies im ersten Teile seines Referates an Hand der jüdischen Geschichte nach, daß die Erstrebung eines aulonomen Gemeinwesens die Konsequenz der Entwicklung der jüdischen Geschichte in der Diaspora sei. Im zweiten Teile seines Vortrages ging er dann auf die Einwände ein, die dem Zionismus speziell von gesetzestreuer Seite entgegengehalten werden. Ober diesen Teil des Referates entspann sich dann, da eine große Zahl von Nichtzionisten erschienen war, eine recht lebhafte Diskussion. Bei den darauffolgenden Neuwahlen legte Herr Hermann Struck sein Amt als erster Vorsitzender nieder, da es ihm wegen allzu großer Überlastung nicht möglich sei, dies Amt weiter zu führen, erklärte aber gleichzeitig, daß er gern bereit sei, in anderer Stellung dem Vorstand weiter anzugehören. Es wurden darauf gewählt: Herr Dr. R. Leszynsky (Grunewald, Rheinbabenallee) zum Vorsitzenden, Herr H.Geis (PotsdamerStraße38) zum Kassierer, Herr Rabbiner Dr. W. Levy (Charlottenburg, ßismarckstraße 70) zum 1. Schriftführer, Herr cand. jur. A. Barth (Weißenburger Straße 6) zum 2. Schriftführer, Herr H. Struck zum Beisitzer. Zuschriften sind an einen diesen Herren, Geldspenden an Herrn H. Geis zu senden. Offenbach a, M. Heute fand hier vor überfülltem Saale eine vom Frankfurter zionistischen Verein veranstaltete Vorversammlung zur Gründung einer hiesigen Ortsgruppe statt. Als erster Redner legte Herr Martin Levigard aus Frankfurt a. M., ausgehend von der letzten Kiewer Massenausweisung in eindringlicher Weise die Notwendigkeit der Schaffung einer Heimstätte für das jüdische Volk dar und skizzierte die zionistischen Institutionen, die verheißungsvollen Anfänge einer großzügigen Palästinaarbeit. In ansprechender Form sch lderte dann Herr Bendorf Herzls Werdegang, die geschichtliche Entwicklung der zionistischen Bewegung und schließlich die epochale Bedeutung der Kongresse. Die eindrucksvollen Ausführungen lösten eine ca. 3-stündge Debatte aus, die sich sehr lebhaft gestaltete und in der von den Herren Kantorowitz, Maier und Fein bäum teils vom sozialdemokratischen, teils vom speziell „bundistischen" Standpunkt aus der zionistischen „Utopie" die Lösung der Judenfrage auf dsm Wege des Klassenkampfes gegenübergestellt wurde. Ihnen antworteten unter allgemeinem Beifall Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt, der, früher Antizionist, nun im Zionismus den berechtigtsten Ausdruck des jüdischen Selbsterhaltungstriebes erkannt hat, Herr Perlmutter als gesetz.-streuer Jude sowie in begeisternden Schluß worten die be den Referenten. Besonders bemerkenswert war die Äußerung des Herrn Dr. Goldschmidt, einer der Protestrabbiner, der wiederholt erklärte, daß er mit der Unterzeichnung des Protestes einen Irrtum begangen habe. Die Versammlung, die 18 Mitglieder dem Zionismus zuführte, darunter eine der bedeutendsten jüdischen Persönlichkeiten Olfenbachs, kann als äußerst günstiges Vorzeichen für die demnächst hier stattfindende öffentliche zionistische Versammlung angesehen werden. Frankfurt a. M. Nachdem auf der vorletzten hiesigen Versammlung die Frankfurter Zion-Ver. gemeinsam mit der Misrachi- Ortsgruppe durch ihre Delegierten den Bericht über den Kongreß hatten erstatten lassenjandam l.Febr. eine Versammlung der Misrachi- Ortsgruppe statt, auf welcher zwei Referate über Organisation und Aufgaben der Misrachi-Föderation gehalten wurden. Der Vorsitzende Prof. A. Weyl gedachte zunächst des großen Verlustes, welchen der Zionimus, das Judentum und speziell der Misrachi in dem Heimginge unserer Gv-s nnungsgenossen, der Herren O. Fadenhecht, Kölomea und Dr. med. E. Adler, Nordrach, in den letzten Wochen erlitten hatten. Hierauf hielt Herr Baruch Stern das Referat über die Organisation des Misrachi, dessen Statuten den neuen Verhältnissen (Föderation) angepaßt, in Hamburg vom misrachistischei Delegiertentag entworfen und genehmigt worden sind. Es folgte hierauf das Referat des Herrn Joseph Hackenbroch über die Aufgaben des Misrachi, in bezug auf seine Stellung und Mitarbeit an den Arbeiten des Zionismus, das Verhältnis zu den nichtzionistischen, gesetzestreuen Juden und über die Spezialarbeit des Misrachi insbesondere in Palästina. An die beiden Referate schloß sich eine längere, sehr angeregte Debatte, welche bis gegen Mitternacht dauerte. Gattungen b. Konstanz. Am 5. Februar referierte Herr Dr. Meinrath-Konstanz über den IX. Zionistenkongreß in Hamburg.